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11:48 19.02.2018
15 Gemälde von Ursula Trummer sind derzeit in der Bäuerinnen-Backstube ausgestellt. Quelle: Laura Beigel
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Burgdorf

„Die sind ja schon wieder fast alle weg“, bemerkt Ursula Trummer mit einem Blick auf den Schaukasten in der Bäuerinnen-Backstube, in dem sich kleine Karten befinden, die ihre Gemälde zeigen. Beherzt greift sie in ihre Handtasche und holt einen neuen Stapel Karten heraus, mit dem sie den Kasten auffüllt. Sie ist stolz, dass die Motive immer ganz schnell vergriffen sind.   

In der Bäuerinnen-Backstube hat sie nur einige ihrer Werke ausgestellt. „Ich habe extra geschaut, dass die Bilder einen Querschnitt meiner Arbeit darstellen.“ An den terracottafarbenden Wänden finden sich große und kleine Gemälde, idyllische Landschaften oder städtische Szenen. Aber am meisten: Katzen. „Katzen kann man nicht bändigen. Sie machen ihr eigenes Ding. Das finde ich einfach faszinierend.“ Fasziniert ist Trummer auch von der abstrakten Kunst. Eine Stilrichtung, die sie erst im Laufe der Jahre für sich entdeckt hat. „Vorher habe ich immer gegenständlich gemalt. Das tue ich heute auch noch, aber dann verbunden mit dem Abstrakten, zu dem ich durch die zahlreichen Kurse gewechselt bin.“ 

Sich weiterzubilden beziehungsweise sich weiterzuentwickeln ist Trummer wichtig. Nach dem Motto: Malen muss gelernt sein. So nahm sie an Kursen der Malakademie Bad Reichenhall und der Sommerakademie Goslar teil. Auf die Frage, welches ihre ersten Zeichenmotive waren, muss sie erstmal überlegen. „Das müssten Äpfel gewesen sein. Und danach Blumen“, erinnert sie sich dann. 

Ein Atelier hat Trummer nicht. Sie braucht auch keine Staffelei, auf der sie malen kann. Ein einfacher Tisch reicht ihr aus, damit sich ihre Kreativität entfalten kann. Eine spontane Künstlerin ist die 76-Jährige jedoch nicht: Viele ihrer Ideen entwickelt sie erst gedanklich, bevor sie sie umsetzt. „Es ist schwierig, zu Hause die nötige Ruhe zu finden. Manchmal brauche ich drei Tage, bis ich mit dem Malen beginne.“ Dabei benutzt sie hauptsächlich Acryl- und Aquarellfarben, um ihrer Arbeit als „Buntmalerin“ – wie sie sich selbst nennt – nachzugehen.  

Auch ihre neunjährige Enkelin Ava-Ruth hat bereits Gefallen am Malen gefunden und konnte sich mit einem Werk ein Plätzchen in der Ausstellung sichern. Stolz zeigt Oma Ursula Trummer die Zeichnung bei einem Rundgang durch die Bäuerinnen-Backstube. „Gemalt hat sie das ganz alleine. Ich habe ihr nur ein paar Anregungen gegeben.“ Damit setzt Ava-Ruth eine Familientradition fort: Schon Trummers Großvater Franziskus Nagler, Kantor und Ehrenbürger der Stadt Leisnig, war leidenschaftlicher Maler. 

Die gelernte Industriekauffrau betreibt ihre Kunst mit so viel Herzblut, dass sie sich bisweilen nur schwer trennen kann von allen Werken. Viele ihrer Gemälde zieren die Wände bei ihr daheim. Ehemann Rainer nimmt die Sammelleidenschaft seiner Frau mit Humor: „Wir brauchen auf jeden Fall nicht zu tapezieren.“    

  

Von Laura Beigel

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