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An der Virchowstraße lässt das Wohnbau-Unternehmen Vonovia ihre Häuser modernisieren.

An der Virchowstraße lässt das Wohnbau-Unternehmen Vonovia ihre Häuser modernisieren.
© Sven Warnecke

Langenhagen

Pfusch am Bau: Mietern wird das Gas abgedreht

Die Mieter an der Virchowstraße sind nicht zu beneiden. Seit Mai müssen sie mit Baulärm und Schmutz leben. Und nun ist ihnen auch noch das Gas abgedreht worden – weil  Handwerker gepfuscht haben. 

Langenhagen.  Die Nerven liegen bei den Bewohnern der Virchowstraße komplett blank: Seit Mai lässt das Wohnbau-Unternehmen Vonovia dort ihre Mietwohnungen modernisieren. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im Oktober beendet sein. Aufgrund von Lieferverzögerungen „mussten wir die Fertigstellung bei allen Projekten auf Mitte Dezember verschieben“, teilt auf Anfrage Vonovia-Sprecherin Bettina Benner mit. „Die Arbeiten am Wohnumfeld werden voraussichtlich witterungsbedingt erst Anfang des kommenden Jahres beginnen können.“

Neben dem Krach und Schmutz über all die Monate haben die Bewohner wie Sigrid Betz nun aktuell noch ein ganz anderes Problem: Den Mietern ist das Gas abgedreht worden. Die aufgebrachte Rentnerin berichtet vom wiederholten Pfusch am Bau –und liegt zumindestens in Sachen Energieversorgung richtig. „Die Schornsteine, die als Entlüftung für die Warmwasserthermen dienen, wurden leider fälschlicherweise zurückgebaut“, bestätigt Benner am Freitag auf Anfrage die wohl nicht ganz fachgerechte Handwerkerleistung „Das ist unglücklich gelaufen“, gibt sie zu. Infolgedessen wurden die Stadtwerke von der Bezirksschornsteinfegerin informiert, die Warmwasserthermen außer Betrieb zu setzen. „Das heißt, es wurde das Gas für die Warmwasserbereitung und das Kochen abgestellt.“

Bewohner müssen auf Duschcontainer im Garten ausweichen

Die Heizung läuft in den Häusern aber dank Fernwärme zum Glück uneingeschränkt weiter. Für die Mieter ist ein Duschcontainer im Garten aufgestellt worden, ein zweiter soll am Montag folgen. Diese sind Benners Angaben zufolge auch beheizbar. Parallel erhielten die Mieter Warmwasserspeicher als Provisorium. „Wir geben alles“, betont die Sprecherin, um die Unannehmlichkeiten zu beheben. Zugleich würden elektrische Doppelkochplatten an die Mietparteien verteilt. Die vorhandenen Gasherde sollen bei der Montage der Warmwasserspeicher auch an die Leitung angeschlossen werden, kündigt Benner an. Die Kochplatten sollen nicht von Dauer sein, verspricht sie.

 „Wir bedauern, dass wir die Dauer des Provisoriums aktuell leider nicht einschätzen können“, heißt es von der Vonovia weiter. Benner kündigt aber an, dass die Techniker auch am Wochenende an dem Problem arbeiten werden.  Für diese Zeit verspricht sie auch eine Minderung des Mietpreises.

Seit Ende Mai lässt die Vonovia – ihr gehören bundeweit 355.000 Wohnungen, davon 128 in Langenhagen – die 27 Einheiten an der Virchowstraße modernisieren. Damit solle langfristig der Wert der Wohnungen erhalten und für eine stetig wachsende Kundenzufriedenheit gesorgt werden, heißt es von dem Unternehmen weiter. Dabei handele es sich nicht um Luxussanierungen. Vielmehr achte Vonovia nach eigenen Angaben darauf, „effizient zu modernisieren, um weiterhin bezahlbare Wohnungen zu gewährleisten“.

Mieter haben Angst vor späterer Preissteigerung

Das kann Bewohnerin Betz nicht so ganz glauben. Denn bislang zahlte sie für ihre 45 Quadratmeter kleine Zweizimmerwohnung 249 Euro kalt. Gesamt kommt sie auf eine Warmmiete von 391 Euro. Diese konnte sich Betz – sie lebt von einer bescheidenden Altersversorgung in Höhe von etwa 600 Euro – gerade noch leisten. Mit der Post von Vonovia kam dann aber der Schock. Die Vermieterin kündigte nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten eine Steigerung von künftig knapp 185 Euro an. Zuviel für Betz. „Ich kann das nicht zahlen“, stellt sie deprimiert fest. Die 65-Jährige betont aber auch, „kein Fall für das Sozialamt“ werden zu wollen.

Vonovia spricht aber eher von einer „Richtgröße für die Kostenentwicklung“. Eine entgültige Preiserhöhung könne erst nach Ende der Arbeiten exakt ermittelt werden, heißt es aus dem Unternehmen, „selbstverständlich an den gesetzlichen Vorgaben“ orientiert. Ferner solle mit Mietern, die die Mieterhöhung aus sozialen Gründen nicht tragen können, eine Lösung gesucht werden, etwa eine mögliche Anpassung in Raten, hieß es auf Anfrage. 

Von Sven Warnecke


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