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Region Burgwedel Nachrichten Otto Ludwig ist tot
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11:56 18.02.2019
Starb in der vergangenen Woche: Prof. Otto Ludwig ist tot. Quelle: Martin Lauber (Archiv)
Großburgwedel

Otto Ludwig ist tot. Mit ihm starb in der vergangenen Woche einer der großen Kümmerer von Burgwedel. Über Jahrzehnte hinweg engagierte sich der emeritierte Linguistik-Professor bei verschiedenen Projekten und Initiativen und hatte dabei immer ein Ziel vor Augen – denen zu helfen, die Hilfe am Nötigsten brauchten. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben und sein Engagement in Burgwedel.

Und so war es für ihn selbstverständlich, dass er sich persönlich um Khairi Fahad Elyas kümmerte, als dieser vor dem IS-Terror flüchtete und in Großburgwedel strandete. Er half ihm Deutsch zu lernen und nahm ihn schließlich in seinem Haus auf, als der mittlerweile 27-Jährige ein Physikstudium in Hannover aufnahm.

Tiefe Spuren hat Otto Ludwig auch in der SPD hinterlassen. „Auch wenn er in seinen über 47 Jahren Parteimitgliedschaft nie ein Amt bekleidet hat, er war ein Urgestein des Großburgwedeler Ortsverbandes“, sagt Jochen Rödiger, langjähriger Burgwedeler SPD-Chef. Und weiter: „Otto war ein kritischer Geist, ein ganz wichtiger Ideengeber für uns. Gemeinsam mit seiner Frau Renate hat er in der Partei viel bewegt.“

Dieses gemeinsame Engagement mit seiner Frau – sie starb bereits vor vier Jahren – gab es weit über die Parteigrenzen hinaus. Die beiden gehörten zu den Gründern der Burgwedeler Tafel – dem Hilfsprojekt für bedürftige Menschen in der Stadt. Bis vor wenigen Monaten packte Ludwig noch wöchentlich jeden Dienstag selber mit an, fuhr zusammen mit einem anderen Helfer zu den Geschäften, um die dringend benötigten Lebensmittel einzusammeln. „Mit seinem ausgeglichenem und ausgleichendem Wesen war er für uns ein besonders wichtiges Mitglied“, sag Gerd Duckstein, Vorsitzende der Burgwedeler Tafel.

Aber Ludwig engagierte sich noch weit mehr. Er gründete vor über 40 Jahren die Burgwedeler Amnesty-Ortsgruppe, unterstützte den „Eine-Welt-Laden“ und veröffentlichte im Magazin „Treffpunkt“ der Seniorenbegegungsstätte seine beliebte Kolumne „Problemfälle der deutschen Sprache“. „Die war richtig schön geschrieben“, sagt Rödiger und erinnert sich gerne zurück an die Texte des Deutsch-Professors. Nicht nur in der Redaktionsgruppe des Magazins hinterlässt Otto Ludwig ein Lücke. Jetzt kann er sich auch nicht mehr um die Menschen kümmern, die in Burgwedel Hilfe benötigen. Diese Lücke müssen nun andere schließen.

Otto Ludwig wurde 87 Jahre alt. Als er Mitte Januar krank wurde, zog er zu seiner Tochter Heidrun nach Griesheim in der Nähe von Darmstadt. Dort starb er am 13. Februar. Am kommenden Freitag, 22. Februar, wird er in Großburgwedel beigesetzt. Der Trauergottesdienst beginnt um 11 Uhr in St. Petri.

Von Thomas Oberdorfer

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