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Nachrichten Karin Müller: 60 Bücher in 20 Jahren
Region Burgwedel Nachrichten Karin Müller: 60 Bücher in 20 Jahren
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13:08 29.08.2018
Alle selbst geschrieben - Buchautorin Karin Müller inmitten ihrer zahlreichen selbstverfassten Titel. Auch die Urkunde für den zweiten Platz beim Jugendliteraturpreis hat sie gewonnen - unter dem Pseudonym Robin Lyall. Quelle: Gabriele Gerner
Wettmar

Sie heißen Mira, Ally, Pauline oder Elin. Sie sind mutige Mädchen, lieben Pferde und bestehen Abenteuer. Und sie sind allesamt Heldinnen in den Geschichten von Karin Müller. Seit 20 Jahren schafft es die Autorin aus Wettmar, ihre – vornehmlich weiblichen – Leserinnen zu begeistern. Seit 20 Jahren schreibt sie Kinder- und Jugendbücher, aber auch Romane für junge Erwachsene und Sachbücher.

Wie vielfältig Müllers literarisches Spektrum ist, zeigen ihre aktuellen Neuerscheinungen: Neben dem ersten Band der neuen Kinderbuchreihe „GespensterPONYchaos“ mit dem Titel „Spuk im Stall und überall“ für Kinder ab acht Jahren ist soeben der zweite Band ihrer Jugendbuch-Trilogie „Nordlicht“ für Leser ab 12 Jahren erschienen. „Im Bann der wilden Pferde“ ist eine mythische Geschichte um ein Mädchen, das mit ihrer Mutter nach Island fährt und dort dem Zauber dieses Landes verfällt. Sie entdeckt ihre Liebe zu Islandpferden und vielleicht auch zu einem jungen Isländer und kommt einem unfassbaren Geheimnis auf die Spur. „Die Idee dazu kam mir bei meiner ersten Reise nach Island. Die Mystik dieses Landes mit seinen Elfen und Trollen, der tiefe Glaube der Bevölkerung an die unsichtbaren Wesen und die einzigartige Natur lieferten den Rahmen für die Geschichte.“ Dass Islandpferde eine besondere Rolle in den Büchern spielen, ist nicht verwunderlich: Müller ist selbst eine große Pferdeliebhaberin.

Wenn die Schriftstellerei ihr Zeit dazu lässt, arbeitet die 50-Jährige als Trainerin für Tierkommunikation. „Ich bin keine Tiertrainerin. Ich arbeite mit Menschen“, stellt die staatlich geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie klar. Sie gibt Seminare für Haustierbesitzer, berät zu stressigen Situationen oder wenn jemand um ein verstorbenes Tier trauert.

„Nur wenige können vom Schreiben leben“

Dass Schriftsteller noch einen zweiten Beruf ausüben, sei keine Seltenheit. „Nur wenige können vom Schreiben leben“, erklärt die Autorin. Im Schnitt 60 Cent pro verkauftem Buch landen auf ihrem Konto, so Müller. Trotzdem würde die studierte Kulturwissenschaftlerin ihr Leben um keinen Preis tauschen. „Die Freiheit, eigene Geschichten entwickeln zu dürfen, ist einmalig“, schwärmt sie.

Regelmäßig ab 8.30 Uhr sitzt sie morgens am Laptop und schreibt oft bis in den Abend hinein. „Ich nehme mir eine bestimmte Zeichenzahl vor, die ich pro Tag schreibe. Vorher höre ich nicht auf.“ Mit ihrer Familie, Hündin Terra, zwei Katzen und Hühnern lebt die Schriftstellerin in einem urgemütlichen Haus voller Bücher und schöner Dinge. Nicht selten hören ihre Mitbewohner sie bei der Arbeit kichern oder seufzen. „Ich gehe mit meinen Geschichten richtig mit und muss laut lachen, wenn etwas lustiges passiert, und bin traurig, wenn meinen Figuren etwas Tragisches geschieht.“ Die Arbeit an einem Buch sei ein kräftezehrender Prozess. „Es ist jedes Mal eine kleine Geburt“, so die Autorin.

„Sogar Kinder in China lesen meine Geschichten“

Müller hat als Journalistin begonnen, bei Radio ffn volontiert, bei einer Tageszeitung als Kulturredakteurin gearbeitet. Buchübersetzungen halfen ihr beim Einstieg in die Schriftstellerei. Vor 20 Jahren erschienen dann in zwei verschiedenen Verlagen ihre ersten beiden Bücher parallel: „Der Änderling“ und der regionale Pferdekrimi „In letzter Sekunde“. Danach ging es Schlag auf Schlag. Insgesamt 60 Kinder- und Jugendbücher und Romane für junge Erwachsene hat sie bis heute geschrieben.

 Ihre Geschichten wurden zum Teil ins Tschechische, in Mandarin, ins Spanische und Schwedische übersetzt. „Dass sogar Kinder in China und Peru meine Bücher lesen, ist überwältigend für mich“, freut sie sich. Für das unter dem Pseudonym Robin Lyall verfasste Buch „Unter der Sonne nur wir“ erhielt sie just einen zweiten Platz in einem Jugendliteratur-Wettbewerb. Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die nach Südafrika geht, um in einem Tierschutz-Projekt mitzuarbeiten. Schutz von Tieren, Respekt vor der Natur – das thematisiert sie in ihren Büchern immer wieder.

Was ist für die Autorin Karin Müller das schönste Kompliment? „Wenn mir eine Leserin sagt: Beim Lesen war ich in dieser Höhle, saß auf diesem Pferd, sah das Nordlicht und schwamm in diesem Fluss.’ Da geht mir das Herz auf.“

Von Gabriele Gerner

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