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Region Burgwedel Nachrichten Die Marschroute fürs Gymnasium steht
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00:37 17.06.2018
Beim Gymnasium ändert sich einiges: Als erstes sollen die Sporthallentrakte F und G abgerissen werden, an ihrer Stelle entsteht ein neuer Klassentrakt für die Jahrgänge 5 bis 10. Die Aula (H) wird saniert, während im Trakt A die Naturwissehaften gebündelt werden. In der Mitte (B/E) bekommen die Verwaltung ebenerdig und die Oberstufe in den beiden Obergeschossen mehr Platz, bevor ganz zum Schluss die Trakte C und D dem Bagger zum Opfer fallen. Zur Brügge (Archiv) Quelle: zur Brügge (Archiv)
Großburgwedel

Burgwedels Kommunalpolitiker haben die Marschroute abgesteckt, wie das Gymnasium Großburgwedel für grob geschätzte 29,5 Millionen Euro für die Zukunft fit gemacht werden soll. Bis das Gebäude aus den Sechzigern, wenn alles planmäßig läuft, zum Schuljahresbeginn 2023/24 durchsaniert, umstrukturiert und um einen neuen Klassentrakt für die Jahrgänge 5 bis 10 erweitert sein wird, wird mehr als ein halbes Schülerleben verstreichen. Gleichwohl gab es am Mittwochabend in einer gemeinsamen Sitzung von Schulausschuss und Bau-, Planungs- und Umweltausschuss außer Ja-Stimmen nur eine Enthaltung des Vertreters des Stadtelternrates – wegen der „Unwägbarkeiten“ gegenüber einem Neubau.

Sanierung: Alt-Gebäude braucht bessere Noten

Die auf Immobilien spezialisierte Beratungsfirma Drees & Sommer hatte im April den Zustand des Bestandsgebäudes inspiziert und es in einer Sechser-Matrix mit den Schulnoten 4 (“normaler Sanierungsbedarf“) und 5 (Aula, Verwaltung und Sporthallen seien in „wesentlich schlechterem baulichen Allgemeinzustand“ als der Rest) bewertet. Sie empfiehlt, 6000 Quadratmeter im Bestand durch Sanierung auf die Note „2“ zu bringen und jeweils 4000 Quadratmeter abzureißen und neu zu bauen (Variante II). Eine reine Sanierung ohne Erweiterung hätte 25 Millionen Euro (Variante I) gekostet, ein Komplett-Neubau rund 36 Millionen Euro (Variante III).

Zuerst der neue Klassentrakt

Variante II von Drees & Sommer zielt darauf ab, dass die Schüler durch die Bautätigkeit wenig beeinträchtigt und eine Unterbringungen in Containern möglichst überflüssig werden. Erster Schritt ist der Abbruch des Sporttraktes ab August nächsten Jahres. Für eine konkrete Bauplanung hat die Stadt bis spätestens Frühjahr 2020 Zeit, denn dann sollen an Stelle der Sporthallen in einem zweigeschossigen Trakt neue Unterrichtsräume für die Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) hochgezogen werden. Und zwar genau so, wie die Schule sich das in ihrem pädagogischen Konzept gewünscht hat: mit 78 Quadratmeter großen Klassenräumen und einer „Homebase“ für jeden Jahrgang, die auch als Differenzierungsraum genutzt werden kann, sowie mit zwei Innenhöfen. Dieser neue barrierefreie Trakt soll ab Sommer 2021 zur Verfügung stehen. Simultan könnten die Sporthallen ersetzt werden, das Schulgelände biete dafür verschiedene Optionen, so Drees & Sommer.

Schritt für Schritt

Die Trakte C und D, die durch den Umzug der Schüler der Sekundarstufe I in den Neubau frei werden, sollen während des Rests der Bauzeit der Oberstufe als Ausweichquartier dienen. Von August 2021 bis August 2022 ist laut „Rahmenterminplan“ zunächst vorgesehen, alle naturwissenschaftlichen Räume im A-Trakt zu bündeln. Im selben Zeitfenster sollen auch die Aula und im Souterrain der musische Bereich saniert und erweitert werden. Erst im Anschluss daran kommt ab September 2022 der Mitteltrakt an die Reihe: Verwaltung und Lehrerarbeitsplätze sollen im Erdgeschoss deutlich mehr Raum erhalten. In den beiden Obergeschossen soll die Oberstufe zum Schuljahresbeginn 2023/24 nicht nur sanierte Unterrichtsräume, sondern auch eine eigene Bibliothek und Mediathek sowie Einzel- und Gruppenarbeitsplätze vorfinden. Bis zum Jahresende 2023 sollen dann die nicht mehr benötigten Trakte C und D abgerissen werden. „Eine Herausforderung für die Schulgemeinschaft“ nannte diese „ein halbes Schülerleben“ lang andauernde Belastung der kommissarische Schulleiter Matthias Heßbrüggen. Dass die „kreative Lösung“ das pädagogische Konzept ermögliche, sei aber das Entscheidende.

Müller: „Für diese Lösung haben wir gekämpft“

Für CDU und FDP hob Gruppenvorsitzender Sebastian Müller hervor, dass es sich gelohnt habe, gegen heftige Kritik die ersten Pläne noch einmal zu hinterfragen. Dank des neuen Konzepts von Drees & Sommer werde das Gymnasium seinen Wiedererkennungswert und Burgwedel mit der Aula seine größte Versammlungsstätte behalten. Müller: „Für diese Lösung haben wir gekämpft.“ Für die SPD lobte Stephan Nikolaus-Bredemeier die Arbeit der Fachleute. Mit der Entscheidung für Variante II habe sich die Gruppe SPD/WEB/Die Partei aber nicht leicht getan - wegen der langen Bauzeit und möglicher Kostensteigerungen. “Wir werden uns noch in die Augen schauen und über Mehrkosten reden müssen“, sagte auch Rena Walther von Drees & Sommer. Heinz Visel (Grüne) fand es wichtig, den Bürgern zu zeigen, dass Erhaltenswertes auch erhalten werde. Bürgermeister Axel Düker (SPD) sagte, auf lange Sicht wäre ein Neubau zwar günstiger, die Debatte sei aber sinnvoll gewesen. Viele Nebenflächen, die das Bestandsgebäude biete, und vor allem die Aula wären in einem Neubau nicht zu ersetzen gewesen. Deshalb, so Düker „wäre ein Abriss falsch gewesen“.

Seit fast vier Jahren wird beraten

Vom Schuljahr 2021/22 an werden am Gymnasium Großburgwedel nach dem Abgang des letzten G-8-Jahrgangs wieder durchgängig neun Jahrgänge unterrichtet – einer mehr also als zurzeit, für den dann Unterrichtsräume benötigt werden. Seit Juli 2014 wird über Erweiterungsmöglichkeiten beraten, ist an einem pädagogischen Konzept gefeilt worden. Eine Achterbahnfahrt, denn laut erster Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016 galt ein Neubau für damals geschätzte Investitionskosten von 36 Millionen Euro als wirtschaftlichste Lösung. Entsprechend erhielt die Verwaltung im Mai 2017 vom Schulausschuss den Auftrag, einen Komplett-Neubau weiter zu planen. Doch kurz später warf die CDU-/FDP-Gruppe mit Unterstützung der Unabhängigen das Ruder herum – nicht nur wegen mutmaßlicher Unstimmigkeiten in der Wirtschaftlichkeitsberechnung: Der Bestand müsse genauer untersucht, Brauchbares solle möglichst erhalten werden. Das hat Drees & Sommer zwischenzeitlich untersucht, das Unternehmen berät seit Jahresbeginn 2018 die Stadt. Das am Mittwoch vorgestellte Konzept liegt ganz auf der Linie der Mehrheitsgruppe.

Von Martin Lauber

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