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Region Burgdorf Nachrichten Landwirte sehen Gefahr für Bodenfruchtbarkeit
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00:54 08.03.2018
Feldversuch: Die Auszubildenden bauen auf einem Acker zwischen Burgdorf und Röddensen die Auffangbehälter auf, mit denen die Verteilgenauigkeit der Düngerstreuer getestet wird. Quelle: Wulf-Dettmer
Burgdorf/Lehrte

 Landwirte lassen kaum ein gutes Haar an der neuen Düngemittelverordnung. Denn für wenig Nutzen müssen die Ackerbaubetriebe rund um Burgdorf viel Aufwand treiben. Das Ziel, mit dem Überschuss an Gülle und Geflügelkot aus Weser-Ems, die dort für hohe Nitratwerte im Grundwasser sorgen, die hiesigen Felder zu düngen, werde nicht erreicht. Landwirt Hagen Thieleking aus Schillerslage erklärt warum: „In einer Tonne Geflügelmist sind etwa 21 Kilo Stickstoff, davon sind 14 bis 15 für die Pflanzen verfügbar. Anrechnen müssen wir laut Düngemittelverordnung aber 21 Kilo für die Nährstoffbilanz. Sechs Kilo, die den Pflanzen fehlen.“ 

Die Nährstoffbilanz ist das Herzstück der Verordnung. Von den Landwirten wird jedes Jahr eine exakte Analyse der Hauptnährstoffe im Ackerboden verlangt. Anhand dieser Werte und der geplanten Bestellung mit Getreide, Raps, Kartoffeln oder Zuckerrüben errechnet sich die Menge, die die Landwirte düngen dürfen. Ein Problem: „Die erlaubte Menge ist auf allen Böden gleich, egal ob fruchtbarer Lehmboden oder unsere leichten Sandböden“, sagte Thieleking: „Auf den leichten Böden wird es deshalb bei den Zuckerrüben eine ganz enge Sache ebenso bei den Frühkartoffeln.“ Bisher können die Landwirte aufgrund ihrer Feldberegnung und einer ausgefeilten Düngetechnik hohe Erträge und vor allem gute, verkaufbare Qualitäten erzielen. Die Düngeempfehlungen der Landwirtschaftskammer, einer halbstaatlichen Institution, hätten sich bewährt. „Aber die Fachleute wurden nicht gehört“, kritisierte er. 

Thieleking war einer der Landwirte, die auf Hans-Jürgen Buchholz’ Acker zwischen Alt Ahrbeck und Röddensen gekommen waren, um dort mit Hans-Werner Heidemann von der Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik aus Nienburg die Streugenauigkeit ihrer Düngerstreuer zu testen. Zuvor hatte der Experte auf den Hof die Streuer unter die Lupe genommen. „Damit die Maschinen auch wirklich das tun, was in der Bedienungsanleitung steht“, sagte Buchholz. Die Landwirte seien sowieso gehalten, exakt zu arbeiten – „die Düngeverordnung, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist, setzt aber noch einen drauf“, erklärte er.

Diese Verordnung sieht für Stickstoff und Phosphat geringere Mengen als bislang vor, um das Grundwasser nicht zu belasten. Der Wasserverband Peine fördert im Burgdorfer Holz allerdings schon jetzt Trinkwasser, dessen Nitratbelastung weit unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Kubikmeter liegt. „Geld für übermäßige Düngung der Felder hat kein Betrieb, deshalb werden seit Langem Bodenproben genommen und der Bedarf an Stickstoff und anderen Nährstoffen berechnet“, sagte Thieleking. „Mit der neuen Verordnung muss jetzt jeder Schlag beprobt und berechnet werden“, ergänzte sein Berufskollege Heiner Mayfeld aus Dolgen.

Buchholz schloss nicht aus, dass die Fruchtbarkeit vor allem der leichteren Böden mittelfristig in Gefahr sei. Weil nach jeder schlechten Ernte im nächsten Jahr noch weniger gedüngt werden darf. Denn reinrechnerisch wurde zu viel Dünger im Verhältnis zum Ertrag gestreut. Diese Differenz ist in den Folgejahren auszugleichen.  

Von Anette Wulf-Dettmer

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