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Sven Harder überreicht Diana Bade einen Sixpack "Burgwedeler Hell"

Sven Harder überreicht Diana Bade einen Sixpack "Burgwedeler Hell"
© Martin Lauber

Großburgwedel

Als hätte Burgwedel aufs lokale Bier gewartet 

Sven Harder ist dabei, sich den Traum von der eigenen „Brauerei Burgwedel“ zu erfüllen. Mitbürger sind begeistert über das lokale Produkt, das möglicherweise auch auf dem Landmarkt ausgeschenkt wird.

Großburgwedel.  Es ist nicht unbedingt das klassische Weihnachtsgeschenk. Dass trotzdem unter manchem Burgwedeler Christbaum Bier-Sixpacks stehen werden, daran sind Sven Jan-Hendryk Harder und seine neue „Brauerei Burgwedel“ schuld, deren zünftiges Logo die Etiketten nostalgischer Flaschen mit Bügelverschluss ziert. Als hätten die Burgwedeler 114 Jahren nach Schließung der einst am Amtshof ansässigen historischen Brauerei auf lokales Bier nur gewartet: Die Nachfrage nach „Burgwedeler Hell“ war beim ersten Wochenmarkt-Auftritt am Donnerstag so schwunghaft, dass Harder in der Nacht zum Freitag nachbrauen musste. 

Burgdorfer Kollegen helfen

Noch befindet sich alles im Aufbau. Den idealen Standort für sein junges Unternehmen - zentral in seinem Heimatort Großburgwedel mit Parkplätzen vor der Tür – hat der Diplom-Braumeister (und gelernte Koch) im  ehemaligen Fortmüller-Schlachthof gefunden. Dass die beiden 1000-Liter-Tanks, die er gebraucht eingekauft hat, dort nicht durch die Kühlraumtür passen – sei’s drum. „Die Reise nach Bayern war trotzdem schön“, nimmt es der 29-Jährige locker. Solange die Baugenehmigung für die Produktionsstätte im Mitteldorf noch aussteht,  produziert er sowieso noch – natürlich nach seinen eigenen Rezepturen – in der befreundeten Brauerei Burgdorf, die ebenfalls die alte Brautradition wieder aufleben lässt.

Lokales Produkt ist hochwillkommen

Per Facebook hatte Harder für seine erste Wochenmarkt-Präsenz an diesem Donnerstag getrommelt – und nach knapp zwei Stunden waren  250 Liter „Burgwedeler Hell“ ausverkauft. Das Echo war geradezu begeistert. Die Großburgwedelerin Diana Bade griff zu, weil sie die lokale Initiative unterstützen wolle. Aber als Ernährungsberaterin und Ehefrau eines Lebesmitteltechnikers ist sie auch gespannt auf das nur mit Wasser, Hopfen, Malz und Hefe gebräute Produkt selbst. Nicht minder neugierig ist die pensionierte Lehrerin Elke Hackelberg – aus zwei Gründen. Erstens war Sven einmal ihr Schüler, und dann braut ihr Ehemann selbst in Fuhrberg für den Eigenbedarf.

Siegfried Tschacher aus Thönse nimmt einen Probeschluck, dann steht sein Urteil fest: „Für mich genau die richtige Würze“. Thomas Paetzel ist von seinem 19-jährigen Sohn und Facebook-User vorgeschickt worden: „Er möchte es mal probieren.“ Und Christoph Cuhls-Ackenhausen nimmt einen Sixpack ebenfalls für den Junior mit. „Wenn es schmeckt“, kündigte der Arzt an, „werden wir es regelmäßig kaufen“.

Der neue Braumeister knüpft an alte Zeiten an

Kommenden Donnerstag will Sven Harder die Markteneinführung auf dem Großburgwedeler Wochenmarkt fortsetzen. Der 29-Jährige hofft auf eine Reisegewerbekarte, damit er künftig auf dem Landmarkt auf dem Domfrontplatz sein ausschänken kann.  Wachsen soll die Brauerei –aber bitte schön langsam und organisch. Verkauft wird der Gerstensaft einstweilen jeden Freitag von 10 bis 18 Uhr an der Feldstraße 3.  Wenn die Räume im Mitteldorf genehmigt und renoviert sein werden,  wird es neben der hellen auch eine dunkle Sorte mit  malziger Karamelnote sowie eine Reihe wohlklingender  Saisionbiere geben – alle natürlich mit dem Namensattribut „Burgwedeler“. 

Denn etwas Heimatliches war es schließlich, das seine Leidenschaft fürs Bierbrauen geweckt hatte  – anno 2005, als er noch Koch-Lehrling im Hotel Kokenhof war.  Beim Umgraben des Gartens war  er damals auf eine zerbrochene Bierflasche gestoßen, auf der zu lesen war: „Bierhandlung Burgwedel“.  Bei Recherchen stieß er auf die einstige Brauerei am Amtshof, die 1903 geschlossen wurde – wohl mit dem Tod des letzten Braumeisters Bartels. Nach  der Ausbildung zum Brauer und Mälzer plus Studium kann er an die alte Tradition anknüpfen. Auf dem Flyer seines Start-Up-Unternehmens steht es gro?. „Das bin ich, der neue Burgwedeler Braumeister.“ 

 

Von Martin Lauber


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Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
  • ... Sitz der Drogeriemarktkette Rossmann
  • ... Geburtsort von Schauspielerin Bettina Zimmermann
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