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Nachrichten Erdbeeren wandern in Korb und Mund
Region Burgdorf Nachrichten Erdbeeren wandern in Korb und Mund
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00:45 16.06.2018
Florentine Hoffmann (links) und Heike Koch von der Kita Otze pflücken mit den Kindern die frischen Erdbeeren. Quelle: Antje Bismark
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Otze

Frischer geht ein Mittagessen kaum: Gegen 10 Uhr erntet Winfried Sischke an diesem grauen Mittwochvormittag die Erdbeeren auf dem Feld von Carsten Lahmann zwischen Otze und Ramlingen – keine drei Stunden später sollen die roten Früchte gemeinsam mit einer Quarkspeise auf dem heimischen Tisch stehen. „Wir verarbeiten die Erdbeeren immer gleich“, sagt Sischke, der mit seinem Auto flugs aus Burgdorf ins Nachbardorf gefahren ist. Zwar habe seine Frau auch manchmal Marmelade gekocht, doch auch die halte sich ja nicht ewig. „Erdbeeren essen wir immer, wenn sie Saison haben“, sagt Sischke und fügt hinzu, das gelte auch für den Spargel.

Für seine Ernte benötigt der Burgdorfer eine halbe Stunde, dann geht es zurück. Andere Selbstpflücker hingegen nutzten den Ausflug aufs Feld, um ihren Kindern etwas zu bieten, weiß Claudia Wöhler, die in einem Holzstand die mitgebrachten Gefäße erst leer und dann mit der Ausbeute wiegt, ehe sie den Preis berechnet. Außerdem verkauft sie an jene Kunden die Erdbeeren, die sich entweder aus Zeit- oder Krankheitsgründen nicht bücken können. „Gerade an den Wochenenden kommen ganze Familien“, sagt sie. Während die Eltern dann die Körbe füllen, naschten die Kinder gern gleich auf dem Feld. „Das ist durchaus erwünscht“, betont Wöhler.

Claudia Wöhler verkauft Erdbeeren, wiegt aber auch die Ernte der Selbstpflücker ab. Quelle: Antje Bismark

Die Ergebnisse der gesunden Nascherei lassen sich an diesem Vormittag auch bei den Jungen und Mädchen der Kita aus Otze und der Pusteblume-Kita aus Burgdorf beobachten. Sie streifen mit ihren Erziehern die Reihen entlang, zumeist ausgestattet mit einer kleinen Papp-Box. Doch längst nicht jede Frucht landet dort, die Mehrzahl findet den direkten Weg in den Mund – wie sich unschwer an den roten Lippen ablesen lässt. Und mancher legt die Erdbeere zwar in die Box, verputzt sie dann aber auf dem Weg zur Waage. „Wir planen am Donnerstag ein Beerenfrühstück“, sagt Heike Koch von der grünen Gruppe. Auch die blaue Gruppe von Florentine Hoffmann will die Früchte am Donnerstag essen.

Die Otzer machen sich gegen 10.30 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Kita, die sieben Jungen und Mädchen aus der Pusteblume gehen mit Sina Pauls und André Preuß zurück zum Bus nach Burgdorf. „Wir kommen seit Jahren einmal in der Saison hierher“, sagt Pauls, noch unentschlossen, ob ein Teil der Erdbeeren als Kuchen enden wird. Für die Kinder sei es ein schönes Erfolgserlebnis, wenn sie die dicken roten Früchte an den Pflanzen sehen, ernten und essen könnten. „Dann wissen sie, dass die nicht im Supermarkt wachsen“, sagt Pauls.

Winfried Sischke erntet die Erdbeeren am Vormittag für das Mittagessen. Quelle: Antje Bismark

Seit Ende Mai bietet Lahmann das Selbstpflücken auf dem fünf Hektar großen Areal an – mit unterschiedlichen Sorten. So läuft derzeit die Ernte im Abschnitt 5 und 6 mit den mittleren Sorten. „Wir haben auch ganz frühe und späte, so dass das Feld wohl noch bis Mitte Juli geöffnet ist“, sagt Lahmann. Gleichwohl habe das heiße Wetter der vergangenen Wochen die Früchte sehr schnell reifen lassen: „Deshalb können die Kunden künftig einen Eimer am Stand holen, bezahlen und so viel ernten, wie hineinpasst, ohne dass wir noch einmal nachwiegen“, kündigt er an.

Erdbeeren - so weit das Auge reicht. Vor allem Kinder naschen gleich beim Ernten Quelle: privat

Eine kürzere Saison als gedacht haben die hohen Temperaturen und vielen Sonnenstunden auch dem Selbstpflücker-Feld von Meyers Hof bei Schillerslage beschert: „Nach zehn Tagen waren wir durch, es ging alles sehr schnell“, sagt Marion Meyer und fügt hinzu, dort wüchsen vor allem frühe Sorten, deren Ernte nun abgeschlossen sei. „Die späteren befinden sich auf einem Feld, sie werden in unserem Laden verkauft.“ Parallel dazu gehe die Arbeit der Pflanzen unter Folie weiter, so dass es bis in den September hinein Erdbeeren gebe.

Von Antje Bismark

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