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Region Burgwedel Nachrichten Mann stirbt bei Wohnungsbrand in Mehrfamilienhaus in Großburgwedel
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15:51 17.03.2019
Feuerwehrkräfte sind bei einem Wohnungsbrand in Großburgwedel im Einsatz. Quelle: Elsner
Großburgwedel

Bei einem schweren Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Straße Im Steinkamp in Großburgwedel ist am Sonntagmorgen ein Mann ums Leben gekommen. Neun weitere Bewohner, darunter vier Kinder, wurden verletzt. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren mit 80 Einsatzkräften vor Ort. Die Brandursache steht noch nicht fest.

Mann liegt leblos auf seinem Balkon

Dichter Rauch dringt am Sonntag um kurz nach 10 Uhr aus der Wohnung im ersten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses. Im zweiten Obergeschoss hat sich bereits eine fünfköpfige Familie auf ihren Balkon gerettet. In der Wohnung im Erdgeschoss ist zu diesem Zeitpunkt niemand zu Hause. Als die Feuerwehr Großburgwedel kurze Zeit später an der Straße Im Steinkamp eintrifft, steht die Wohnung im ersten Obergeschoss im Vollbrand. „Der Flur des Wohnhauses war so stark verraucht, dass wir uns schnell entschlossen haben, auch über den Balkon vorzugehen“, erläutert Stadtbrandmeister Ingo Motl nach Einsatzende. Unter Atemschutz bahnen sich die Einsatzkräfte den Weg zur Brandwohnung. Auf dem hinteren Balkon im ersten Obergeschoss finden die Einsatzkräfte einen leblosen Mann vor, der sofort vom Rettungsdienst reanimiert wird – jedoch erfolglos. Der Mann stirbt noch vor Ort. Weitere neun Bewohner des Hauses, darunter vier Kinder, werden beim Brand leicht verletzt, stehen unter Schock. Die meisten von ihnen bringen Rettungswagen in ein Krankenhaus.

Ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in Großburgwedel hat am Sonntagmorgen einen Toten gefordert. Neun weitere Menschen wurden verletzt.

80 Einsatzkräfte sind vor Ort – Brandursache unklar

Neben den Einsatzkräften aus Großburgwedel sind auch die Feuerwehren aus Kleinburgwedel und Langenhagen im Einsatz. Mit den Helfern von Polizei und Rettungsdienst sind insgesamt 80 Einsatzkräfte vor Ort. Der nahe gelegene Parkplatz eines Supermarktes wird zum Sammelpunkt für mehr als zehn Einsatzfahrzeuge.Während die Burgwedeler das Feuer löschen – „der komplette Eingangsbereich und die Zimmer in der Wohnung standen in Flammen“, sagt Motl – gelingt es den Langenhagenern, über die Drehleiter eine weitere Person aus einem Fenster im zweiten Obergeschoss zu retten. Die fünfköpfige Familie auf dem Balkon an der hinteren Gebäudeseite wird derweil ebenfalls von der Feuerwehr betreut und kann nach circa eineinhalb Stunden, nachdem das Feuer gelöscht und die Räume belüftet sind, über das Treppenhaus sicher das Gebäude verlassen. Nachdem mit Wärmebildkameras die Brandwohnung nach Glutnestern abgesucht ist, übernimmt gegen 12.15 Uhr die Polizei die Einsatzstelle.

Schadenshöhe steht noch nicht fest

Die Brandursache steht noch nicht fest. „Am Montag werden die Brandermittler sich vor Ort umschauen“, teilt ein Sprecher der Polizeidirektion Hannover auf Nachfrage mit. Auch wenn die Feuerwehr mit Druckbelüftern das Sechsfamilienhaus vom Rauch befreit hat: Ein Teil des Hauses zur Zeit nicht bewohnbar. Zur Schadenshöhe liegen noch keine Angaben vor.

Drehleiter aus Langenhagen ist in elf Minuten vor Ort

„Natürlich kocht das Thema Drehleiter bei so einem Einsatz wieder hoch“, sagt Stadtbrandmeister Ingo Motl mit Blick auf die ersten Kommentare bei Facebook, die unter anderem „#burgwedelbrauchteinedrehleiter“ lauteten. Auch an der Einsatzstelle diskutierten schnell Bürger über das Thema. Seit Jahren fordert die Feuerwehr Burgwedel eine eigene Drehleiter mit Blick auf hohe Gebäude wie das Krankenhaus oder Mehrfamilienhäuser im Stadtgebiet. Die Politik hat das bisher abgelehnt. Der Feuerwehrbedarfsplan hatte eine Drehleiter als nicht zwingend notwendig für die Burgwedeler Feuerwehr eingestuft. Tatsächlich war am Sonntag die Drehleiter aus Langenhagen im Einsatz, um die Feuerwehren vor Ort bei der Menschenrettung aus den oberen Etagen zu unterstützen. „Aber es wäre höchst spekulativ zu behaupten, dass eine eigene Drehleiter etwas geändert hätte“, betont Motl. „So eine Aussage würde ich nie treffen.“ Elf Minuten hat die Drehleiter aus Langenhagen laut des dortigen Feuerwehrsprechers Stephan Bommert von der Alarmierung bis zur Ankunft an der Einsatzstelle in Großburgwedel gebraucht. „Man muss zudem wissen, dass die Drehleiter nie allein, sondern stets in Begleitung eines weiteren Löschfahrzeugs ausrückt“, so Bommert weiter. In den elf Minuten waren somit zwölf Einsatzkräfte mit Drehleiter und Löschfahrzeug aus der Flughafenstadt vor Ort.

Weitere Meldungen von Polizei und Feuerwehr finden Sie hier.

Von Carina Bahl

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