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00:34 02.04.2018
Gerhard Hogreve pflügt den Acker bei Wettmar für die Bestellung der Frühkartoffeln. Quelle: Antje Bismark
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Hülptingsen/Otze/Ramlingen

Eine Pause während der Osterfeiertage – die können sich Cord-Heinrich Schweer aus Hülptingsen, Cord Buchholz aus Otze und Gerhard Hogreve aus Ramlingen nicht leisten. Auf gut drei Wochen schätzen die Landwirte die Verzögerung, die ihnen das nasse und vor allem frostige Wetter im März bei der Feldbestellung beschert hat. Sie hoffen deshalb auf trockene Stunden, um Frühkartoffeln, Sommergetreide und Zuckerrüben in die Erde zu bringen.

„Eigentlich“, sagt Schweer, „beginnen wir Anfang März mit der Bestellung.“ Doch die vergangenen Wochen konnte er mit seinen beiden Auszubildenden Henriette Schnehage und Johannes Schwarze erst einmal nur dafür nutzen, die Arbeiten auf dem Feld vorzubereiten: Das Saatgut steht jetzt zum Abtransport bereit, alle Maschinen warten auf den Einsatz – nun fehlt nur noch das richtige Wetter. „Wir können die drei Wochen nicht aufholen, aber natürlich arbeiten wir jetzt an trockenen Tagen länger“, sagt Schweer. 

Auch die freie Zeit an Ostern reduziert sich damit: An Karfreitag ruhe die Arbeit, sagt der Hülptingser. Am Karsonnabend indes sind alle drei im Einsatz, um die Felder mit Frühkartoffeln und Sommergetreide zu bestellen. „Und auch an einem der beiden Feiertage werden wir arbeiten“, sagt Schweer. Dass sich sein Arbeitsalltag an der Vegetation und am Wetter orientiert, ist für ihn längst eine Selbstverständlichkeit.

Aber auch seine beiden Azubis sehen den Einsatz an Tagen, an denen andere ihre freie Zeit genießen, als unproblematisch an. Für Johannes Schwarze ist es eine Premiere, die Notwendigkeit indes sieht auch er: „Ich habe eine Zahntechniker-Ausbildung abgeschlossen, da gab es immer einen pünktlichen Feierabend.“ Jetzt gebe es dafür andere Voraussetzungen, „aber mir macht die Arbeit Spaß, auch an einem Feiertag“, sagt der Heeßeler. Seine Familie akzeptiere die Situation ebenso wie seine Freunde.

Henriette Schnehage kommt von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Pattensen, das Arbeiten an Wochenenden und während der Feiertage kennt sie von Kindheit an. „Als ich meinem Vater gesagt habe, dass ich Ostermontag nicht da bin, hat er nur gesagt, er sei auch weg“, erzählt sie schmunzelnd. Denn neben der Feldbestellung müssen sich Schweer, Schnehage und Schwarze auch um die Hühner auf dem Hof kümmern, die aus Kundensicht die Eier derzeit im Akkord legen müssen.

„Wir füllen den Verkaufsstand mehrmals am Tag auf, aber das reicht alles nicht“, sagt die Auszubildende schmunzelnd. Die Tiere füttern, Eier einsammeln, in die Pappen sortieren, den Verkaufsraum mit Kartoffeln, Zwiebeln und Eiern füllen – auch darum kümmert sich derBerufsnachwuchs. „Viehhalter haben ohnehin einen anderen Rhythmus, weil sie sich um ihre Tiere kümmern müssen“, sagt Schweer und meint damit unter anderem jene Kollegen, die morgens und abends melken müssen.

Gerhard Hogreve pflügt für die Frühkartoffeln

Eine Pause während des Osterfestes – die gibt es auch für Gerhard Hogreve nicht. Gut 35 Jahre hat er den Familienbetrieb in Ramlingen geleitet, nun hat sein Sohn Lars übernommen. „Und der muss jetzt die Frühkartoffeln setzen“, sagt Hogreve, während er ein Feld bei Wettmar pflügt. Drei Wochen zu spät, fügt er hinzu. Den Karfreitag nutzt der Landwirt deshalb, um Rüben zu drillen. Der Karsonnabend gehöre dann wieder dem Pflügen, damit neben Frühkartoffeln auch Braugerste, Weizen und Roggen bald in die Erde kommen könnten. 

„Die Arbeit teilt mein Sohn ein, er kümmert sich vor allem um die Kartoffeln, ich bin für Rüben zuständig“, sagt Hogreve. Probleme mit der Bestellung an einem Feiertag kenne er nicht: „Vielleicht ist es für den einen oder anderen ungewöhnlich, der neu hierher zieht. Wer vom Land kommt, weiß, dass es nicht anders geht.“

Cord Buchholz hofft auf trockenes Wetter

Eigentlich möchte Cord Buchholz aus Otze möglichst schnell die Rüben bestellen, doch zuvor muss er ein Substrat aus der Biogas-Anlage einarbeiten. „Und das kann ich den Otzern nicht an den Feiertagen zumuten, dass ich mit dem Güllewagen fahren“, sagt der Nebenerwerbslandwirt. Er hofft deshalb auf trockenes Wetter am Karsonnabend, dann könnte er das Substrat aufbringen und mit der Bestellung weitermachen. Denn eigentlich plane er, bis zum 10. April die Rüben bestellt zu haben. „Das wäre noch ein vertretbarer Termin, damit wir einen guten Ertrag erwarten können.“ Falls der Regen die Feiertagsarbeit verhindere, freue sich die Familie: „Dann nutzen wir die Zeit anders.“

 

Von Antje Bismark

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