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Nachrichten Vorzimmerdamen aus Berufung
Region Burgdorf Nachrichten Vorzimmerdamen aus Berufung
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00:15 25.12.2017
Abschied von der Stadtspitze: Gabi Engel (links) und Monika Knoche aus den Vorzimmern von Bürgermeister Alfred Baxmann und Stadtrat Michael Kugel gehen zeitgleich in den Ruhestand.  Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

  Der Stadtspitze im Rathaus steht zum Jahresende eine Zäsur ins Haus. Bürgermeister Alfred Baxmann und sein Stadtrat Michael Kugel büßen zeitgleich ihre Vorzimmerdamen ein. Gabriele Engel (64) und Monika Knoche (63) verabschieden sich an diesem Freitag in den Ruhestand.

Wer im Rathaus etwas ausrichten wollte und darum das direkte Gespräch suchte mit einem der beiden Chefs, kam um Engel und Knoche nicht herum. Baxmann ist als Hauptverwaltungsbeamter zuständig fürs große Ganze, Kugel für den mitarbeiterintensiven Bereich Zentrale Dienste, Bildung, Sport, Jugend und Soziales. Engel arbeitete Baxmann zu, auch schon zu Zeiten, als der das Bürgermeisteramt noch ehrenamtlich versah. Knoche hatte den gleichen Job bei Kugel und vertrat „Engelchen“, wie sie ihre Kollegin liebevoll nennt.

„Ich habe mich hier sauwohl gefühlt. Diese Stelle war meine Berufung. Ich durfte mit einem tollen Chef zusammenarbeiten, bei dem ich mich nicht verbiegen musste.“ So fällt Engels Fazit nach 13 Jahren im Vorzimmer des Bürgermeisters aus. 19 Jahre lang arbeitete die in Hänigsen lebende Mutter von zwei erwachsenen Kindern und zweifache Großmutter nun in der Stadtverwaltung, wo sie 1998 als Schreibkraft im Hauptamt anheuerte.

Für Knoche gilt Ähnliches. Auch sie sagt von sich, dass sie immer gern bei der Stadt gearbeitet habe. Früher, ja früher einmal, als die Verwaltung noch nicht die 452,75 Planstellen besessen habe, die sie heute hat, da sei alles noch ein wenig familiärer gewesen. Damals habe man noch alle Kollegen persönlich gekannt. Beschweren freilich habe sie sich zu keiner Zeit können. Auch sie ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern, hat mittlerweile vier Enkel. Als die eigenen Kinder noch klein waren, seien ihre Vorgesetzten ihr bei der Gestaltung der Arbeitszeiten stets entgegen gekommen. Zuletzt habe sie mit Kugel auch noch einen „feinen und humorvollen“ Chef gehabt: „Das Beste, was mir passieren konnte.“

Engel, die nicht nur als Baxmanns Informationsfilter wirkte und bisweilen mit feinem Gespür entschied, was und in welcher Reihenfolge an den Bürgermeister heranzutragen sei, war auch zuständig für die Einladungen zu den Sitzungen von Rat, Verwaltungsausschuss und Ortsräten mitsamt dem Versenden der Tagesordnungen und Vorlagen. Sie rechnete die Sitzungsgelder und die Aufwandsentschädigungen für die Mandatsträger ab, führte Buch über Altersgeburtstage und Ehejubiläen, zu denen sie dann den Bürgermeister oder einen seiner Vertreter schickte und auch schon mal selbst hinging, wenn kein anderer Zeit hatte. Sie fuhr sogar die Dienstwagen der Chefs zur Werkstatt, wenn diese neue Reifen brauchten. „Ich werde das hier vermissen“, ist sich Engel sicher. Obwohl sie sich vorgenommen habe, sich um den großen Garten zu kümmern und den in Irland lebenden Sohn auch einmal länger zu besuchen. Kurzum: Der Abschied fällt ihr schwer.

Knoche, die nebenbei die Geschäftsstelle des Vereins Spargelstraße führte, den Ferienkompass fürs Jugendamt schrieb, die Veröffentlichung neuer Satzungen veranlasste, das Ratsinformationssystem pflegte und auch noch dem Personalrat zuarbeitete, ist weniger bange vor dem neuen Lebensabschnitt. Ihr Mann ist schon seit drei Jahren Rentner. Ausgedehnte Saunatage mit ihm, viel Radfahren, Reisen und häufige Besuche bei den Enkeln in Celle und Lüneburg hat sie sich fest vorgenommen. Das wichtigste aber: „Ich freue mich, dass ich endlich ausschlafen kann.“

Eine Nachfolgerin ist mit Susanne Nagel (Vorzimmer Baxmann) schon da und von Engel eingearbeite. Jana Giere (Vorzimmer Kugel) kommt am 2. Januar von der Stadt Wolfsburg und übernimmt Knoches Platz. Beide, Engel wie Knoche werden wohl ein paar Tränen ausdrücken, wenn sie im Rathaus II bei einem kleinen Empfang im Sitzungszimmer Abschied nehmen von ihren Chefs und langjährigen Kollegen – bei einem Gläschen Sekt am Kalten Büfett, das Knoches Mann, ein Küchenmeister, für den Schlussakkord zweier erfüllter Berufsleben zubereitet.

Von Joachim Dege

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