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Region Burgdorf Nachrichten Quintett sorgt für Raritäten-Wohlklang
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18:08 27.08.2018
Fagott und Oboe spielen die Hauptrollen im „Vier-Jahreszeiten“-Sommerkonzert des Ensembles Capalla Tempesta im Schloss. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Der Name des Ensembles Capella Tempesta ließ für das Sommerkonzert der „Vier-Jahreszeiten“-Reihe des Kulturvereins Scena einen Sturm erwarten. Dabei ist er lediglich dem Namen der Fagottistin Nelly Sturm entlehnt, welche die Leipziger/Berliner Formation zusammengestellt hatte für den an musikalischen Raritäten so reichen Sonntagabend-Auftritt im Schloss. Weshalb diesen das Publikum nach zwei Stunden höchsten Konzertgenusses mit stürmischem Applaus quittierte.

Jan Dimas Zelenka (1679-1745): Wohl kaum einer im Saal konnte von sich behaupten, er habe jemals ein Werk des böhmischen Barockkomponisten, Violinisten und Kontrabassisten am Dresdener Hof gehört. Was keinen wundert. Gerade einmal sechs Instrumentalstücke sind von Zelenka überliefert. Capella Tempesta hatte eine technisch außerordentlich anspruchsvolle Sonata in B-Dur für Violine, Oboe, Fagott und Basso Continuo mitgebracht und meisterte sie mit Bavour.

Dabei schaffte es das fünfköpfige Frauenensemble nämlich, diesem komplexen Kleinod ein solches Leben einzuhauchen, das man sich an den vollen Klangkörper eines, wenn auch kleinen, Barockorchesters erinnert fühlen durfte: Oboe und Fagott übernahmen dabei die Hauptrollen. Virtuose, originell in sich verwobene Melodiestaffetten wechselten sich ab mit getragenen Passagen, bevor es schließlich in die Pause ging.

In welche das Publikum Capella Tempesta freilich nicht so mir nichts dir nichts entließ, sondern noch einmal voller Anerkennung in den Saal zurückklatschte. Das muss das Ensemble ungemein motiviert haben. So sehr, dass erst die Oboistin Natalia Herden beim Vivace-Satz von Johann Gottlieb Janitschs a-moll-Sonate für Oboe und Basso Continuo zur Höchstform auflief. Und erst recht die Cellistin Katharina Litschig, die im Presto-Satz von Giovannis Benedetto Plattis F-Dur-Solosonata ihrem Instrument rasend schnelle Läufe abrang. Für die atemberaubende Sicherheit, mit der sie dies tat, setzte es Bravo-Rufe.

Wie Litschig und die Cembalistin Jia Lim überhaupt das Rückgrat der Formation bildeten und so den Melodiestimmen erst die nötige Statik gaben für deren Capricen. Die Violinistin Friederike Lehnert tänzelte sich nachgerade selbst durch schwierigste Passagen. Nelly Sturm am Fagott sprühte vor Spielwitz, nicht minder Natalia Herden an der sonoren Oboe. Zuletzt bei Johann Friedrich Faschs F-Dur-Sonata für Violine, Oboe und Fagott. Das Publikum reagierte enthusiastisch, dankte es mit rhythmischem Klatschen, bevor es beseelt den Heimweg antrat.

Fagott und Oboe spielen die Hauptrollen im "Vier-Jahreszeiten"-Sommerkonzert des Ensembles Capalla Tempesta im Schloss. Quelle: Joachim Dege

Von Joachim Dege

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