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Region Burgwedel Nachrichten Acht Stellen in städtischen Kitas sind unbesetzt
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00:56 08.03.2018
Zusätzlich zu unbesetzten Stellen verschärft die Grippewelle die Personalnot in den städtischen Kindertagesstätten. Quelle: imago stock&people
Burgwedel

  Wenn 260 Wochenstunden Arbeitskraft fehlen, macht sich das deutlich bemerkbar: Sage und schreibe acht Erzieherstellen sind in den städtischen Kitas in Burgwedel aktuell unbesetzt. Weil zudem die Grippe grassiert, müssen einzelne Gruppen Schlusszeiten vorziehen und applliert die Krippe in Großburgwedel an jene Eltern, die das möglich machen können, ihre Kinder vorübergehend zuhause zu lassen. Jederzeit könne jede Einrichtung von Ausfällen betroffen werden, erklärt Burgwedels Erste Stadträtin Christiane Concilio. „Wir sind mit dem Personalschlüssel an der Kante.“  

Die Personalknappheit ist längst ein Dauersymptom. 2017 hatte sie auch die Nachmittagsbetreuung in den Schulen getroffen - Kleinburgwedel war besonders von Ausfällen betroffen. „Das ist mittlerweile wieder im Lot“, erklärt die zuständige Erste Stadträtin. Aktuell ist die Leitung des Wettmarer Hortes, zuständig auch für die Koordination des Ganztagsbetriebs der Grundschule, vakant. Warum die Stelle nur nach wenigen Monaten schon wieder neu besetzt werden muss, dazu gibt Concilio auf Anfrage keinen Kommentar.  

Grundsätzlich ist die Fluktuation groß – allein schon, weil für Erzieherinnen in Kitas während der gesamten Schwangerschaft ein sogenanntes Beschäftigungsverbot gilt. Und da der Stellenmarkt leer gefegt ist und die Kräfte heftigst umworben sind, muss nicht lange suchen, wer wechseln will. „Auch eine tolle unbefristete Vollzeitstelle ist keine Garantie mehr dafür, dass sich jemand meldet“, diese Erfahrung macht die Stadt Burgwedel, die rund 120 Erzieherinnen und Erzieher beschäftigt und früher mit ihren guten Fortbildungsangeboten und flächendeckenden Drittkräften punkten konnte. 

Ist in Zeiten knappen Personals die Kitaplanung schon erschwert, so habe ihr eine Änderung des Schulgesetzes „die Planungsgrundlage unter den Füßen weggezogen“, sagt Concilio. Eltern in Niedersachsen haben ab sofort mehr Entscheidungsspielraum beim Einschulungstermin ihrer Kinder erhalten. Bislang waren alle Kinder schulpflichtig, die das sechste Lebensjahr bis zum 30. September vollenden. Den Zeitkorridor hat  die neue rot-schwarze Landesregierung ausgeweistet: Jetzt können von Eltern von Kindern, die vom 1. Juli bis 30. September sechs Jahre alt werden, frei entscheiden, ob sie den Einschulungstermin um ein Jahr zu verschieben. 

 Das bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Kommune, denn die betreffenden Jungen und Mädchen bleiben dann ein Jahr länger im Kindergarten, der Platz- und Personal bedarf steigt also tendenziell. „Diese Manövriermasse hatte keiner auf dem Zettel“, sagt denn auch Concilio

Bis zum 1. Mai müssen sich laut neuem Schulgesetz die Eltern erklären, ob sie von ihrer neuen Freiheit Gebrauch machen. Doch für die Stadt, die bereits mitten in der Platzvergabe fürs neue Kita-Jahr steckt, sei das viel zu spät, erklärt die Erste Stadträtin. Für eine höhere Planungssicherheit für Kitas und Grundschulen wünscht sie sich eine frühere Festlegung. Deshalb werde die Verwaltung alle Eltern der Kinder im betreffenden Alter kurzfristig anschreiben, kündigte sie im Schulausschuss an. Ausdrücklich sei damit eine Einladung verbunden, sich in Kitas und Grundschulen über den für das Kind richtigen Einschulungstermin beraten zu lassen. Eltern sollten die Expertise der Fachleute nutzen, riet Concilio im Ausschuss.

Von Martin Lauber

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