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Auf dieser, der nördlichen Seite der Hauptstraße, ist das Radfahren auf dem Gehweg zulässig. Ob das nach dem Ausbau so bleibt, ist noch offen.

Auf dieser, der nördlichen Seite der Hauptstraße, ist das Radfahren auf dem Gehweg zulässig. Ob das nach dem Ausbau so bleibt, ist noch offen.
© Martin Lauber

Wettmar

Hauptstraße wird ausgebaut – mit Schutzstreifen

Wettmars Ortsdurchfahrt soll möglichst schon 2018 ausgebaut werden. Zu den Plänen der Region gehört auch die Einrichtung eines Fahrradschutzstreifens. Das Echo in der Ortsratssitzung war durchwachsen.

Wettmar.  Vor zwei Jahren kannte das Wort hierzulande noch kein Mensch. mittlerweile aber sind „Fahrradschutzstreifen“ echte Quotenbringer. Weil die ebenso umstrittenen wie unvermeidlichen Markierungen auch für die Wettmarer Ortsdurchfahrt vorgesehen sind und der Ausbau der Hauptstraße (K 119) auf der Tagesordnung stand, tagte der Ortsrat Wettmar am Montagabend vor bislang ungekannt starker Publikumskulisse. So emotional debattiert wie im Jahr zuvor in Engensen, wo schon nächste Woche der K-117-Ausbau beginnt, wurde im St.-Marcus-Gemeindehaus allerdings nicht.

Verkehr soll verlangsamt werden

Die Region Hannover hat mit Hilfe von Fördermitteln des Bundes zur Stärkung des Radverkehrs ein Maßnahmenpaket mit insgesamt 62 Ortsdurchfahrten geschnürt. Allein im Burgwedeler Stadtgebiet sollen  in Kleinburgwedel, Thönse, Wettmar und Engensen die Kreisstraßen eine neue Deckschicht erhalten, die Seitenanlagen saniert (und in die Baulast der Stadt übergeben) und bei dieser Gelegenheit auch die Radverkehrsführung den gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden. 

Denn seit 2009 gehören Radfahrer laut Straßenverkehrsordnung  grundsätzlich auf die Fahrbahn. Überall dort, wo die Verkehrsfrequenz und der Querschnitt dies zulassen, markiert die Region entsprechend Schutzstreifen auf die Straßen. Radfahrer seien dort raus aus der Konfliktzone mit Fußgängern und Grundstückszufahrten –und flotter unterwegs, so die Argumentation. Zudem solle die Verengung Autofahrern mehr Aufmerksamkeit abverlangen und den fließenden Verkehr verlangsamen.

Parken auf der Südseite tabu

In Wettmar bietet die Hauptstraße, auf der täglich 3000 bis 4000 Kraftfahrzeuge verkehren, nur Raum für einen einseitigen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen, den die Region auf der Südseite in Fahrtrichtung Engensen anlegen will, weil dort der Gehweg zu schmal für einen kombinierten Rad- und Fußgängerverkehr wäre. Ob das Radfahren in Gegenrichtung weiterhin auf dem Bankett zugelassen werden könne, ist nach Aussage von Planerin Wiebke Schepelmann noch klärungsbedürftig. Wenn, dann allenfalls im Schritttempo.

Das Echo reichte  von Ablehnung bis zur „Freude ohne Ende“, so Büchereileiterin Heidrun Schümer. Langsam fahrende Autos könnten sich auf der Hauptstraße weiter begegnen, hielt Schepelmann anderslautetenden Erfahrungsberichten von Zuhörern entgegen. Bei überbreiten Fahrzeugen dürfe der Schutzstreifen aber  auch überfahren werden. Dem Vorhalt „Sie treiben die Kinder auf die Straße!“ hielt die Planerin entgegen, dass Kinder bis 10 Jahre  auch weiter auf dem Gehweg fahren dürften. Nein, dem Wunsch nach Tempo 30 könne auf einer überörtlichen Straße nicht entsprochen werden. Und: Ja, mit dem Parken sei es dann vorbei auf der Südseite der Hauptstraße. 

Viel mehr als nur eine Straßenmarkierung

Das Team 86.06 „Unterhaltung und Erneuerung Straßeninfrastruktur“ hat sich die Ortsdurchfahrt von Wettmar genau angesehen. Schepelmann stellte Pläne vor, über die mit Ortsrat und Stadtverwaltung nun weiter beraten werden soll.  Am  Ortseingang Richtung Kleinburgwedel, wo Thönser Trift und Am Rahden einmünden, soll ein Minikreisel mit überfahrbarem Mittelkreis Rasern Einhalt gebieten. Einerseits gab es Vorbehalte gegen „diese Spieldinger“, andererseits den Wunsch, auch den Ortseingang Richtung Engensen derart abzusichern.

Über die vorgeschlagene Verkleinerung der Y-förmigen Einmündung des Kösterweges gibt es noch Redebedarf. Für die Schulkinder, die dort die Hauptstraße überqueren, sei das klar übersichtlicher, meinte Bauamtsleiter Oliver Götze. Ortsbrandmeister Karsten Weigt bestand aber darauf, dass genug Platz bleibt für die Feuerwehrfahrzeuge. Um zu flottes Rechtseinbiegen zu verhindern, sollen die Einfahrten in die Thönser Straße und in den Celler Weg enger werden. „Wenn wir uns schnell einig werden“, so  Schepelmann, werde bereits 2018 ausgebaut. 

Experten informieren im Amtshof über Fahrradschutzstreifen

Hoch emotional geführte Streitgespräche sind keine Seltenheit, wenn Mitarbeiter des Fachbereichs Verkehr der Region Hannover in den vergangenen Monaten jeweils vor Ort die Einrichtung von Fahrradschutzstreifen vertreten haben. Weil diese nun für zahlreiche Ortsdurchfahrten in Burgwedel und Isernhagen geplant sind, lädt die Region Kommunalpolitiker und interessierte Bürger für Dienstag, 28. November, zu einer Informationsveranstaltung in den Amtshof in Großburgwedel ein.  Von 17 bis 20 Uhr steht ein externer Moderator zur Verfügung, der Experten verschiedener Behörden und der Polizei zu rechtlichen und praktischen Aspekten interviewt.

Von Martin Lauber


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