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Region Burgwedel Nachrichten Amtsgericht verurteilt Ex-Barbetreiber
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12:03 27.08.2018
Das Amtsgericht hat einen 30-Jährigen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Quelle: Symbolbild (dpa)
Großburgwedel

Ein Tritt gegen die Brust seines Widersachers und ein weggerissenes Handy haben einen 30 Jahre alten Mann jetzt auf die Anklagebank des Schöffengerichts Burgwedel gebracht. Der Vorwurf des Raubes, der mit einer Mindeststrafe von einem Jahr belegt ist, ließ sich im Gerichtssaal jedoch nicht halten. Letztlich verurteilte das Amtsgericht den ehemaligen Betreiber einer Bar in Burgwedel zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, verbunden mit 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Wochenlang schikaniert

Der Vorfall im Februar hatte laut des Opfers eine längere Vorgeschichte gehabt. Wochenlang habe der damalige Barbetreiber die Nachbarschaft des Nachts mit lauter Musik schikaniert. In der Tatnacht hatte der 48 Jahre alte Mann, der samt seiner Ehefrau für die Zeugenaussagen im Prozess extra von seinem neuen Wohnort in der Schweiz angereist war, dann zum Hörer gegriffen und die Polizei alarmiert. Er selbst hatte damals am nächsten Morgen früh aufstehen müssen, angesichts des Lärms aber noch kein Auge zugemacht.

Zwei Beamte kamen und ermahnten den Barbetreiber, die Musik leiser zu drehen. Als die Ordnungshüter wenige Minuten später wieder weggefahren waren, hämmerte der Angeklagte dann an Fenster und Tür der Erdgeschosswohnung, in der zu diesem Zeitpunkt der 48-Jährige und seiner Frau wohnten. „Mein Mandant hat den Kopf verloren. Er war erzürnt, fühlte sich denunziert“, versuchte der Strafverteidiger dieses Verhalten zu erklären.

Tritt gegen den Brustkorb

Der 48-Jährige ahnte, dass die Situation eskalieren könnte: Er zückte deshalb vor dem Öffnen der Haustür sein Handy und begann zu filmen. „Er hat mich sofort angeschrien, warum ich die Polizei gerufen habe“, sagte der Zeuge aus. Er selbst habe versucht, die Tür wieder zu schließen, doch der Jüngere habe sie mit dem Fuß blockiert. Und dann habe der Angreifer das Handy gesehen und es ihm entreißen wollen. Seiner Forderung Nachdruck verlieh der 30-Jährige durch einen offenbar wohl platzierten Fußtritt gegen den Brustkorb. Er habe sogar einige Wochen später noch starke Schmerzen gehabt, so der Zeuge.

Entschuldigung kommt zu spät

Schmerzensgeld wollte er dennoch nicht. Die 200 Euro, die ihm der geständige Angeklagte über seinen Strafverteidiger im Gerichtssaal anbot, akzeptierte er als Anzahlung auf das doppelt so teure Handy, das nicht wieder aufgetaucht ist. Nicht akzeptieren wollte der 48-Jährige hingegen die Entschuldigung seines Widersachers – schließlich habe dieser dafür sechs Monate Zeit gehabt, „doch da kam nichts“.

Es blieb die Frage, wie das Geschehen juristisch zu bewerten ist, und da war sich die Staatsanwältin mit Richter Michael Siebrecht einig: Für ein Raubdelikt fehlte die Absicht, sich das erbeutete Handy anzueignen – der 30-Jährige hatte es eigenen Angaben nach zerstört, um den Beweisfilm zu vernichten. Letztlich verurteilte Siebrecht den mittlerweile arbeitslosen Mann wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu vier Monaten auf Bewährung, womit dieser glimpflicher davonkam.

Die Geldstrafe, für die der Strafverteidiger plädiert hatte, kam für die Anklagevertreterin und den Richter nicht in Frage, denn der 30-Jährige ist bereits mehrfach einschlägig vorbestraft. „Das ist ein Warnschuss vor den Bug. Die Zeit der Geldstrafen ist für Sie vorbei“, gab Siebrecht dem frisch Verurteilten mit auf den Weg. Beim nächsten Mal gebe es dann eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung. „Und wenn Sie sich nicht bewähren, dann geht es auch ins Gefängnis.“

Von Frank Walter

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