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Wann und wie der Anbau für die Grundschule Kleinburgwedel realisiert werden kann, steht noch nicht fest: Die Politik will erst über Alternativen beraten.

Wann und wie der Anbau für die Grundschule Kleinburgwedel realisiert werden kann, steht noch nicht fest: Die Politik will erst über Alternativen beraten.
 © Archiv

Burgwedel

Grundschulanbau verzögert sich weiter

Nach der Diskussion im Ortsrat Kleinburgwedel konnte sich auch der Schulausschuss am Donnerstagabend nicht zu einer Abstimmung durchringen: Bevor der Beschluss für den Grundschulanbau in Kleinburgwedel fällt, soll es einen weiteren Ortstermin geben. 

Burgwedel.   „Wir sind schon jetzt bei drei Monaten, die wir Schüler im Container unterrichten müssten“, sagte Burgwedels Kämmerer Christian Möhring am Donnerstagabend im Schulausschuss und appellierte wie Lehrer- und Elternvertreter für eine umgehende Entscheidung für den Entwurf zum Schulanbau in Kleinburgwedel. Diese fiel aber nicht. Wie die Grundschule erweitert wird, soll vielmehr bei einem erneuten Ortstermin in zwei Wochen geklärt werden.

Auf den ersten Blick scheint alles ganz einfach: Die Stadt hat eine Planung für den Anbau erstellt, der unter anderem einen zusätzlichen Gebäuderiegel entlang der Moorstraße vorsieht. Mensa, Bücherei und Toiletten sollen dort einziehen und im Altbestand Platz für neue Klassenräume machen. Zwei Millionen Euro stehen im Haushalt parat. „Wir haben diesen Entwurf mit der Schule erarbeitet“, betonte die Erste Stadträtin Christiane Concilio im Ausschuss. Das konnte die stellvertretende Schulleiterin Wibke Luy nur bestätigen: „Wir sind für den Entwurf und haben jetzt Angst vor weiteren Verzögerungen. Unsere Schülerzahlen steigen, wir brauchen den Platz. Niemand will im Container lernen.“ Zudem teile die Schule den Ansatz, den neuen Gebäudeteil vor die Grundschule und nicht auf den Schulhof zu stellen: „Tote Fläche zu überbauen hat doch mehr Sinn als lebendige.“ Auch SPD, Grüne und WEB fanden den Entwurf gelungen – und dennoch wurde die Entscheidung vertagt.

Das Problem: Der Ortsrat Kleinburgwedel hatte sich in seiner vergangenen Sitzung Alternativvorschläge gewünscht und einen zweigeschossigen Anbau auf dem Schulhof favorisiert. Man wolle eine Blickbeziehung zwischen Schule und Haus der Kirche behalten und den Platz an der Moorstraße weiter für Veranstaltungen freihalten. Die CDU im Schulausschuss folgte dem Ortsrat: Alternativplanungen gegebenenfalls durch eine externes Fachbüro, Gutachten für die Gebäudeteile, eine Wirtschaftlichkeitsanalyse und eine Ortsbegehung standen im Antrag. „Das dauert mindestens drei bis vier Monate“, betonte Möhring zum Aufwand. Ein zweigeschossiger Anbau erfordere zudem einen Fahrstuhl, auch der Schulhof würde deutlich schrumpfen. „Das kostet nicht nur Zeit, sondern macht es auch viel teurer. Das wird ein mittlerer sechsstelliger Betrag mehr.“

CDU und FPD, die eine absolute Mehrheit im Rat haben, scheiterten mit ihrem Antrag im Schulausschuss letztlich nur, weil Lehrer- und Elternvertreter dort stimmberechtigt sind und gemeinsam mit den anderen Fraktionen das Ansinnen ablehnten. „Es ist nicht schön, wenn ein Ausschuss gegen den Ortsrat stimmen muss“, sagte Olaf Slaghekke (Grüne) dazu. Deshalb sollen sich in zwei Wochen Schulausschuss und Ortsrat noch einmal an der Grundschule treffen, um die Planung zu beraten – der kleinste und wohl einzige gemeinsame Nenner der Fraktionen. 

Die Sicht der Stadt wird sich nicht ändern: „Wir halten an der Planung fest“, betonte Concilio. Die Anregungen aus dem Ortsrat habe man ernst genommen. Allerdings sei die Verwaltung überzeugt, die Fläche vor der Schule mit dem Anbau, der den Platz künftig rahmt, aufzuwerten: Mit Bücherei und Mensa werde die Öffentlichkeit vor die Schule geholt. Das begünstige auch Veranstaltungen. Auch Bürgermeister Axel Düker fand letztlich deutliche Worte für den CDU-Antrag  und die abermalige Verzögerung. Die Grundschule Kleinburgwedel sei nach der Schulbezirksänderung endlich wieder zweizügig. „Wir müssen den Eltern dann erklären, warum ihre Kinder in Containern unterrichtet werden.“  Die Entscheidung über den Schulbau sei keine, die ein Ortsrat treffen müsse, sondern der Ausschuss. „Wie kann man diese Fachlichkeit so ausblenden?“, monierte Düker. „Dann können wir das neue Gymnasium ja auch vom Ortsrat Großburgwedel planen lassen.“ 

Von Carina Bahl


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