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Region Burgdorf Nachrichten Schwanger – und nun? Diakonie bietet Beratung an
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00:16 29.12.2017
Friedhelm Neumann berät Schwangere in Konflikten. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

 Ungewollt schwanger, und nun? Vor dieser Frage stehen junge Frauen ebenso wie jene in den Wechseljahren , sagt Friedhelm Neumann, der seit Januar dieses Jahres die Betroffenen aus dem Kirchenkreis berät. Für ihn bedeutet die Beratung eine logische Fortsetzung seiner bisherigen Arbeit, denn bereits seit Jahren steht er Frauen und Familien mit der Stiftung Mutter und Kind zur Seite. „Dabei geht es vor allem um die Frage, wie wir Müttern in wirtschaftlicher Armut den Start mit dem Neugeborenen erleichtern können“, sagt Neumann.

Immer wieder aber habe sich in den Gesprächen auch der Konflikt gezeigt, ein Kind auszutragen oder die Schwangerschaft abzubrechen. Im Oktober 2016 absolvierte Neumann, zudem in der Kirchenkreissozialarbeit engagiert, die Qualifizierungen, mit dem 1. Januar startete die Konfliktberatung. In 19 Fällen suchten die werdenden Mütter seinen Rat: „Und weil die Konstellation mit einem Mann als Gesprächspartner ungewöhnlich ist, biete ich jeder Frau auch eine Kollegin als Alternative an.“ Genutzt habe diese aber noch niemand.

Das mag damit zusammenhängen, dass Neumann – Sozialarbeiter und Sozialpädagoge seit Jahrzehnten – in seinen Gesprächen die Frau in den Mittelpunkt setzt. „Sie muss die Entscheidung tragen, die ihr Leben verändert“, sagt er und fügt hinzu, Männer machten sich durchaus aus dem Staub, wenn es ihnen zu viel werde. „Die Frau bleibt zurück und muss ihre Lebensplanung verändern.“ In einem Punkt aber sehe er eine Gemeinsamkeit bei allen Ratsuchenden: Niemand mache sich die Entscheidung leicht, eine Schwangerschaft abzubrechen. Da gebe es die medizinische Seite, aber auch die moralische: „Viele empfinden Scham und Scheu und wünschen Vergebung“, hat Neumann festgestellt. „Es ist ein Ringen um den richtigen Weg.“

Bei Beratungen spricht er deshalb auch immer das Thema Verhütung an: „Dabei herrscht eine erschreckende Unwissenheit“, sagt er. Viele Frauen verließen sich zu sehr auf die Männer und müssten dann letztlich die Entscheidung treffen, für oder gegen das Leben. Sie zu informieren über die Pille und mögliche Risiken durch Alkoholgenuss, Alternativen wie Dreimonatsspritzen und Spiralen – inklusive wirtschaftlicher Hilfen bei Frauen in Not – sieht Neumann als essentiellen Bestand seiner Arbeit an. „In der Frage versagen Schule und Familie gleichermaßen, und Internetforen bieten jungen Frauen keine Hilfe“, sagt er.

Information: Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung im Haus der Diakonie, Schillerslager Straße 9, öffnet montags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr. Friedhelm Neumann ist erreichbar unter Telefon (05136) 897320.

Von Antje Bismark

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