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Region Burgwedel Nachrichten Duo Hevicke harmonierte in St. Paulus
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13:31 30.07.2018
Violinkonzert in St. Pauluskirche Quelle: Jürgen Zimmer
Burgwedel

Ein Violinkonzert, dazu von einem Duo, in der Kirche St. Paulus in Großburgwedel zu einer ungewöhnlichen Zeit am Sonntagabend, das lässt erstmal aufhorchen. Dabei ist die Erklärung recht simpel. Ein Gemeindemitglied hat eine Schwester in Kiel, die wiederum hat zwei erwachsene Kinder, Patricia Frederike und Raphael Hevicke. Beide sind Geiger und absolvieren zurzeit ihre erste Tournee. Da ist ein Abstecher nach Großburgwedel doch Ehrensache.

Die beiden Orchestermusiker hatten ein anspruchsvolles Konzert zusammengestellt, das vom Barock bis in die Neuzeit, von Jean-Marie Leclair über Philipp Telemann und Max Reger bis zu Graźina Bacewitz, Jan Zdeněk Bartoš und Auguste de Bèriot reichte. Dazu gab es die Eigenkomposition von Raphael Hevicke, die vom Publikum außerordentlich gut aufgenommen wurde. „Wir wollten eine gewisse Kontinuität der Werke für zwei Geigen über die Zeiten aufzeigen”, sagten sie zur Erklärung.

Das wurde zum Beispiel bei der Suite für zwei Violinen der Polin Becewitz (1909-1969) deutlich, die die traditionellen Formen im barocken Gestus Telemanns aufgreift und damit einen Bogen in die Moderne spannt. In sieben Sätzen stehen den sentimentalen Stimmungen der langsamen Sätze ironische Elemente der schnellen gegenüber. Der wenig gespielte Belgier Bériot (1802-1870) schuf mit dem „Duos concertants” op 57 ein Werk, das durch seine Leichtigkeit und die gesangliche Tonsprache begeistert. Ein Sahnestück für die Geschwister, die all ihre technischen und musikalischen Fähigkeiten ausspielen konnten. Ihr Zusammenspiel sei sensationell gut, „wie ein Atem”, sagte eine Besucherin, die es wissen muss, denn sie ist selbst Bratschistin.

Kein Wunder, denn die beiden Hevicke-Geschwister spielen praktisch schon ihr ganzes junges Leben lang zusammen. Noch im Kindergartenalter lernte Raphael, die Geige zu spielen. Und was dem großen Bruder so viel Spaß bereitete, wollte die drei Jahre jüngere Schwester auch machen. Dass sie dabei geblieben sind, ist ein Glücksfall. Als Geigen-Duo werden sie ihren Weg gehen, das scheint sicher. Denn sie müssen sich nicht aufeinander einspielen, sie sind eins. Alle, die beim Konzert nicht dabei waren, haben eine wunderbar harmonische Darbietung von hervorragender Qualität des Duo Hevicke versäumt.

Von Jürgen Zimmer

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