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Nachrichten Zauneidechse muss vor Parlasca-Erweiterung umziehen
Region Burgdorf Nachrichten Zauneidechse muss vor Parlasca-Erweiterung umziehen
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00:20 22.02.2019
Von der 80 Meter langen Baumreihe entlang der alten Grundstücksgrenze der Keksfabrik (links), in deren Wurzelbereich die Zauneidechsen ihren Winterschlaf halten, stehen nur noch die Stammstümpfe. Die Baumhecke ist mit Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde gekappt worden. Sobald es wieder frostig wird, soll der Heckenfuß 20 Meter nach Westen (rechts) versetzt werden. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf

Die Keksfabrik Parlasca will an ihrem Standort Vor dem Celler Tor ein neues Palettenlager errichten. Geplant war bislang für das Bauvorhaben das beschleunigte Verfahren nach Paragraf 13 a des Baurechts anzuwenden. „Doch vor zweieinhalb Wochen haben wir die Information bekommen, dass höchste Gerichte solche B-Pläne der Innenentwicklung gekippt haben“, berichtete Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann in der Sitzung des Ratsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau am Montagabend. „Deshalb machen wir jetzt das Vollverfahren.“

Das Vollfahren bedeutet zusätzlichen Aufwand. Unter anderem sind eine Umweltverträglichkeitsprüfung und naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen sowie die frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange erforderlich. Auf dem Gelände der Keksfabrik wurden die streng geschützten Zauneidechsen entdeckt. Sie überwintern derzeit in den Wurzeltellern einer Baumreihe, die für den Bau des Palettenlagers weichen muss. Um so viel wie möglich vom Lebensraum der Zauneidechsen zu erhalten, sollen die Tiere samt ihres Winterquartiers umziehen. Dafür wird laut Brinkmann der sogenannte Heckenfuß – die Bäume sind bereits ganz legal einen halben Meter über dem Boden abgesägt worden – rund 20 Meter nach Westen an die neue Grenze des Fabrikgeländes versetzt. Der Heckenfuß werde „ganz sanft“ ausgegraben und dann vorsichtig an den neuen Standort transportiert, beschrieb Brinkmann das Vorgehen.

So sieht sie aus - die Zauneidechse, für die der Umzug auf dem Betriebsgelände der Keksfabrik Parlasca geplant ist. Quelle: Ina Blanke

Für Zauneidechsen-Umzug muss es kalt sein

Wegen der milden Temperaturen wird mit dem Umzug der Tiere noch gewartet. Denn wichtig ist, dass die Zauneidechsen in ihrer Winterstarre verharren, damit sie beim Transport nicht aufwachen und zu Schaden kommen. Zusätzlich zum Umzug muss eine 1200 Quadratmeter große Ausgleichsfläche ausgewiesen werden, um den Biotopverlust zu kompensieren. Dies will die Stadt laut Brinkmann im Rahmen ihres Kompensationspools sicherstellen. Konkret soll eine Ausgleichsfläche im dritten Bauabschnitt des Gewerbeparks Nordwest ausgewiesen werden.

Der zu entwickelnde B-Plan Nr. 0-91 „Erweiterung Parlasca“ umfasst das bestehende Betriebsgelände, die vom Unternehmen gekaufte Erweiterungsfläche von fast 3000 Quadratmetern sowie das Areal um die Reithalle – insgesamt 13.100 Quadratmeter. „Das Ziel ist, den B-Plan noch im Sommer zu verabschieden“, sagte Brinkmann im Anschluss an die Ausschusssitzung und räumte ein: „Das ist total ambitioniert.“ Schon während der Sitzung hat der Stadtplaner darauf hingewiesen, dass Parlasca das neue Palettenlager dringend brauche. „Die Firma hat derzeit überall in der Stadt Lagerflächen angemietet“, berichtete er.

Umsatz der Keksfabrik wächst seit Jahren

Nach Angaben des Geschäftsführers Georg Parlasca soll ein Palettenlager gebaut werden, das annähernd drei Mal so groß sein wird wie die jetzige Lagerhalle im Nordwesten des Betriebsgeländes. Im Außenbereich entstehen neben der Zufahrt ein Wendehammer und Stellflächen für Lastwagen. Zudem sollen die neuen Lagerkapazitäten dazu beitragen, dass die Produktionsanlagen der Keksfabrik erweitert werden können. Denn nach Angaben des Geschäftsführers steigt der Umsatz Parlascas jährlich um 15 bis 25 Prozent. 2017 erreichte er 16 Millionen Euro.

Von Anette Wulf-Dettmer

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