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Region Burgdorf Nachrichten Als Tausende im Hänser Bergwerk schufteten
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18:39 26.09.2018
Unter Tage: Dieses alte Foto erinnert an den Durchbruch zwischen den Kaliwerken in Hänigsen und Wathlingen im Jahr 1913 Quelle: Repro: privat
Burgdorf

Der Arbeitskreis Stadtmuseum plant für Anfang nächsten Jahres wieder eine große historische Ausstellung: Mit Exponaten, Bild- und Textdokumenten sowie Zeitzeugenberichten soll an den Kalibergbau und die Erdölförderung erinnert werden, die mehr als 100 Jahre lang die Existenzgrundlage für Tausende Menschen im Raum zwischen Burgdorf, Hänigsen und Wathlingen war. Spuren dieser Zeit sind bis heute in der Landschaft zu finden – sei es die schon von Weitem zu sehenden große Kalihalde in Wathlingen, seien es die im Untergrund schlummernden Bohrschlammgruben, die die Erdölindustrie in vielen Dörfern zurückgelassen hat.

Die Geschichte des hiesigen Kaliabbaus endete am 28. Juni 1996 mit der Stilllegung der unterirdisch verbundenen Bergwerke Riedel in Hänigsen und Niedersachsen in Wathlingen. Ein Jahr später wurde auch die Erdölförderung an den Bohrstellen in Hänigsen und Nienhagen eingestellt. Für den Transport der Rohstoffe und der Arbeiter verkehrten von 1908 bis 1961 Bahnen. Eine davon war die „Kasparbahn“, sie verlief vom Kaliwerk Riedel über Weferlingsen und Sorgensen bis zum Kleinbahnhof in Burgdorf. Diese Station lag in Höhe der heutigen Fußgängerbrücke in der Verlängerung der Straße Am Nassen Berg. Auch die Kalibahn, auf der der Verein der Kalibahner seit einigen Jahren Draisinenfahrten anbietet, ist ein Relikt aus dieser Zeit.

Horst Regenthal, der schon mehrere große Ausstellungen für das Stadtmuseum konzipiert hat – darunter die vielbeachtete über Flüchtlinge und Vertriebene in der Nachkriegszeit in Burgdorf – will auch diesmal wieder ein Stück Regionalgeschichte lebendig werden lassen. Dafür hat er sich der Hilfe der Hänigser Teerkerle versichert. Denn in der Region und darüber hinaus kennt sich wohl niemand besser mit der Geschichte der Erdölförderung aus. Die Hänigser haben das Hänser Teermuseum am Kuhlenberg aufgebaut – ehrenamtlich.

Auch wenn das Teermuseum viele Exponate zur Ausstellung beisteuern kann, sucht die Projektgruppe um Regenthal weiteres Material aus dieser Zeit – vor allem typische Arbeitsgeräte, Bekleidung und Fotos. Um die damaligen Lebensumstände den Besuchern näher zubringen, würde das Projektteam in der Ausstellung auch gern Lebensläufe und Zeitzeugenberichten von ehemaligen Bergleuten und Erdölarbeitern präsentieren. Wer Exponate und Dokumente – als Leihgabe oder Schenkung – zur Ausstellung beisteuern kann und will, den bittet Regenthal sich bei ihm, Telefon (05136) 9746233 und Mailadresse horele@gmx.de, oder bei der VVV-Geschäftsstelle, Telefon (05136) 1862, zu melden.

Von Anette Wulf-Dettmer

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