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Ihr Domizil am Thönser Moorgarten haben Maria Cartes und Martin Mohrmann in ein Gruselhaus verwandelt.

Ihr Domizil am Thönser Moorgarten haben Maria Cartes und Martin Mohrmann in ein Gruselhaus verwandelt.
© Martin Lauber

Burgwedel

Das Halloween-Haus zieht die Blicke auf sich

Das Halloween-Haus der Familie Horn an der Hauptstraße 100 in Isernhagen F.B. ist bereits bundesweit durch die Medien gegangen, doch auch in Thönse wird es Ende Oktober stets gruselig.

Thönse.  Der Wind greift in ihre transparent-weißen Gewänder, lässt die Skelette hoch über den Balkonbrüstungen ein schaurig-wildes Schaukelballett vollführen. Nur der Knochenmann bleibt stoisch – mit bösem Funkeln in tief schwarzen Augenhöhlen. Wie ein Rockstar posiert er als Blickfang auf der Garagenkante. Wenn es dämmrig wird am Moorgarten in Thönse und bunte Geisterprojektionen übers Garagentor wimmeln, macht mancher Dorfbewohner beim abendlichen Hundespaziergang einen Umweg vorbei am Halloween-Haus von Maria Cartes und Martin Mohrmann. „Auch viele Eltern kommen mit ihren Kindern her“, berichtet Nachbar Michael Stein – und findet das „ganz toll“. 

Aus Irland nach Amerika

Es gibt aber auch nicht wenige, die finden es, wie St.-Petri-Pastor Jens Blume, „schwierig, dass der Reformationstag so aus dem Bewusstsein verdrängt wird“. Gemeint ist: von Halloween, bei dessen Ausbreitung hierzulande das amerikanische Fernsehen, aber auch die Kommerzialisierung eine wichtige Rolle spielten. Ursprünglich hatten katholische irische Einwanderer den Volksbrauch mit nach Amerika gebracht. 

Gegen die Tristesse des Herbstes

„Happy Halloween“ steht trotzdem groß auf der Haustür von Maria Cartes und Martin Mohrmann. Drei Tage haben sie sich Zeit genommen für die Dekoration und Illumination ihres Heims - wie schon in den fünf, sechs Jahren zuvor. Knochenmänner lugen durchs Küchenfenster, Spinnen weben ihre Fäden, dicke Knoblauchstauden an der Fassade versagen als Geistervertreiber. Und die meisten der Kürbisse in unterschiedlichen Farben und Formaten machen gute Miene dazu. Schließlich kultivieren Sartes und Mohrmann den unblutigen Grusel, um der Tristesse der dunklen Jahreszeit etwas entgegenzusetzen. In ein paar Wochen wird auf Weihnachten umdekoriert.

Ab frühabends illuminiert

„Halloween einschließlich Häuserschmuck haben wir das erste Mal bei unseren Aufenthalten in den USA gesehen, wo wir dann gleich einige animierte Lichtspiele und Puppen im Handgepäck mitgenommen haben“, berichten die beiden. „Und die sind noch immer bei uns im Einsatz. Wenn frühabends die Illumination einsetzt, strömt Luft in Stoffsäcke und bläht sie zu freundlich winkenden Geistern, ein Kürbisdeckel hebt sich, und der Projektor verwirbelt ungruselige Geister. 

„Süßes oder Saures?“

Kein Wunder, dass die Adresse auch am Halloweentag selbst Zulauf hat, wenn Thönses Dorfkinder auf der Jagd nach Süßem („... sonst gibt’s Saures“) kostümiert von Haustür zu Haustür gehen. Martin Mohrmann persönlich findet es „schade, dass manchmal Kinder familienintern vor die Alternative Martinssingen oder Halloween gestellt werden“. Aus seiner Sicht haben beide Feste ihre Bedeutung und sollten auch beide gefeiert werden. „Es geht nicht um einen Geisterkult am Reformationstag, was inhaltlich total kontraproduktiv wäre. Es ist lediglich ein Spiel mit Hell und Dunkel, das etwas Licht in die dunkle Herbstzeit bringt.“

Kinder, die am 31. Oktober bei dem lebensfrohen deutsch-chilenischen Ehepaar klingeln – zuletzt waren es um die 30 - müssen sich allerdings auf was gefasst machen. Soviel verrät Maria Cartes, von Beruf Ärztin in der MHH: „Wir drehen den Spieß um ...“ 

Von Martin Lauber


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  • ... Sitz der Drogeriemarktkette Rossmann
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