Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Kein Verein wie jeder andere
Region Burgdorf Nachrichten Kein Verein wie jeder andere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:06 16.03.2018
90 Jahre VVV: Sie alle unterstützen Burgdorfs Verkehrs- und Verschönerungs-Verein als ehrenamtliche Mitarbeiter, Förderer und Freunde. Quelle: Joachim Lührs
Anzeige
Burgdorf

 Ohne den VVV wäre das Leben in der Stadt Burgdorf um viele Facetten ärmer. Mehr als 2700 Mitglieder zählt der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein im Jahr seines 90-jährigen Bestehens. Er ist nicht nur der größte Verein in der Stadt, sondern „kein Verein wie jeder andere“, sagt Geschäftsführer Gerhard Bleich. Während in anderen Vereinen die Menschen ihren Hobbys nachgingen, „engagieren sich die VVV-Mitglieder für ihre Stadt und ihre Mitbürger. Sie bringen ihre Zeit mit und oft auch noch Geld“. 

Rund 400 Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich in den 30 Arbeitskreisen und Sparten des VVV. Sie stellen jedes Jahr rund 100 Veranstaltungen auf die Beine. Darunter die Mammutevents wie das Stadtfest, die Sommernächte, den Kunstmarkt, die sechs Pferde- und Hobbytiermärkte im Jahr sowie Musik und Tanz im Stadtpark. Darüber hinaus bewahren VVV-Mitglieder das Gedächtnis der Stadt: Sie pflegen zahlreiche historisch wertvolle Exponate, zum Beispiel einzigartige Sammlungen von Fahrrädern und Zinnfiguren. Für das Stadtmuseum und die KulturWerkStadt bereiten sie Jahr für Jahr große Ausstellungen vor, oft mit einem vielfältigen Rahmenprogramm.

Angefangen hat die segensreiche Arbeit für Burgdorf im Jahr 1928. Den 36 Gründungsvätern des Verkehrsvereins geht es damals darum, die Entwicklung der Stadt voranzubringen – und zwar ganz handfest mit Bauprojekten. Die erste Aufgabe, die sich der Verein vornimmt, ist die Aufstellung eines gärtnerischen Bebauungsplan- und Verschönerungsplans für das gesamte Stadtgebiet. Dieses Engagement in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung – Bürgermeister Otto Stange war damals Vereinsvorsitzender – prägt bis heute das Stadtbild. Auf Initiative des VVV und vermutlich auch in Mitarbeit entstehen in den folgenden Jahren das Stadion mit Tribüne am westlichen Stadtrand, der Stadtpark, der Lönsweg, der Alte Jagdsteg und der Tiefenwiesenweg. Der Bösselberg wird bepflanzt. Ein Heimatmuseum wird im Gebäude der heutigen IGS eingerichtet und die Stadtgeschichte wird erforscht. 

Das Stadion - hier eine Aufnahme aus den Dreißiger Jahren - war eines der ersten Projekte, die der neu gegründete Verkehrsverein initiiert hat. Quelle: privat (Archiv)

1945 muss der VVV wie alle Vereine in der Stadt auf Anordnung der englischen Besatzungsmacht seine Arbeit einstellen. Doch schon am 3. Mai 1950 kommt es zur Neugründung – zunächst mit 41 Mitgliedern. Schwerpunkte der Arbeit sind die Organisation der Kreispferdeleistungsschau, Weihnachtsverkaufs- und Gewerbemessen sowie Theaterabende und Musikveranstaltungen. Der VVV macht sich auch stark für den Bau des neuen Schwimmbads am Nassen Berg.

Neue Impulse im Vereinsleben setzen 1974 Bürgermeister Karl-Heinz Kannacher und Stadtdirektor Horst Bindseil. Stadtamtmann Gert Stuhlert übernimmt die Geschäftsführung des VVV. Kultur und Naherholung bekommen mehr Gewicht. Nicht zuletzt fördert der VVV die heimischen Großveranstaltungen wie den Oktobermarkt, der sich im Laufe der Zeit mit einem neuen Konzept zum Höhepunkt des Jahres entwickelt. 1978 zur 50-Jahr-Feier sendet der Norddeutsche Rundfunk in seiner Sendung „NDR II –Von neun bis halb eins“ live aus Burgdorf. 

Dieses Foto entstand auf einem der ersten Pferdemärkte, die der VVV seit 1980 wieder ausrichtet. Quelle: privat (Archiv)

Inzwischen ist der VVV so aktiv, dass Stuhlert die Geschäftsführung nicht mehr neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit im städtischen Ordnungsamt leisten kann. Sein Nachfolger als erster hauptamtlicher Geschäftsführer des VVV wird 1978 Gerhard Bleich. Seit nunmehr 40 Jahren führt Bleich die Fäden im Verein zusammen. Gemeinsam mit dem Vorstand hat er den VVV zu einer Organisation gemacht, die nicht nur das kulturelle und wirtschaftliche Leben über Burgdorf hinaus bereichert, sondern auch sozial aktiv ist. Denn nichts anderes ist das vielseitige ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder. 

Um diese ehrenamtlichen Strukturen auch in Zukunft zu erhalten, will der VVV seine Geschäftsführung breiter aufstellen. „Denn ehrenamtliches Engagement muss koordiniert werden“, betont Bleich. Um die Arbeit des VVV langfristig zu sichern, hat der Rat der Stadt für drei Jahre einen Personalkostenzuschuss von 50 000 Euro pro Jahr bewilligt. „Seit Kurzem ist der Haushalt der Stadt genehmigt, sodass wir aktiv werden können“, sagt Bleich. Stellenanzeigen seien nicht geplant, sondern man wolle selbst auf die Suche nach potentiellen Mitarbeitern gehen. Diese sollen laut Bleich als Praktikanten beginnen, um zu sehen, ob sie für die Aufgabe in Burgdorf tatsächlich geeignet sind.

Sein 90-jähriges Bestehen feiert der VVV in erster Linie mit einer Ausstellung. Unter dem Titel „90 Jahre VVV –90 Jahre für Burgdorf“ beleuchtet die Dokumentation die wichtigsten Stationen der Vereinsgeschichte. Die sechswöchige Ausstellung mit Bild- und Textdokumenten wird am Freitag, 13. April, im Stadtmuseum eröffnet. Das Jubiläum ist auch Thema in der Mitgliederversammlung am heutigen Dienstagabend. Geehrt werden sollen die dienstältesten ehrenamtlichen VVV-Mitarbeiter – Karl-Ludwig Schrader, Karin Brosig, Hermann Stephan und Fritz Bredemeier – sowie erstmals auch eine Sparte. Es wird das VVV-Theater sein, weil es schon so lange aktiv ist.

Von Anette Wulf-Dettmer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ralf Solisch gibt nach zehn Amtsperioden den Vorsitz des Fanfarencorps  Wikinger in die Hände seines Neffen Alexander Solisch.  Der 28-Jährige hat sich vorgenommen, das Corps weiter zu verjüngen.

16.03.2018

An der Immenser Straße ist die Feuerwehr Burgdorf zu einem überfluteten Keller gerufen worden. Ein Meter hoch stand das Wasser in dem Einfamilienhaus. Ursache des Schadens ist vermutlich eine durch Frost geplatzte Mischarmatur im Obergeschoss.

Stefan Heinze 16.03.2018

Das will kein Autofahrer erleben: Auf dem Schützenplatz ist am Dienstag kurz vor 10 Uhr aus ungeklärter Ursache ein Skoda in Brand geraten. Löschaktion mit Auewasser verhindert Ausbreiten der Flammen.

16.03.2018
Anzeige