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Nachrichten Zuschuss für „Wohn-Zertifikat“ für Flüchtlinge
Region Burgwedel Nachrichten Zuschuss für „Wohn-Zertifikat“ für Flüchtlinge
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00:16 16.12.2017
Otto Krull: „Ich stehe mit meinem Namen für das Zertifikat.“ Quelle: Laura Ebeling
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Burgwedel

  Die Stadt Burgwedel möchte die Chancen „ihrer“ Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt verbessern. Ihr Projekt „Wohn-Zertifikat“ ist eins von 32, die die Region Hannover aus Mitteln des Integrationsfonds „Miteinander – Gemeinsam für Integration“ 2017 insgesamt fördern wird. Dafür hat der Regionsausschuss am Dienstag grünes Licht gegeben. 10.700 Euro hatte Burgwedel beantragt, 5.000 Euro wurden zugesagt. 

Ideengeber des Zertifikats ist Otto Krull, Vorbilder dafür habe es nicht gegeben, sagt der langjährige Flüchtlingssozialarbeiter der Stadt, der die Schwierigkeiten seiner Schützlinge bei der Wohnungssuche nur zu gut kennt. Selbst wenn Stadt-Mitarbeiter bei Vermietern vorstellig würden und offenbarten, dass sie den Wohnraum für einen Flüchtling wollen, nehme das Gespräch häufig plötzlich eine unangenehme Wende, berichtet er. Vorurteile steckten dahinter, bisweilen aber auch schlechte Erfahrungen. Und diese resultierten häufig aus mangelnden Kenntnissen geflüchteter Menschen über hiesige Gepflogenheiten.

Für „Integration 2.0“ raus aus den Unterkünften

 Sie kommen überwiegend aus Syrien, dem Irak und Afghanistan: Die meisten der rund 450 geflüchteten Menschen in Burgwedel leben mittlerweile schon seit zwei Jahren in städtischen Unterkünften, darunter auch in solchen, in denen die Bewohner sich Zimmer, Küche und Sanitäranlagen teilen müssen. Nach der Erstversorgung gehe es nun um „Integration 2.0“, sagt Sozialarbeiter Otto Krull.  Dazu gehöre neben dem Erlernen der deutschen Sprache und einer sinnvollen Tätigkeit –15 der Flüchtlinge seien in Ausbildung, etliche hätten Arbeitsstellen – das Wohnen in selbst angemieteten Wohnräumen. Auch wenn das „Wohn-Zertifikat“ die Aussichten darauf verbessern soll, akquiriert auch die Stadt weiter Wohnungen. Wer damit dienen kann, findet unter der E-Mail-Adresse  flüchtlingsberatung@burgwedel.de den richtigen Ansprechpartner im Rathaus.

Krulls Plan: In praxisnahen Schulungen -  sprich auch vor Ort in Mietwohnungen - sollen Geflüchtete lernen, „wie Wohnungen unter den klimatischen in Deutschland zu bewohnen sind“, so ist es im jetzt bewilligten Zuschussantrag formuliert. Rechte und Pflichten im Mietverhältnis und der Umgang mit den Erwartungen und Vorurteilen von Vermietern stehen außerdem auf dem Lehrplan des acht- bis zehnstündigen Wohn-Trainings für jeweils acht Teilnehmer. Den Part der Wohnungswirtschaft übernimmt als Referentin  eine Großburgwedeler Immobilienmaklerin. Für Themen wie Energiesparen, Mülltrennung und Schimmelvermeidung kommt ein Experte von der Lokalen Agenda 21 aus Hannover. Insgesamt zehn Durchgänge sind geplant.

Bereits am 23. Januar soll das Projekt anlaufen und Flüchtlinge für das Training gezielt angesprochen werden. Am dringlichsten benötigten Personen mit einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz eigene Wohnungen, erklärt Krull. Druck möchte er nicht ausüben. „Bei dem Zertifikat geht es um mehr als einen Schein. Die vermittelten Inhalte sollen auch  100-prozentig verstanden werden. Schließlich ist das Wappen der Stadt drauf und bürge ich auch mit meinem Namen dafür.“

Im Anschluss an die Schulung bekommt jeder Teilnehmende das sogenannte  „Wohn-Zertifikat“, das dann durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt gemacht werden soll, um so die Akzeptanz gegenüber Geflüchteten als Mieter zu erhöhen. 

Von Martin Lauber

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