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Nachrichten Kupierte Hundeohren: Halter muss Geldstrafe zahlen
Region Burgwedel Nachrichten Kupierte Hundeohren: Halter muss Geldstrafe zahlen
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00:18 04.12.2017
Großburgwedel

 Weil er seinem Tier aus rein ästhetischen Gründen die Ohren hatte kupieren lassen, ist ein Hundebesitzer vom Amtsgericht Burgwedel zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt worden. Eine Tierschützerin, die den Prozess verfolgt hatte, begrüßte das Urteil zwar vor dem Hintergrund der „sonst noch geringeren Strafen“ für derartiges Verhalten. „Aber man kann so auch nicht wieder gutmachen, was er seinem Hund angetan hat.“

Der Mann hatte seinen Hund  – ein Exemplar einer Doggenart – zu einem Tierarzt nach Belgien gefahren, von dem er über Bekannte erfahren hatte. Unter Vollnarkose war dem Tier dort ein Großteil der Ohren entfernt worden. Der Hund habe keine Schmerzen gezeigt, die Wunden hätten auch nicht geeitert, sagte der Angeklagte aus. Er habe zwar vom Kupier-Verbot in Deutschland gewusst, nicht aber von dem in Belgien. „Und das wurde bei dieser Rasse immer schon so gemacht“, gab er zu Protokoll. Dem widersprach die Staatsanwältin, die zuvor das Internet nach Fotos dieser Rasse durchsucht hatte und dabei auf viele Tiere mit kompletten Ohren gestoßen war. Und selbst wenn die Hunde immer schon gequält worden wären, „kann man nicht so weitermachen“.

Was das Kürzen der Ohren für einen Hund mit sich bringt, trug Amtsrichter Michael Siebrecht aus einem Gutachten vor. So bereite das Kupieren der gut durchbluteten und extrem empfindlichen Ohren dem Tier länger anhaltende, erhebliche Schmerzen. Bei der Operation würden zehn Nervenäste durchtrennt, der Amputationsschmerz dauere zwei bis vier Wochen. Die Schutzfunktion der Ohrlappen für den Gehörgang gehe verloren, die für den Temperaturausgleich wichtige Körperoberfläche werde verringert. 

Zudem seien die Ohren für Hunde ein wichtiges Kommunikationsmittel, so das Gutachten: Wenn man dem Tier einen Großteil davon entferne, so könne das Missverständnisse mitt Artgenossen zur Folge haben. Andere Hunde könnten seine Mimik als aggressiv deuten und ihrerseits zum Angriff übergehen – mit der Folge, dass der Hund mit den kupierten Ohren künftig selbst aggressiv agiere, um Angriffen zuvorzukommen.

Zumindest die Auswirkungen auf die Kommunikation waren dem Angeklagten angeblich neu. „Ich würde es nicht nochmal machen“, beteuerte er. Das sollte er besser auch nicht: Bei einem neuerlichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz müsse man ernsthaft über ein Tierhalteverbot nachdenken, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. 

Für den Richter spielte es letztlich keine Rolle, ob der Hundehalter vom Kupierverbot in Belgien gewusst hatte: „Die Folgen dieser Tierquälerei, die Schmerzen, wirken sich in Deutschland aus.“

Von Frank Walter

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