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Region Burgdorf Nachrichten Nils fliegt sich mit 14 Jahren frei
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00:18 14.10.2018
Nils Hermann startet zu seinem ersten Flug allein. Quelle: Antje Bismark
Ehlershausen

Diese Herbstferien vergisst der 14-jährige Nils Hermann aus Hannover nie wieder: Der Schüler aus der List nutzte das dreitägige Camp des Luftsportvereins Burgdorf, um sich frei zu fliegen. Für ihn bedeutete das, zum ersten Mal ohne Fluglehrer in einem Segelflieger abzuheben – nach nur zweimonatiger Ausbildung.

Am Dienstag noch trainierte Nils unter der Regie von Fluglehrer Reinhard Thies, der seinem Schützling wichtige Tipps gab. Keine 24 Stunden später saß der Schüler allein in der Maschine, ausgerüstet mit einem blauen Fallschirm und einem Funkgerät, das ihn mit Thies verband. Seine Vereinskollege – Flugschüler und Mitglieder gleichermaßen – verfolgten, wie der 14-Jährige das Flugzeug schloss, dann an einem Seil hoch in die Luft gezogen wurde, seine Kreise über Ehlershausen zog und schließlich wieder landete. Längst hatten die Gleichaltrigen das Handy gezückt, um die Rückkehr zu filmen. „Sauber“, sagte Ausbildungsleiter Bernhard Frettlöh.

Erstflieger bekommt dornigen Blumenstrauß

„Aufgeregt“, sagte Nils, als er die Glückwünsche der anderen entgegennimmt, „bin ich nicht gewesen.“ „Naja“, schob er hinterher, „vielleicht doch ein wenig.“ So habe er befürchtet, dass der Seilriss nicht richtig funktioniere. Und damit das Hochgefühl langsam der Routine weicht, schickten Frettlöh und Thies den Jugendlichen gleich noch zweimal zu Start und Landung. Der wiederum hatte nach eigenen Angaben gehofft, dass er in diesem Jahr seinen Freiflug schaffen könnte. „Ich hatte es mir vorgenommen und freue mich einfach, dass es geklappt hat.“ An einem Ritual hält der LSV nach Aussage von Sprecher Roland Schoch fest: „Der Freiflieger erhält einen Blumenstrauß mit Dornen.“ Auf ein anderes verzichte der Verein indessen schon seit Jahren: „Früher gab es immer noch einen Klaps auf den Po, als Wunsch, dass der Flieger immer Wind für den Segelflug haben sollte.“

Bis zu fünf Flüge absolvierten die zehn Flugschüler des Camps pro Tag, mit dem sich der LSV in die Winterpause verabschiedet. „Wir hatten eine richtig Saison mit toller Thermik, trotz der hohen Temperaturen“, sagte Schoch mit Blick auf das Sommerwetter, das bis zu dieser Woche anhält. Deshalb hätten viele der 119 Mitglieder regelmäßig trainieren können, von denen mehr als ein Viertel jünger als 25 Jahr seien, ergänzte Frettlöh. Sie würden von 19 Fluglehrern betreut, allesamt Vereinsmitglieder.

Während des Camps konnten die Mitglieder, die bereits Erfahrung besitzen, zwei besondere Maschinen fliegen: das Cabrio eines Vereinsmitglieds und einen Doppelraab aus dem Jahr 1952. „Darin haben unsere Flugschüler tausende Stunden absolviert“, sagt Frettlöh. Er gelte inzwischen als Oldtimer – und stellt für Nils die nächste Herausforderung dar.

Von Antje Bismark

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