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Region Burgdorf Nachrichten „Mensch, jetzt halt mal die Schnauze“
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00:17 09.12.2017
Die im Aufbau befindliche IGS Burgdorf braucht dringend weiteren Schulraum, um alle Schüler unterbringen zu können. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

 Im Ratsausschuss für Bauangelegenheiten ist es am Dienstagabend laut geworden. Die Diskussion über den 51 Millionen teuren IGS-Neubau gipfelte in einer wüsten Schreierei. „Mensch, jetzt halt mal die Schauze“, brüllte Detlef Knauer von den Grünen den Ratsherrn Michael Fleischmann (Die Linke) an.

Ratsherr Detlef Knauer verliert die Fassung und brüllt den Linken Michael Fleischmann nieder. Quelle: Joachim Dege

Dem Ausschussvorsitzenden Volkhard Kaever (WGS), der selbst dem Ratsherrn der Linken zuvor mehrfach ins Wort gefallen war, um dessen Redefluss zu bremsen, entglitt die Leitung der öffentlichen Sitzung, als es um die IGS ging. Er ließ die Brüllerei sanktionslos geschehen und rief Knauer nicht einmal zur Ordnung. Kaever und Knauer sind beide Mitglieder der von SPD, Grünen, WGS gebildeten Gruppe, die seit Oktober gemeinsam mit zwei ehemaligen CDU-Ratsherrn und einem Ex-Linken von der neuen Fraktion Freie Burgdorfer die Mehrheit im Rat hat.

Der IGS-Befürworter Fleischmann hatte in der Debatte über die Gesamtschule aus Sorge um die Stadtfinanzen beantragt, den Neubau-Beschluss auszusetzen und abzuwarten, bis eine neue Bundesregierung womöglich neue Fördertöpfe bildet. Nur so sei zu verhindern, dass sich die Stadt übernimmt. Damit blitzte er bei der Ausschussmehrheit ab. Lediglich die beiden Vertreter von CDU und FDP, Oliver Sieke und Karl-Ludwig Schrader, unterstützten den Antrag des Linken, derweil die Stadtverwaltung dringend davor warnte. Schließlich stünden die Schüler vor der Tür und benötigten Räume. „Jetzt zu stoppen, ist kriminell“, sagte Bürgermeister Alfred Baxmann.

Die Ratsherren Michael Fleischmann (Die Linke) spricht der neuen Ratsmehrheit die moralische Legitimation ab, den millionenschweren IGS-Neubau zu beschließen. Quelle: Joachim Dege

Zum Eklat kam es schließlich, als Fleischmann der neuen Ratsmehrheit moralisch das Recht absprach, den IGS-Neubau ohne Zeitverlust auf den Weg zu bringen. Diese Mehrheit sei vom Wähler so nicht gewollt gewesen und somit nicht demokratisch legitimiert, die Stadt mit dem IGS-Millionenprojekt „finanziell ins Chaos zu stürzen“. Das widerum sorgte für Empörung bei den Vertretern von SPD, Grünen und WGS. Knauer stand sogar auf und brüllte Fleischmann regelrecht nieder.

Dabei ging fast unter, dass die CDU/FDP-Ratsgruppe ihre Haltung zur IGS überdacht hatte. Hatte sie im Schulausschuss den IGS-Neubau noch rundweg abgelehnt, signalisierte Sieke nun Zustimmung zu einem Neubau, sofern keine Oberstufe vorgesehen sei und er zudem abgespeckt werde um zehn Prozent der Baukosten. Weil sich die Mehrheit darauf nicht einließ, stimmten Sieke und Schrader am Ende gegen den IGS-Neubau.

Von Joachim Dege

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