Navigation:
Kurz hinter der Fußgängerampel Mönkeburgstraße benutzen viele Autofahrer den Schutzstreifen.

Kurz hinter der Fußgängerampel Mönkeburgstraße benutzen viele Autofahrer den Schutzstreifen.© Elena Everding

Burgdorf

Schutzstreifen überfordert Autofahrer

Seit wenigen Tagen hat die Schillerslager Straße (B 443) in Burgdorf stadtauswärts zwischen der Kreuzung Mönkeburgstraße und dem Kreisel am Burgdorf Carreé einen Radschutzstreifen. Nun gibt es Beschwerden, dass das Überfahren der Markierungen mit dem Auto zu erheblichem Lärm führt.

Schillerslage. Als Mario Gawlik zum ersten Mal die Schillerslager Straße mit dem neu angebrachten Radschutzstreifen befuhr, wunderte er sich über den Geräuschepegel. "Das Überfahren der Piktogramme und das direkte Fahren auf der Linie des Schutzstreifens ist sehr laut", stellte der stellvertretende Ortsbürgermeister von Schillerslage fest. Er befürchtet, dass dies nun eine Lärmbelästigung für die Anwohner bedeutet.

Für Gawlik wäre eine mögliche Lösung, die Piktogramme abschleifen zu lassen. In jedem Fall fordert er von der verantwortlichen Behörde, diese zu prüfen und dann eventuell Nachbesserungen zu unternehmen. So geschehen in Ehlershausen im vergangenen Jahr. Dort hatten sich Anwohner beschwert, dass die Piktogramme des Radschutzstreifens zu laut seien - so wurden diese tatsächlich abgeschliffen.

Doch nicht nur die Lautstärke stört Gawlik, sondern auch die verringerte Breite der Fahrbahn. "Autos, Busse und LKW dürfen im Regelfall den Schutzstreifen nicht überfahren. Anderen Fahrzeugen dürfen sie im Ausnahmefall auf einem Schutzstreifen ausweichen", darauf weist die Stadt Burgdorf auf ihrer Website hin. Problematisch wird es, wenn diese Ausnahmefälle ständig vorkommen.

"Beim normalen Begegnungsverkehr müssen die Autofahrer auf den Schutzsteifen ausweichen", moniert Gawlik. Tatsächlich werde es an einigen Stellen eng. Vor allem zu Beginn des Streifens, hinter der Fußgängerampel an der Mönkeburgstraße kurz hinter dem Ortsschild, sei die Fahrbahn stadtauswärts nun sehr eng. Deshalb lasse sich häufig beobachten, wie Autos auf dem Schutzstreifen fahren. Auch an Stellen, wo am gegenüberliegenden Fahrtbahnrand Fahrzeuge zulässig geparkt sind, wichen die Fahrer auf die Gegenfahrbahn aus. Entgegenkommende Autos seien somit gezwungen, über den Schutzstreifen zu fahren. Für Radfahrer könne das ein Sicherheitsrisiko bedeuten.

Die Vorwürfe weist Petra Pyrsch, bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für das Projekt zuständig, zurück. "Die Fahrbahnmarkierung wurde nach dem Stand der Technik, in Thermoplastik, hergestellt", teilt sie auf Anfrage mit. Dieser Stoff werde verwendet in Bereichen, die oft überfahren werden, sowie für Piktogramme - und das seit Jahren. Ihrer Einschätzung nach verliert sich die "Geräuschentwicklung, die beim Überfahren auftritt, wenn die Ränder der Markierung abgefahren werden".

Zugleich betont die Fachfrau, dass die neue Verkehrsführung in Absprache mit der Stadt Burgdorf angeordnet worden sei. Derzeit arbeite die Stadtverwaltung ein Informationsblatt, in dem die neue Situation für Auto- und für Radfahrer erläutert werde, sagt Pyrsch.

Von Elena Everding


Burgdorf ist ...

  • ... eine Stadt im Osten der Region Hannover mit neun Ortsteilen und rund 30.000 Einwohnern.
  • ... bekannt für Spargelanbau und  Hannoveraner-Zucht.
  • ... die Heimat des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf.
  • ... mit seiner historischen Innenstadt das ideale Ziel für einen Tagesausflug.
  • ... 6x pro Woche Thema im Anzeiger, die als Heimatzeitung in Burgdorf der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.