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Nachrichten Streetworker arbeiten als Tandem
Region Burgdorf Nachrichten Streetworker arbeiten als Tandem
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00:18 11.02.2018
Sie beiden Streetworker Nathalie Bernert und Halit Özden bieten im Keller des IGS-Altbaus eine feste Anlaufstelle. Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf

 Immer wieder geschieht es, dass Jugendliche daheim ausbüxen und auf der Straße landen. Die Stadt versucht, solchen sozial gestrandeten jungen Menschen mit der Mobilen Jugendhilfe eine Unterstützung angedeihen zu lassen. Zwei Streetworker kümmern sich in Burgdorf aktuell um annähernd 20 dieser Jugendlichen.

Wie sie ihre Arbeit versehen und das von der Stadt erst im Sommer vergangenen Jahr überarbeitete Konzept zur Mobilen Jugendhilfe in der Praxis umsetzen, bericheteten die beiden Sozialarbeiter Nathalie Bernert und Halit Özden in der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Jugendhilfeangelegenheiten den Kommunalpolitikern. „Unsere Tätigkeit basiert auf Vertrauen“, beschrieb Özden sein wichtigstes Handwerkszeug. Das gelte es zu gewinnen, um überhaupt einen Draht zu den Jugendlichen zu bekommen. Und zwar nicht nur zu sogenenten Problemkindern –und heranwachsenden. Die beiden wollen für alle jungen Menschen Ansprechpartner sein.

Bernert und Özden arbeiten als Tandem –  sie mit 30 Wochenstunden angestellt bei der Stadt, er mit 19,5 Wochenstunden beim Kinderschutzbund, mit dem die Stadt einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen hat. Die Kunden der beiden Sozialarbeiter sind 20 junge Menschen, 16 bis 28 jahre alt. In der Mehrzahl sind das junge Männer. Auch sieben Mädchen und junge Frauen sind darunter. Ihnen böten sie Hilfe an, wenn diese Probleme hätten in der Bewältigung ihres Alltags, mit Eltern und Freunden. Sie gäben ihnen somit Halt, sagten Bernert und Özden. Konfliktgespräche machten einen bedeutenden Anteil ihres Arbeitsaufwands aus. Auch sinnstiftende Angebote zur Freizeitgestaltung machten sie – beispielsweise eine Wandmalerei-Aktion im vergangenen Jahr und im nächsten Sommer eine Aktion zur Schulhofgestaltung.

Im Keller des IGS-Altbaus können sich junge Menschen in den Räumen der Mobilen Jugendhilfe treffen, zudem klönen und spielen . Quelle: Joachim Dege

In der ehemaligen „Oase“ in den Kellerräumen des Altbaus auf dem IGS-Schulhof an der Straße Vor dem Celler Tor bietet das Tandem Bernert/Özden eine Anlaustelle. Dort beraten die Streetworker Jugendliche zu festgelegten Zeiten.

Die Räume der Mobilen Jugendhilfe sind im Keller des IGS-Altbaus. Die Streetworker bieten dort zu festen Zeiten Beratung an. Quelle: Joachim Dege

Den Rest ihrer Arbeitszeit gestalten sie individuell, indem sie auf Jugendgruppen zugehen. So etwa auf eine von Anwohnern als Störenfriede wahrgenommene Clique vom Platz Am Wall. Dort hätten sie auch drei 18 Jahre alte Obdachlose angetroffen und für einzelne den Kontakt zur Drogenberatungsstelle in Lehrte hergestellt. Auch die Tageswohnung an der Mühlenstraße steuern Bernert und Özden regelmäßig an, um mit jungen Menschen dort ins Gespräch zu kommen und ihre Hilfe anzubieten.

Die Arbeit trage bereits erste Früchte, berichteten die Streeworker. So gelänge es ihnen bisweilen, positiv auf das Sozialverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzuwirken, Schlafmöglichkeiten für auf der Straße lebende junge Menschen zu organisieren sowie zwischen Eltern und Jugendlichen zu vermitteln.

Dafür setzte es im Ratsausschuss Lob. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass Sie an die Jugendlichen herankommen, die nicht in die Häuser der Jugend kommen und sonst durchs Netz fallen“, formulierte die Sozialdemokratin Birgit Meinig ihre Wertschätzung. Ausschussvorsitzende Christiane Gersemann (SPD) sprach von einer „wertvollen Arbeit für unsere Stadt“.

Die Streetworker von Stadt und Kinderschutzbund sind mobil erreichbar unter den Rufnummern (0151) 51162872 und (0175) 4390233. Die Räume im Keller des IGS-Altbaus sind dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Joachim Dege

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