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Region Burgdorf Nachrichten Burgdorfer Konserven in aller Munde
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09:10 31.07.2018
Arbeiterinnen in der Konservenfabrik im Jahr 1956. Quelle: privat
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Burgdorf

„Auf den Spuren der Burgdorfer Konservenfabrik“: So lautet das Thema einer Stadtführung, die der Verein Stadtmarketing Burgdorf (SMB) am Sonntag, 12. August, veranstaltet. Treffen ist um 14 Uhr am Wicken-Thies-Brunnen auf dem Spittaplatz.

Die Konservenfabrik im Eröffnungsjahr 1892. Quelle: privat

Gemeinsam mit Stadtführer Christoph Adolph geht es auf einen Streifzug über das frühere Areal der ehemaligen Konservenfabrik. Das einst größte Industrieunternehmen in der Stadt umfasste fast den Bereich zwischen Garten-, Wallgarten- und Heinrichstraße sowie dem Bahngelände. Das von Ludwig Warnecke im Jahre 1892 gegründete Unternehmen mauserte im Laufe seiner fast 80-jährigen Geschichte von einer kleinen Firma zur größten Konservenfabrik Deutschlands. Burgdorf wurde so zum alleseits bekannten Standort industrieller Konservenherstellung.

Hergestellt wurden Spargel-, Erbsen-, Bohnen-, Karotten- und Pilzkonserven, die ihren Weg nicht nur in die Kochtöpfe der Region, sondern in die ganz Europas fanden. Doch auch die internationale Konkurrenz wuchs und erzeugte mächtig Druck. Bereits 1951 verkündete der Deutsche Bauernverband laut Spiegel: "Franzosen, Holländer und Italiener sind nur deshalb so stark an der Agrarunion interessiert, weil sie ihre Überschüsse an Obst, Gemüse und Wein in Deutschland absetzen möchten. Davon haben wir selbst genug." Die Befürchtungen traten ein, im Zuge der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Gründung der Europäischen Gemeinschaft im Jahre 1967 erhielt Frankreich den Zuschlag für nahezu die komplette sogenannte Naßgemüseproduktion.

Lastwagen der Konservenfabrik im Jahre 1951. Quelle: privat

Zwar trat die Firmenleitung 1969 in Verhandlungen ein mit dem weltweit agierenden Langnese-Iglo Konzern. Das jedoch sollte keine Rettung, sondern den Anfang vom Ende für das Traditionsunternehmen bedeuten: Bereits zwei Jahre nach der Übernahme des Unternehmens am 1. Januar 1970 kündigte der Konzern die Schließung des Werkes an: Es war nicht mehr rentabel genug. Die Produktion endete am 30. Dezember 1971. Damit endete ein wichtiges und erfolgreiches Kapitel Burgdorfer Wirtschaftsgeschichte.

Karten für die SMB-Führung gibt es in der Geschäftsstelle des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins an der Braunschweiger Straße 2. Dort können Gruppen und Vereine zudem Stadt- oder Erlebnisführungen nach eigenen Terminwünschen buchen. Ansprechpartner ist SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich unter Telefon (0 51 36) 18 62 .

Von Sandra Köhler

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