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Das Amtgericht Burgwedel hat einen jungen Mann zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.

Das Amtgericht Burgwedel hat einen jungen Mann zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.
© Symbolbild

Burgwedel

Erst eingebrochen, dann gegrillt

Ein junger Burgwedeler ist wegen eines Einbruchs in eine Materialhütte des FC Burgwedel zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden.

Großburgwedel.  Auf dem Gelände des FC Burgwedel war er in eine Holzhütte eingebrochen. Hatte dort 20 Würstchen, ein Sechs-Liter-Fass Bier, zwei Flaschen Sekt, zwei Liter Milch und Grillkohle gestohlen. Dafür ist ein Obdachloser vom Amtsgericht Burgwedel jetzt zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden.

Bei dem Einbruch war es im August 2016 allerdings nicht geblieben. Der junge Mann hatte mit zwei jugendlichen Bekannten anschließend auf dem Sportgelände des Vereins an der Straße Auf der Ramhorst einen Grill in Beschlag genommen, ein feuer entfacht und sich die gestohlenen Würstchen sowie die Getränken schmecken lassen.

Der 25-jährige Mann gestand die Tat reumütig ein, was angesichts der Beweislast aber auch nicht überraschte – die Polizei hatte die drei beim Grillen erwischt. "Hat es geschmeckt?", wollte Amtsrichter Michael Siebrecht in der Verhandlung wissen. Weil alle stark alkoholisiert gewesen seien, könne er sich nicht mehr erinnern, antwortete der junge Mann.

Das Leben des Burgwedelers war bisher eine Geschichte des fortwährenden Scheiterns. Die Schule hatte er ohne Abschluss verlassen, eine Ausbildung bislang nicht absolviert. Und der Mann ohne festen Wohnsitz ist schon wegen unerlaubten Drogenbesitzes und Einbruchs vorbestraft. Aktuell habe er seit drei Monaten ein Drogenproblem, gab sich der Mann vor Gericht zerknirscht. Wie er sich die Drogen überhaupt leisten könne, wollte der Richter wissen – und beantwortet die Frage selbst: "Sie bestreiten Ihren Lebensunterhalt durch Straftaten", stellte Siebrecht fest, honorierte zugleich aber das Geständnis des Angeklagten.

Seine Ehrlichkeit vor Gericht nutzte dem jungen Mann in den Augen des Staatsanwaltes jedoch wenig; Dieser plädierte für eine achtmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. "Ich will keine Straftaten mehr begehen - das bringt ja nichts", sagte der junge Mann reuig in seinen letzten Worten.

Auch wenn es sich in diesem Fall um ein besonders schweren Diebstahl unter erheblichem Alkoholeinfluss gehandelt habe, sei eine Freiheitsstrafe nicht gerechtfertigt, argumentierte Amtsrichter Siebrecht. Sein Urteil mit 150 Tagessätzen à 10 Euro fiel deutlich milder aus.

Von Katerina Jarolim-Vormeier


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Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
  • ... Sitz der Drogeriemarktkette Rossmann
  • ... Geburtsort von Schauspielerin Bettina Zimmermann
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