Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Neue Anlieferroute würde Hänigsen massiv entlasten
Region Burgdorf Nachrichten Neue Anlieferroute würde Hänigsen massiv entlasten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 12.02.2018
So stellt sich die CDU-Ratsfraktion die An- und Abfahrtswege der Lastwagen zur Wathlinger Kalihalde vor. Quelle: HAZ
Anzeige
Uetze/Hänigsen

 „Die Proteste der Hänigser können wir nicht überhören“, sagt CDU-Fraktionschef Dirk Rentz. Für die Ortsratssitzung am 14. Februar und die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Umwelt und Planung einen Tag später, stellen die CDU deshalb den Antrag, den Schwerlastverkehr zur Wathlinger Halde und retour in erster Linie via Röhndamm über den alten Schienenstrang und den parallel verlaufenden Forstweg zu führen, erläutert CDU-Ratsherr Werner Hübner. 

Die Idee, den Schienenstrang für den Materialtransport zur Abdeckung und damit Vergrößerung der Kalihalde zu nutzen, ist nicht neu. „Doch so wie die Strecke daliegt, ist sie für schwerbeladene Güterzüge nicht geeignet“, sagt Gemeindesprecher Andreas Fitz. Sie müsste zunächst aufwendig saniert werden. Damit war der Vorschlag, den auch die Gemeinde favorisierte, vom Tisch. 

Jetzt legt die CDU eine neue Variante auf den Tisch. Das Gleisbett könnte mit geringem Aufwand zur tragfähigen Anfahrtstrecke für die vollbeladenen Lastwagen ausgebaut werden. Zurückfahren könnten die leeren Transporter über den weitgehend parallel verlaufenden Forstweg, der dafür ebenfalls zu befestigen wäre. „Auf diese Weise würde mindestens eine Halbierung des Lkw-Verkehrs durch Hänigsen erreicht“, argumentieren die Christdemokraten.

Zu den Plänen des K+S-Konzerns, die Wathlinger Kalihalde mit Bauschutt abzudecken, bereitet die Gemeinde Uetze derzeit ihre offizielle Stellungnahme vor. Beraten wird darüber und über die Vorschläge aus den Reihen der Politik in den öffentlichen Sitzungen des Hänigser Ortsrats und des Verkehrs- und Planungsausschusses in der nächsten Woche. „Beschlussvorschläge des Ausschusses werden in die Stellungnahme eingearbeitet“, sagt Fitz.

Die von K+S favorisierten Anfahrtsrouten zur Kalihalde führen alle über den Steindamm in Hänigsen – egal ob die Lastwagen am Schwüblingser Kreisel von der B 188 abbiegen oder durch Sorgensen und Dachtmissen fahren. 

Der Steindamm sei jedoch eine wichtige innerörtliche Straße, die auf dem Weg zur Schule von vielen Kinder überquert werde, schreibt die SPD-Abteilung Hänigsen-Obershagen-Altmerdingsen in ihrer Stellungnahme. Hinzu komme, dass an der Straße in unmittelbarer Nähe das Freibad und die Sportanlagen liegen. Die Sozialdemokraten rechnen vor, dass bei 100 bis 150 Anlieferungsfahrten pro Arbeitstag in der Zeit zwischen 7 und 22 Uhr circa alle sechs Minuten ein Schwertransporter durch den Ort rollen werde – und das über 20 bis 25 Jahre. Neben der steigenden Unfallgefahr verweist die SPD auf die zunehmende gesundheitliche Belastung der Anwohner durch die Abgase und den Lärm der Fahrzeuge. Ihre Forderung: „Das von K+S vorgelegte Verkehrskonzept für die Ortschaft Hänigsen ist abzulehnen.“

Bei den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen rennen sie mit dieser Forderung offene Türen ein. Es dürfe nicht sein, dass „bei der Abwägung der Varianten der Schutz der Menschen vor Lärm, Emissionen und Verkehr offensichtlich nicht so wichtig ist wie die anderen Umweltbelange“, kritisiert Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg. Er hatte Alfred Baxmann (Burgdorf), Jörg Makel (Nienhagen), Wolfgang Grube (Samtgemeinde Wathlingen) und Torsten Harms (Gemeinde Wathlingen) sowie Ortsbürgermeister Norbert Vanin zum Abstimmungsgespräch eingeladen. Backeberg und Vanin bemängeln, dass das Verkehrsgutachten falsche Angaben enthalte. Nicht 1900 Kraftfahrzeuge, wie im Gutachten angenommen, sondern durchschnittlich 4188 Fahrzeuge führen täglich auf der Landesstraße 311 durch Hänigsen. 

Für den Wathlinger Harms und den Nienhagener Makel geht es nicht so sehr um die Verkehrsbelastung, sondern um das Projekt an sich. „Es muss zweifelsfrei geklärt werden, steht der Berg im Grundwasser oder nicht“, sagt Harms. Die Anrainerkommunen befürchten, ihr Grundwasser könnte versalzen, wenn die Kalihalde durch das zusätzliche Gewicht von Tausenden Tonnen Abdeckmaterial tiefer in die Erde sinkt.

Die Bürgermeister verabredeten, bei den niedersächsichen Ministern für Umwelt und Verkehr vorstellig zu werden. Von diesen erwarten sie sich Unterstützung bei der Verwirklichung alternativer Verkehrskonzepte für den Anlieferverkehr.

Freibadgenossenschaft sieht Badebetrieb auf Dauer gefährdet

Auch der fünfköpfige Vorstand der Freibadgenossenschaft Hänigsen – er vertritt mehr als 1400 Mitglieder – hat sich in die Diskussion über die zu erwartende hohe Verkehrsbelastung eingeschaltet. „Als Verantwortliche für den wirtschaftlichen Erfolg und den dauerhaften Fortbestand des Freibades sehen wir das K+S-Projekt mit seiner geschätzten Dauer von circa 20 Jahren und seinem hohen Störungs- und Gefährdungspotenzial für den Badebetrieb und die Besucher als extrem kritische Belastung“, heißt es in der Stellungnahme.

Nahezu 100 Prozent der Badbesucher kommen und gehen laut Vorstandssprecher Rainer Lindenberg über den Steindamm. In den fünf Sommermonaten kämen täglich mehr als 1000 Gäste. Der Badebetrieb laufe von 6 bis 21 Uhr und liege damit voll in der An- und Abfahrtszeit des zusätzlichen Lastwagenverkehrs von K+S, geben die Badgenossen zu bedenken. „Besonders gefährdet sind die zahlreichen Kinder, die ohne Begleitung das Bad besuchen und den Steindamm überqueren oder befahren müssen. Hinzu kommen die Schulklassen und Kindergartengruppen, die das Bad regelmäßig besuchen“, zeigt Lindenberg die Konfliktpunkte auf. Schon heute komme es häufig zu Staus und Bei- naheunfällen während der Abfahrt der Badegäste über den Steindamm und die Wathlinger Straße. Der Vorstand fordere deshalb, „eine alternative Verkehrsführung über den Röhndamm zu realisieren“.

Von Anette Wulf-Dettmer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Heidi Kabel und Hape Kerkeling, Peter Kraus und die Lords, Dieter Hallervorden und Jürgen von der Lippe – ihnen will der VVV eine Ausstellung widmen. Denn sie alle sind in Burgdorf aufgetreten. 

12.02.2018

Die Gewerbesteuer sprudelt wie nie zuvor. Das beschert der Stadt anstelle eines satten Verlustes ein Plus von 1,8 Millionen Euro für das zurückliegende Haushaltsjahr. 

12.02.2018

Ahmet Kuyucu wird die SPD ins Bürgermeisterwahljahr 2019 führen. Die Mitglieder haben den 47-Jährigen am Donnerstagabend als Vorsitzenden bestätigt. In der Versammlung herrschte Pro-Groko-Stimmung.

12.02.2018
Anzeige