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Nachrichten Testsegeln auf Kiessee macht Lust auf mehr
Region Burgdorf Nachrichten Testsegeln auf Kiessee macht Lust auf mehr
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19:04 24.09.2018
Sechs Optimisten kreuzen auf der Wasserfläche des Kiesabbaugebiets an der Immenser Landstraße. Im Hintergrund sind die Sandberge im Uferbereich zu erkennen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf/Immensen

Der Plan, den die Segler des SSV Schillerslage, die TSV Burgdorf, der Heeßeler SV, die Feuerwehr, die DLRG, das THW sowie die Tauchschule Burgdorf und die Tauchgruppe des HSV 92 von Hannover gemeinsam verfolgen, ist ebenso ambitioniert wie reizvoll. „Das Areal des Kiessees an der Immenser Landstraße könnte eine riesige Open-Air-Sporthalle werden“, sagt Johannes-Peter Reuter von der SSV-Segelsparte.

Jasper bringt seinen Optimisten mit dem Paddel (rechts) in Schwung. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Die Segler haben am Sonntagvormittag ausprobiert, ob die Wasserfläche der Lehmann-Kieswerke groß genug ist fürs Anfängertraining. Zur Segel-Premiere fand sich viel Publikum ein. Ratsmitglieder, Burgdorfs Bürgermeister und die beiden Planerinnen beobachteten gemeinsam mit Vertretern von Feuerwehr, DLRG, THW und Sportvereinen, wie sechs Optimisten – die kleinste Segelbootklasse – mit jungen Seglern an Bord nacheinander zu Wasser gelassen wurden. Der Erste, der hinaus aufs neue Segelrevier durfte, war Michel. Um in den Wind zu kommen, paddelte der 13-Jährige sein Boot zunächst aus der kleinen Bucht. Schließlich kreuzten alle sechs Optimisten auf dem Wasser – begleitet von ihren Ausbildern in einem motorisierten Schlauchboot.

Abbtauchen im See des Kieswerks: Das erlaubt Betreiber Burghart Lehmann-Rentsch den Hobby- und Rettungstauchern bereits jetzt. Quelle: privat

„Das Probesegeln war erfolgreich“, lautete Reuters Bilanz, als alle wieder an Land waren. „Wir wünschen uns schon lange einen See in der Nähe.“ Besonders die Schüler der Segel-AGs, die der SSV an den Burgdorfer Schulen anbietet, würden von der kurzen Entfernung profitieren, erklärt er. Derzeit trainieren die Segler vor allem auf dem Steinhuder Meer. Nur die Hobbytaucher und die Rettungstaucher der Burgdorfer Ortsfeuerwehr dürfen den See mit Erlaubnis des Kieswerkbetreibers Burghart Lehmann-Rentsch bereits regelmäßig nutzen.

Noch fünf Jahre will er an der Immenser Landstraße Kies abbauen. „Trotzdem müssen wir jetzt anfangen und planen“, sagte Reuter. Denn für die zukünftige Nutzung als Sportrevier müsse ein Bebauungsplan erstellt werden.

Die Zusammenarbeit der potentiellen Nutzer ist offenbar schon weit gediehen. Laut Reuter, wollen die Vereine unter sich klären, wer für welchen Tag oder Woche zuständig ist, „sodass es immer eine soziale Kontrolle auf dem Gelände gibt“. Einen offiziellen Badebetrieb wird es voraussichtlich nicht geben. Dafür wäre eine Aufsicht erforderlich. Zudem befürchtet die Stadt Burgdorf Konkurrenz für ihr Freibad und das Waldbad.

Sportliche Aktivitäten sind nur auf dem jetzigen Betriebsgelände geplant, erklärt Christine Feller vom Planungsbüro Lärchenberg, das das Nachnutzungskonzept in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover erstellt. „Das ganze Gelände wird einen Naturcharakter bekommen“, versichert sie. Für die Segler werde nur ein kleiner Teil der Wasserfläche freigegeben. Sie dürfen weder den renaturierten Cewe-Teich im Süden noch die Uferzonen befahren. „Der Naturschutz hat Vorrang, so ist es bereits in der Abbaugenehmigung vereinbart. Die Behörde entscheidet deshalb, welche Nutzung naturverträglich ist“, sagt Feller.

Neu angelegt: Dort wo sich einst die Badegäste gesonnt haben, befindet sich ein kleiner Teich, den Seerosen sofort erobert haben. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Die Renaturierung des Kiesabbaugebiets hat längst begonnen. Große Teile sind der Natur schon seit Längerem zurückgegeben worden. Neu hinzugekommen sind zwei kleine Teiche, die Lehmann-Rentsch ausgehoben hat, und die Uferbereiche des früheren Badestrandes sind bepflanzt worden.

Von Anette Wulf-Dettmer

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