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00:36 02.04.2018
Mit Optimisten trainiert der Nachwuchs auf dem Steinhuder Meer, das wünschen sich die Verantwortlichen auch für den Cewe-Teich. Quelle: Foto: privat
Schillerslage

Schützen, Sportler, Segler – und alle engagieren sich in einem Verein. Diese Konstellation des SSV Schillerslage gilt in der Region als einmalig, und sie bewährt sich aus Sicht der Akteure seit inzwischen zwölf Jahren. Damals gründete Johannes-Peter Reuter mit anderen Seglern die Sparte, der heute mehr als 80 Mitglieder angehören. „Mehr als die Hälfte sind Jugendliche, wir haben allein 15 Teamer dabei“, sagt Reuter mit Stolz. 

Er zog mit seiner Familie von 17 Jahren nach Schillerslage und kümmerte sich um den Nachwuchs. „Wir wollten den Jugendlichen bei einem besonderen Termin alle vier Wochen etwas bieten, und irgendwann sind wir dann in einem Boot auf dem Altwarmbüchener See gelandet“, blickt Reuter zurück. Die Resonanz war so gut, dass 15 Interessierte im August 2006 die Sparte initiierten, die ersten Mitglieder bestanden in jenem Sommer auch gleich den Segelschein.

Das Winterhalbjahr nutzen die Segler für Stammtische - und für Knotenkunde. Quelle: Antje Bismsark

Nach einer kurzen sprichwörtlichen Flaute vor neun Jahren kam mit Oliver Vollmering und anderen Seglern neuer Wind nach Schillerslage. „Damals stand für uns fest, dass wir ein vernünftiges Equipment brauchen, wenn wir eine vernünftige Ausbildung anbieten wollen“, sagt Peter Scheel. Reuter entwarf einen Businessplan, denn die Sparte benötigte seinerzeit 25 000 Euro für Boote, Rettungswesten und Schulungsmaterial. „Erst gab es einen Sturm der Entrüstung bei den Schützen, doch der hat sich gelegt, als wir erklärt haben, dass wir das Geld nicht abgreifen, sondern zurückzahlen wollen“, sagt Reuter.

Das Darlehen ist Vergangenheit, inzwischen gehören unter anderem ein Motor- und ein Schlauchboot, Jollen, Optimisten, Speedbreeder und Jugendjollen der Sparte, die am Sonnabend, 21. April,  auf dem Steinhuder Meer wieder ins Wasser gelassen werden. Darauf ausruhen wollen sich Reuter, Scheel und Vollmering allerdings nicht: Sie planen den Kauf einer Jugendyacht. „Wir brauchen das Boot, um unsere Sparte weiterzuentwickeln“, sagt Scheel, denn: Auch die Ausbildung zu Skipper soll künftig zum Spartenangebot gehören.

Nicht nur das Segeln, sondern auch Teamgeist und Verantwortung wollen die Spartenchefs dem Nachwuchs vermitteln. Quelle: privat

Dass so viele Jungen und Mädchen das Segeln über den SSV Schillerslage lernen, zeugt von einer intensiven Nachwuchsarbeit: Die Schüler, zum Beispiel aus Gymnasium, Realschule, IGS, Astrid-Lindgren- und Gudrun-Pausewang-Grundschule, finden über Arbeitsgemeinschaften den Einstieg. 

„Dabei zeigt sich, dass beim Steinhuder Meer die lange Anfahrtszeit das größte Problem ist“, sagt Reuter. Deshalb engagiere sich die Sparte dafür, den Cewe-Teich maximal an zwei Tagen in der Woche nutzen zu können. „Dorthin fahren die Kinder mit dem Rad“, sagt er. 

Flotillensegeln am 1. Mai

Denn die Verantwortlichen möchten noch mehr Jungen und Mädchen einbinden, damit sie die Sportart lernen – aber auch weil sie beim Segeln ihre Persönlichkeit entfalten können. „Es ist toll zu sehen, wie sich die jungen Leute entwickeln“, sagt Scheel und Vollmering ergänzt: „Und die haben dabei noch Spaß.“ Weil vieles nur mit den Eltern funktioniert, bietet die Sparte unter anderem vom 27. April bis 1. Mai ein Flotillensegeln auf der Ostsee an. Für den 26. Mai ist ein Tag des offenen Bootes in Steinhude geplant, inklusive eines Shuttle-Services zwischen Schillerslage und Mardorf. Und für die Sommerferien bereiten die Teamer ein Sommercamp vor, das sie in Eigenregie organisieren müssen. „Bei uns kann man Verantwortung lernen“, sagt Scheel – und hofft wie seine Mitstreiter, dass sich die Pläne für das neue Boot und den Cewe-Teich bald realisieren lassen. 

Nicht nur das Segeln, sondern auch Teamgeist und Verantwortung wollen die Spartenchefs dem Nachwuchs vermitteln. Quelle: privat

Von Antje Bismark

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