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Begeistert sich und andere fürs Segeln: Oliver Tschimke.

Begeistert sich und andere fürs Segeln: Oliver Tschimke.
© Tschimpke

Gehrden

"Segeln ist eine Lebenseinstellung"

Tipps fürs Chartern, Infos über Sicherheit an Bord, Fachsimpeln über tolle Törns: Darum geht es beim Seglertreff Region Hannover, bei dem sich auch Oliver Tschimpke engagiert.

Gehrden. Als Zentrum des Segelsports gilt Gehrden nicht wirklich, und doch gibt es Menschen in der Stadt, die sich intensiv für die Sportart einsetzen – und andere dafür begeistern. Zu ihnen gehört Oliver Tschimpke, der im Sommer als Segellehrer am Maschsee arbeitet und im Winter den Seglertreff unterstützt. 

Der Weg zum Segelsport führte bei dem Gehrdener, im Gegensatz zu vielen anderen, nicht über die Familie, sondern zunächst über das Skilaufen. „Dort haben mich Freunde überredet, zum Surfen mitzukommen“, sagt Tschimpke im Rückblick auf gut 20 Jahre. Surfen – ein Modesport? Das wiederum konnte er sich für sich nicht vorstellen, bis er schließlich im Salzhaff bei der Insel Poel trainierte und den Sport für sich entdeckte. „Dann war der Weg zum Segeln nicht mehr weit“, sagt er und bezieht das unter anderem auf Kenntnisse über Wind- und Wetterverhältnisse.

Die Theorie für den Segel-Binnenschein bedeutete keine Herausforderung, den praktischen Teil absolvierte Tschimpke an der Yachtschule auf dem Maschsee. Nur wenige Jahre später, zur Jahrtausendwende, reichte ihm das Segeln auf Binnengewässern nicht mehr. Innerhalb kurzer Zeit bestand der Gehrdener bei einem Törn rund um Rügen erst den Segelschein See (SKS), der das Chartern von Booten auf der Ostsee oder dem Mittelmeer ermöglicht, dann jene Qualifizierungen wie SSS oder SHS.

Aus dieser Ausbildung heraus wechselte Tschimpke, im Hauptberuf Geschäftsführer eines Ingenieur-Planungsbüros, die Rolle: Seitdem unterrichtet er selbst Neueinsteiger auf dem Maschsee. Ausbildungsfahrten oder Skippertrainings bestimmen inzwischen seine Urlaubsplanung – und viele Gespräche über das Segeln. „Wenn ich das erzähle, dann bin ich immer wieder erstaunt, wie viele Menschen, auch in Gehrden, entweder schon einmal gesegelt sind oder den Einstieg in den Sport planen“, sagt der 44-Jährige, für den Segeln kein reiner Sport, sondern eine Lebenseinstellung ist. „Wer segelt, muss akzeptieren, dass er bestimmte Gegebenheiten wie eine Flaute oder schlechtes Wetter nicht ändern kann.“ Lernen, damit umzugehen, helfe im Alltag, sowohl dem privaten als auch dem beruflichen.

Gerade weil er in den vergangenen Jahren erlebt hat, wie wichtig Vernetzung auch unter Seglern ist, engagiert sich Tschimpke seit geraumer Zeit beim Seglertreff Region Hannover. „Das ist kein Verein, sondern eine Gemeinschaft mit einem großen Wissen, das alle teilen wollen“, sagt er. Ob die Frage nach notwendigen Versicherungen für eine gecharterte Yacht, ein Bericht über das Leben auf einem Boot in Bremen oder Reiseschilderungen: „Aus allem ergeben sich spannende Diskussionen, in die sich jeder einbringen kann.“ Aus diesem Grund will er den Treff auch für andere Menschen in der Region bekannter machen. „Jeder kann seine Fragen stellen und darauf setzen, dass andere mit ihrem Wissen helfen“, sagt Tschimpke. 

Von Antje Bismark


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