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Region Burgdorf Nachrichten Nabu rückt Jakobskreuzkraut zu Leibe
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16:30 16.07.2018
Manfred Tschäke (links) und Gerd Müller reißen Jakobskreuzkraut aus. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Schillerslage

„Wir sind Naturschützer und schützen in erster Linie Pflanzen“, sagt Ernst Schmidt, Einsatzleiter der Naturschutzbund-Gruppe Burgdorf, Uetze und Lehrte (Nabu). Jetzt haben er und zwölf ehrenamtliche Helfer allerdings etwas anderes gemacht. Sie haben im Feuchtbiotop südlich von Schillerslage, das als ökologischer Ausgleich für die Burgdorfer Ortsumgehung angelegt worden ist, Jakobskreuzkraut samt Wurzeln aus dem Boden gerissen. Der Grund: Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in der Leber von Mensch und Tier zu giftigen Stoffen umgewandelt werden.

„Das Kraut ist für Pferdehalter ein Alarmzeichen“, sagt Schmidt. Normalerweise fräßen Pferde und Kühe das Gras drum herum, weil die Tiere wüssten, dass die Pflanze giftig ist. Doch wenn das abgemähte und getrocknete Jakobskreuzkraut ins Heu gelange, könnten es die Pferde es nicht mehr erkennen und fräßen es mit.

„Wir reißen es aus, damit es nicht noch mehr wird“, erklärt der Burgdorfer Naturschutzbeauftragte Dieter Kleinschmidt. In diesem Jahr habe sich das Jakobskreuzkraut an dem Biotop geradezu explosionsartig vermehrt. Möglicherweise waren Samen in der Saatmischung für die Randstreifen der Umgehungsstraße, vermutet Schmidt. Jetzt heiße es, wehret den Anfängen, obwohl das Jakobskreuzkraut ein super Insektenfutter sei. Die Blüten ziehen auch Bienen an. Daher hätten Imker schon Honig von Bienen wegkippen müssen, die hauptsächlich Jakobskreuzkraut angeflogen hatten, erzählt Schmidt. PA seien in den Honig gelangt.

Auch die schwarz-gelben Raupen des Jakobskrautbären ernähren sich von der Pflanze und sind daher giftig. „Der Falter legt mit Vorliebe seine Eier am Jakobskraut ab. Daher hat er seinen Namen“, erläutert Schmidt. Da sich die Raupe bald verpuppe und als Puppe überwintere, rupften die Naturschützer jetzt das Kraut, bevor es verblühe. „Wenn die Samen wie die der Pusteblume durch die Gegend fliegen, ist es zu spät.“

Das Entfernen der Pflanzen war anstrengende körperliche Arbeit. „Hinterher weiß man, was man getan hat“, sagt Helfer Günter Keller. Um auch die großen Pflanzen samt Wurzel herausziehen zu können, hatte er eine Grabegabel mitgebracht, um den Boden damit zu lockern.

Die Nabu hat sich vertraglich verpflichtet, das Amphibienlaichbiotop bei Schillerslage zu pflegen. Gewöhnlich beseitigen dort Nabu-Mitglieder im Winter Erlen, Birken und andere schnell auflaufende Gehölze, um zu gewährleisten, dass die Sonne im Frühjahr schnell das Wasser in dem Tümpel erwärmen kann.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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