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Das Thema Verkehrsinfrastruktur beschäftigt CDU-Bundestagskandidat Sebastian Lechner (von links), Editha Lorberg und Enak Ferlemann.© Kallenbach

Wedemark/Burgwedel

Gemeinden müssen einsteigen

In den Ausbau der Bahnnebenstrecken und die bestehenden Privatbahnen soll noch vor dem Neubau einer Y-Trasse zwischen Hannover, Hamburg und Bremen Geld fließen. Dennoch: Die Planung zum Y wird umgehend vorangetrieben. Die nördlichen Gemeinden müssen in das Thema einsteigen.

„2016 bis 2018 können wir das Y unter Fahrt haben“, sagt Enak Ferlemann. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion beschrieb in einer Informationsveranstaltung des CDU-Gemeindeverbandes Wedemark am Montagabend einen Planungs- und Investitionsfahrplan, der durch Konjunkturprogramme von Bund und Land massiv angeschoben wird.

Die nördlichen Gemeinden werden vom bisher projektierten Streckenverlauf der Y-Trasse tangiert, teils durchschnitten. In welcher Weise genau, wird erst das Planfeststellungsverfahren ergeben. „Wir bereiten es vor und rechnen damit, dass es 2010 Baurecht wird“, sagte der Verkehrsexperte. Er empfahl sich zugleich als Ansprechpartner für Kommunen und Bürger, die in dem Verfahren wegen Beeinträchtigung ihrer Grundstücke oder Umweltbedenken ihre Interessen wahren wollen.

Die über zehn Jahre alte Planung der Hochgeschwindigkeitsstrecke nur für Personenverkehr ist Geschichte. Jetzt soll die Milliarden-Trasse für Personenverkehr bei Tag und für Güterzüge nachts dienen, um den Seehäfen für das weltweite Containeraufkommen das Hinterland zu öffnen. An die Ertüchtigung der Nebenstrecken und Nutzung der privaten Bahnnetze werde das Großprojekt hinten angehängt, sagt Ferlemann. Die Planung werde aber sofort forciert, um zu einer realistischen Kostenschätzung zu kommen. Die Umgehung großer Bahnhöfen sei vordringlich. Bei einer Ostumgehung Hannovers im Zuge einer Y-Trasse wären drei neue Baugebiete in Kleinburgwedel, Wettmar und Engensen betroffen.

Kommunen und Bürgerinitiativen entlang der geplanten Y-Trasse zwischen Hannover, Hamburg und Bremen hatten es in der Anhörung nicht leicht. „Die Kommunen sind abgeschmettert worden, auch die Gemeinde Wedemark mit ihren Bedenken zu den Wassergewinnungsgebieten und Brunnen in Elze und Berkhof“, sagt Dieter Töpelmann vom Verein Bürger für eine lebenswerte Wedemark (BlW).

In der CDU-Veranstaltung am Montagabend in Wennebostel war für Diskussionen viel Zeit eingeplant. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Enak Ferlemann, und die Wedemärker CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete, Editha Lorberg, versicherten, dass sie bei der weiteren Planung die örtlichen Kenntnisse und Argumente nutzen wollten. „Ich bin froh, dass das Projekt hier im Land nicht über das Knie gebrochen wird“, sagte Lorberg im Hinblick auf ein Stufenprogramm, das den Ausbau vorhandener Strecken voranstellt.

Vor allem der Lärmschutz müsse überall gewährleistet werden forderten die BlW-Vertreter. Den Zahn, dass die kleineren Ausbaustrecken nicht europaweit ausgeschrieben werden müssten und die Aufträge daher vor allem heimischen Betrieben zugute kommen könnten, musste der Bundestagsabgeordnete ihnen jedoch ziehen. „Auch Teil-Lose müssen europaweit ausgeschrieben werden“, sagte er. „Aber es gibt eine hervorragende Bauindustrie in Niedersachsen, die zum Zuge kommen wird“, versicherte er. Ab 2010 würden auch europäische Bahnen die deutschen Netze befahren. Insofern vermute er, dass die Bundesnetzagentur die Trassenaufträge vergeben werde.

Ursula Kallenbach


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