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Landgericht Hildesheim

Das Landgericht Hildesheim.

Burgwedel-Wettmar

13 Jahre Haft wegen Raubmords

Erst gefoltert und dann umgebracht: Das Landgericht Hildesheim hat den 30-jährigen Ingo B. aus Burgwedel-Wettmar wegen Raubmordes zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Die Schwurgerichtskammer sah es im Revisionsverfahren als erwiesen an, dass der Angeklagte am Gründonnerstag 2005 den vermögenden Rentner Horst B. erst gefoltert und dann umgebracht hat. Der mit mehr als 30 000 Euro verschuldete Junggeselle habe über seine Verhältnisse gelebt, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl. Als B. keinen Ausweg aus seiner Finanzmisere sah, habe er sich entschlossen, den Vater seines Freundes und ehemaligen Klassenkameraden auszurauben. Weil das Opfer trotz massiver Gewalt seine Geldverstecke im Haus nicht preisgab, musste es nach Ansicht der Kammer sterben. Maskiert und mit Knüppel, Messer und Kabelbinder ausgestattet, soll B. den Rentner vor der Haustür abgefangen und in die Küche gezerrt haben. Mehrfach schlug er mit dem Knüppel auf ihn ein. „Es lief aber nicht so, wie er es erwartete“, vermutet der Richter. Weil der 63-Jährige standhaft die Auskunft verweigerte, folterte B. den gefesselten Rentner rund 45 Minuten. Zuletzt zog er ihm eine Plastiktüte über den Kopf.

Als eindeutiger Schuldbeweis dienten dem Gericht die DNA-Spuren des Angeklagten an Nägeln und Kleidung des Opfers. Pohl bedauerte, dass er den Mord nicht mit lebenslanger Haft ahnden könne. Die Staatsanwaltschaft hatte es nach dem ersten Urteil vor dem Landgericht Hannover, vor dem B. vor rund einem Jahr zu 13 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt wurde, versäumt, ebenso wie der Angeklagte Revision einzulegen. Dadurch war das Höchststrafmaß vorgegeben. „Sie haben großes Glück. Wenn das Verfahren von vornherein hier gelaufen wäre, wäre es anders ausgegangen“, äußerte Pohl selbstbewusst. Verteidiger Jörn Mätzing will erneut Revision beantragen: Ingo B. bestreitet bis heute die Tat. Die Kammer ging auch dem Grund für die Revision nach – und konnte ihn ausräumen. Es gebe keinen Hinweis auf einen weiteren Täter. Die bislang ungeklärten Schuhabdrücke im Haus des Rentners stammten nach Expertenmeinung wahrscheinlich von Ingo B.

von Mirko Voltmer


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