Navigation:
Der Berliner Autor Thomas Fuchs spricht mit Realschülern und stellt ihnen das Buch "Nullnummer" vor.

Der Berliner Autor Thomas Fuchs spricht mit Realschülern und stellt ihnen das Buch "Nullnummer" vor.
© Antje Bismark

Burgdorf

Buchautor Fuchs beschreibt seine Arbeit

Gleich an drei Tagen hat Buchautor Thomas Fuchs Schüler der IGS, des Gymnasiums und der Realschule auf eine Reise in die Welt der Literatur mitgenommen.

Burgdorf.  “Was wäre, wenn ...“ – so lautet die Formel für Autor Thomas Fuchs, wenn er die Idee für ein neues Buch entwickelt. „Betrachte ich das Schreiben als eine Wanderung, dann ist diese Frage mein Ausgangspunkt“, sagte der 53-Jährige, der jetzt an drei Tagen mit Schülern der IGS, der Realschule und des Gymnasiums über seine Arbeit sprach und den Jugendlichen seine Bücher vorstellte.

„Meine Lesungen sind keine Verkaufsveranstaltungen“, betonte der Buchautor. Ihm gehe es vielmehr darum, mit seinen jungen Zuhörern ins Gespräch zu kommen und bei Lesungen zu erfahren, wie die Jugendlichen auf seine  Geschichten reagieren. „Sie sind gnadenlos: Wenn sie sich langweilen, dann zeigen sie es gleich“, weiß er aus Erfahrung. Bei den Achtklässlern der Realschule traf er mit seinem Buch „Nullnummer“ offenbar auf echtes Interesse. Es handelt von Nils,  Chefredakteur und alleiniger Mitarbeiter der Schülerzeitung "Gutenberger Schulecho". Doch weil niemand seine seriösen, auf Fakten aufbauende und gut recherchierten Artikel lesen will, soll sie eingestellt werden. Wenn er sich schon von seinem Traum verabschieden muss, dann aber richtig und so veröffentlicht er eine Abschiedsnummer mit reißerischen Schlagzeilen und Skandalen.

„Es ist spannend zu erfahren, wie es ist, für eine Zeitung zu schreiben“, sagte die 13-jährige Josefine. Ihrer Mitschülerin Lynn gefiel der ungewohnte Unterricht ebenso wie Chantal, für die es bereits die zweite Buchlesung, aber die erste in der neuen Schulbücherei am Berliner Ring war. Der 14-jährige Trung bevorzugt normalerweise Comics und Mangas: „Aber ich lese auch Harry Potter.“ Justin fand die Person des Nils am besten. 

Für jede Lesung wählte Fuchs ein anderes Buch: Den jüngeren IGS-Schülern stellte er „Wanted“ vor, das sich mit dem möglichen Aussteigerleben und dem Räuberdasein im heutigen Deutschland beschäftigt. „Treffpunkt Irgendwo“ heißt das Buch, über das der Autor mit den Gymnasiasten sprach. Dabei, sagte Fuchs, gehe es ihm nicht nur darum, den Schülern das gedruckte Wort vorzustellen, sondern vor allem darum, das Entstehen von Literatur zu erklären. „Das bedeutet, dass ich mich in die Figuren hineinversetze und in der Welt versinke, über die ich schreibe“, sagte der Vater zweier Töchter und erzählte anhand der Geschichte von „Falsche Zeit, falscher Ort“, wie er eine Situation Schritt für Schritt entwickelt und Antworten findet auf die Frage: „Was wäre, wenn ...“

Schulbücherei sammelt Buchspenden in Geschäften

Mehr als 11.000 Bücher stehen sich in den Regalen der neuen Schulbibliothek, die im neuen C-Trakt am Berliner Ring entstanden ist. Ein großer Teil davon stammt nach Aussage von Büchereileiterin Nicole Wortmann aus dem Bestand des Gymnasiums, auch die Realschule hat unter der Regie von Petra Zink etliche Bücher aus ihrem alten Gebäude mitgebracht. Sie finden sich allerdings nicht nur im verglasten Raum der Bücherei im Erdgeschoss, sondern auch in der Bücherwand-Oase.

Allerdings benötigt die neue Schulbibliothek, die Gymnasiasten und Realschüler nutzen, weitere Werke. „In einigen Themenfeldern gibt es viele Veränderungen, sodass unsere Bücher veraltet sind, in anderen Fällen sind die Medien so oft ausgeliehen worden, dass wir sie ersetzen müssen“, sagt Wortmann. Dazu gehören unter anderem die „Herr-der-Ringe-Werke“. Fachliteratur fehlt vor allem für Geschichte, Politik, Mathematik und Informatik. Gefragt sei auch die Was-ist-was-Reihe.

Deshalb hat Wortmann in Wegeners Buchhandlung und der Buchhandlung Freyraum je eine Kiste aufgestellt, in der Kunden die besonders benötigten Bücher finden. „Wer möchte, kann eines davon kaufen und der Schule spenden“, beschreibt Wortmann das Prinzip. Die ersten neuen Bücher seien eingetroffen, sie hoffe auf Nachahmer – denn pro Jahr steht der Schulbibliothek nur ein geringer dreistelliger Betrag für Neuanschaffungen zur Verfügung.

Von Antje Bismark


Burgdorf ist ...

  • ... eine Stadt im Osten der Region Hannover mit neun Ortsteilen und rund 30.000 Einwohnern.
  • ... bekannt für Spargelanbau und  Hannoveraner-Zucht.
  • ... die Heimat des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf.
  • ... mit seiner historischen Innenstadt das ideale Ziel für einen Tagesausflug.
  • ... 6x pro Woche Thema im Anzeiger, die als Heimatzeitung in Burgdorf der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.