Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Erzieher-Azubis sollen Gehalt bekommen
Region Burgwedel Nachrichten Erzieher-Azubis sollen Gehalt bekommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 27.09.2018
Jan-Philip Sinner ist angehender sozialpädagischer Assistent, die Ausbildung hat er im August am Pestalozzi-Erzieherseminar begonnen. Zur Ausbildung gehören zwei Praxistage, die er in der Kita in Wettmar absolviert. Mit dem staatlichen Examen als Sozialassisten wäre er in zwei Jahren ein potenzieller Kandidat für die neue duale Erzieherausbildung. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Burgwedel

Was ist attraktiver? 1300 Euro und mehr im Monat verdienen oder Schulgeld abliefern? Im Kampf gegen den chronischen Erziehermangel wappnet die Stadt Burgwedel sich jetzt mit bezahlten Auzubi-Stellen für den dringend in den Kitas benötigten Fachkräftenachwuchs. Schon während der Ausbildung soll Gehalt gezahlt und obendrein auch das Schulgeld übernommen werden. Vier Stellen werden für 2019 ausgeschrieben – als Pilotprojekt, um erste Erfahrungen zu sammeln. Bis 2021 soll dann in jeder der 12 Krippen, Kindergärten und Horte im Burgwedeler Stadtgebiet je eine Stelle für sozialpädagogische Assistenten eingerichtet werden, die zwei Jahre lang berufsbegleitend an einer Fachschule wie dem Pestalozzi-Seminar zu Erziehern ausgebildet werden.

Diesem Vorstoß der Stadtverwaltung haben Jugend- und Verwaltungsausschuss jetzt einmütig zugestimmt. Um zu verstehen warum, genügt ein Blick auf die Stellenanzeigen auf der Homepage der Stadt Burgwedel. Seit Jahren sind zahlreiche Stellen in den Burgwedeler Kitas vakant. Gute Absolventen und Absolventinnen von den Erzieherschulen zu gewinnen und dann auch zu halten, wird immer schwieriger. Die Bewerberzahlen sind bei steigendem Bedarf in den Tagesstätten sogar rückläufig. Da kommt das Alleinstellungsmerkmal der bezahlten dualen Ausbildung, wie sie in den meisten anderen Berufen üblich ist, gerade recht.

Während sich der Landesgesetzgeber mit einer Umstrukturierung der Ausbildung in Richtung Dualisierung aber noch beschäftigt, werden in Burgwedel nun Tatsachen geschaffen, um, wie Bürgermeister Axel Düker meint, den Beruf insgesamt „deutlich aufzuwerten“. Die Kommune hofft, dass durch die Erzieherausbildung im Betrieb Stadt Burgwedel auch schon frühzeitig Bindungen der Dienststelle zu zukünftigen Erziehern und Erzieherinnen aufgebaut werden können. „Die Auszubildenden sollen durch die Übernahme der Ausbildungskosten an die Stadt Burgwedel als Arbeitgeber gebunden werden“, so heißt es in der Vorlage, der die zuständigen politischen Gremien zugestimmt haben. Und weiter: „Eine Bindungsdauer erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Regelungen durch eine Rückzahlungsvereinbarung.“

Alle neuen Stellen für die künftige berufsbegleitende Ausbildung von staatlich anerkannten Sozialassistenten sollen zusätzlich eingerichtet werden. Davon soll einerseits die jeweilige Kita profitieren, in der die Erzieher-Azubis drei Praxistage wöchentlich verbringen werden. Andererseits verbessere die erhoffte entspanntere Personalsitution die Voraussetzungen für eine gründliche Ausbildung an der Einsatzstelle, sagte Erste Stadträtin Christiane Concilio auf Anfrage. Die bisher in Burgwedeler Kitas beschäftigten Sozialassistenten bekleiden reguläre Stellen – wenn sie sich zum Erzieher weiterbilden wollen, fehlen sie ihrer Einrichtung an zwei Schultagen pro Woche.

Geplant ist, die je vier Stellen für die Jahre 2019, 2020, 2021 im Umfang von 25,5 Stunden pro Woche zu schaffen. Für die Stadt belaufen sich dafür die Personalkosten auf jährlich 120.534,65 Euro, dazu kommen Kosten für Schulgeld und Sachmittel in Höhe von 15.620 Euro pro Jahr.

Von Martin Lauber

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Nachrichten Wedemark/Burgwedel/Isernhagen/Langenhagen - Feuerwehr aus dem Norden rückt nach Meppen aus

Gut 50 Feuerwehrleute aus Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen und der Wedemark sind am Montag nach Meppen abgerückt. Die Ehrenamtlichen sollen bei dem Moorbrand die Wasserversorgung sicherstellen.

24.09.2018

Das Interkulturelle Miteinander (IKM) verliert zum Monatsende sein Domizil an der Von-Alten-Straße. Auf kleiner Flamme will das Team aber weiter Begegnungen ermöglichen.

24.09.2018

Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang werden Eichen und Kastanien ihre Früchte en gros ab. Auf Bürgersteigen, warnt Großburgwedels Ortsbürgermeister, können die Eicheln Senioren gefährden.

23.09.2018