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Region Burgdorf Nachrichten Stadt sucht Eltern für Pflegekinder
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00:35 31.03.2018
Petra und Marko Zaubitzer nehmen seit 17 Jahren Pflegekinder auf - dauerhaft und als Bereitschaftspflege. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

 Immer mehr Eltern fehlt das, was Waltraud Schaller von der Stadt Burgdorf die Erziehungskompetenz nennt: das Vermögen, ihren Kindern einfache Regeln zu vermitteln und diese über längere Zeit auch aufrecht zu erhalten. Und deshalb benötigt die Stadt seit Jahren zunehmend mehr Pflegeeltern, jene, die Jungen und Mädchen dauerhaft ein Zuhause bieten, und jene, die in akuten Situationen ein Kind bei sich aufnehmen. Petra und Marko Zaubitzer bieten dem Burgdorfer Nachwuchs beide Möglichkeiten – seit 17 Jahren und mit gleichbleibend großem Herzblut, wie beide sagen.

Eigentlich wollten Zaubitzers ein Kind adoptieren, doch seinerzeit wechselte die Adoptionsstelle nach Hannover. „Und uns wurde gesagt, dass wir wahrscheinlich als Karteileichen enden werden“, sagt Petra Zaubitzer schmunzelnd. Sie diagnostiziert sich selbst ein Helfersyndrom, weshalb das Paar deshalb auch überlegte, einem Kind aus Afrika ein Zuhause zu bieten. Doch dann bekam die ausgebildete Erzieherin, die zu der Zeit in der Kita Südstadt arbeitete, eine Anfrage als Bereitschaftspflege. Gut fünf Jahre war der Junge damals alt, und seine Probleme sehen die Pflegeeltern als symptomatisch für viele „ihrer“ Kinder an. 

Sie müssten oftmals erst lernen, sich zum Essen gemeinsam an einen Tisch zu setzen, dem Tag eine Struktur zu geben oder sich morgens zu waschen und die Haare zu kämmen. „Vieles davon haben sie in der Herkunftsfamilie nicht erlebt“, weiß Marko Zaubitzer aus Erfahrung.

Knapp 20 Jungen und Mädchen nahmen die Burgdorfer auf – vier von ihnen leben dauerhaft in dem großen Haus mit einem Garten voller Spielzeug, Sandkiste und Swimmingpool. „Gerade hatten wir ein kleines Baby, gerade sechs Wochen alt, für einige Zeit, manchmal brauchen aber auch 14- oder 16-Jährige ein Zuhause auf Zeit“, sagt Petra Zaubitzer. Sie versucht, zu allen Schützlingen den Kontakt zu halten. Und mitunter umfasst das auch schon die nächste Generation. 

Einen Platz lässt das Paar immer frei für ein Kind, das in einer besonders schwierigen Situation einen Platz benötigt. Die Entscheidung darüber trifft das Jugendamt, manchmal auch das Amtsgericht. Und es kommt vor, dass Jugendliche selbst ihr Zuhause verlassen wollen. „Gerade bei der Bereitschaftspflege kann man in kurzer Zeit ganz viel erreichen, aber man muss auch wieder abgeben können“, sagt Petra Zaubitzer. Fünf dieser Plätze fehlten derzeit, sagt Schaller. 

Geduld, Herz und Durchsetzungsvermögen, Hartnäckigkeit – diese vier Voraussetzungen müssten Paare mitbringen, zählt die Pflegemutter auf, die nach eigenen Angaben ihre Entscheidung bisher noch nicht bereut hat. Im Gegenteil: Dank der Vernetzung mit anderen Pflegeeltern und den Seminaren seitens der Stadt vermisse sie auch nicht ihre ehemaligen Kollegen in der Kita. 

Seminar schult die Pflegeeltern

Ein Vorbereitungsseminar für Familien und Paare, die als Pflegeeltern aktiv werden wollen, bietet die Stadt Burgdorf am Freitag, 20. April, und am Sonnabend, 21. April, an. Das Seminar dauert am Freitag von 18 bis 22 Uhr und am Sonnabend von 9 bis 18 Uhr. Dabei geht es nach Aussage von Waltraud Schaller vom Pflegekinderdienst unter anderem um Rechte und Pflichten von Pflegeeltern, um Qualifizierungen und die Unterstützung durch den Pflegekinderdienst. Es richtet sich sowohl an Interessierte, die eine Vollzeitpflege übernehmen wollen, als auch an jene, die Plätze in der Bereitschaftspflege anbieten. 

Anmeldungen für das Seminar nimmt der Pflegekinderdienst unter Telefon (05136) 898322 oder 898325 entgegen. bis

Von Antje Bismark

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