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Region Burgwedel Nachrichten Heidrun Schlieker erhält den Fritz-Reuter-Preis
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17:25 12.12.2017
Heidrun Schlieker zeigt ihr neuestes Buch "Snack, Snick um Botterlick" sowie ihr Werk mit Unterrichtsmaterialien für Lehrer. Quelle: Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

 Sie ist platt: Die Kinderbuchautorin und Illustratorin Heidrun Schlieker wird mit dem Fritz-Reuter-Preis ausgezeichnet, benannt nach dem bedeutenden Schriftsteller der niederdeutschen Sprache. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis verleiht die Carl-Toepfer-Stiftung nur alle zwei Jahre. Schliekers Bücher zeigten, was das Plattdeutsche als Literatursprache auch aktuell noch zu leisten vermöge, teilte das Kuratorium der 74-jährigen Großburgwedelerin jetzt in einem Schreiben mit. Der Preis werde verliehen für die „kreative und unabhängige Entwicklung von Unterrichts- und Buchkonzepten, die das Niederdeutsche für die Anforderung der Gegenwart aufs Beste unterstützt“. Die offizielle Übergabe erfolgt im Mai 2018.

Die pensionierte Lehrerin steht nun in einer Reihe mit Preisträgern wie den Schauspielern Jochen Schenk und Irmgard Harder vom Hamburger Ohnsorg-Theater oder Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, beide vom Institut für Niederdeutsche Sprache, die die Harry-Potter-Romane und sogar Shakespeares Sommernachtstraum ins Plattdeutsche übersetzt haben.

„Ich bin wirklich platt“, reagiert Schlieker mit einem Augenzwinkern auf den Preis. Das sei eine sehr große Ehre und bestätige sie darin, was sie tue. Bereits vor zwei Jahren hatte sie den mit 3.000 Euro dotierten Lüttjepütt-Preis der Sparkassenstiftung erhalten – ebenfalls  für ihr langjähriges Engagement rund um die Vermittlung des Plattdeutschen: Sie gebe nicht nur Kindern ein Gefühl fürs Plattdeutsche, sondern auch Erwachsenen Tipps, wie sie die Kleinen fürs Plattdeutsche begeistern können.

Erst Ende November ist ein neues Buch aus der Feder von Heidrun Schlieker erschienen: „Snack, Snick und Botterlick“: „Schnecke, Grashüpfer und Schmetterling“, heißt das übersetzt ins Hochdeutsche. Zu diesem Buch hat die gebürtige Kielerin auch eine methodisch-didaktische Handreichung in Platt- und Hochdeutsch herausgebracht. Auf diese Ausgabe, die sich an Lehrer aller Fächer -sogar in Mathematik - richtet, ist die Autorin besonders stolz. Die zweifache Großmutter hat dafür haufenweise Material gesammelt. „Das hat vier Jahre gedauert“, verrät die Hobbymalerin.

Und warum das allles? Ganz einfach: „Plattdüütsch“ liege ihr am Herzen – und das schon immer. Deshalb hatte Schlieker vor elf Jahren begonnen, Kinderbücher zu schreiben und mit farbenfrohen Bildern selbst zu illustrieren. Bereits zehn Bücher sind von ihr erschienen. „Kinder müssen nicht Platt verstehen, sie müssen es hören“, sagt die Autorin, die selbst „ so gern Platt snackt“.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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