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Region Burgdorf Nachrichten Ode an die Freude löst Gänsehaut aus
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00:27 30.05.2018
Gigantisch: Weit mehr als 100 Musiker und Sänger intonieren gemeinsam Beethovens "Ode an die Freude". Quelle: Sandra Köhler
Burgdorf

Eine wahrhaft gigantische Premiere mit Gänsehautmoment haben die Besucher des Thementags „So klingt Burgdorf“ am Sonnabend erlebt – und mit ihren Mobiltelefonen vielfach auch festgehalten. Zum Abschluss des Best of Burgdorf ließen die für diesen Anlass zusammengestellten Formationen Burgdorf-Orchester und Burgdorf-Chor im Veranstaltungszentrum StadtHaus die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven erklingen.

Nana Zeh, Leiterin der Musikschule Ostkreis Hannover, hatte bei den Vorbereitungen zum Themenjahr „Burgdorf klingt gut“ die Idee gehabt gehabt, aus Instrumentalisten verschiedenster Ensembles ein großes Orchester zu formieren. „Dann wollten die Chöre das auch, und es wurde immer mehr“, plauderte die Fachfrau aus dem Nähkästchen. Schließlich sollten die Leiter der beteiligten Formationen auch noch jeder ein Stück dirigieren können.

So kam es, dass der Riesenchor unter Leitung von Kirchenkreiskantorin Tina Röber-Burzeya „Hevenu Shalom Alechem“ anstimmte, bevor Zeh das Orchester bei „Pomp and Circumstance“ leitete. Martina Ehli, Leiterin des Sinfonieorchesters der Musikschule Ostkreis, dirigierte „Cumberland Cross“ und Tobias Kanthak, Leiter der Bigband Gymnasium Burgdorf, das umjubelte „We are the World“. Nicht ganz einfach sei es gewesen, alle unter einen Hut zu bekommen: „Wie baut man Akkordeons ein? Das hatte ich noch nicht gemacht“, schilderte Zeh eine der Herausforderungen, die sich während der Vorbereitungen auftaten. „Aber dann haben wir auf der Bühne gestanden und geprobt. Und ich dachte: Hey, das klingt schon vielversprechend.“

Am Nachmittag hatten Musikfreunde ihrer Passion rund um das Jugend- und Kulturhaus JohnnyB. an der Sorgenser Straße frönen können: 20 Gruppen – vom Spielmannszug über Flöten- und Gitarrenensebles, Trommelgruppen und diverse Chöre bis hin zum Kammermusikensemble und der Bigband präsentierten sich in viertelstündigen Kurzauftritten den Räumen des JohnnyB. und des StadtHauses, in einem eigens aufgebauten Zirkuszelt und sogar im Stadion. Da erklang das „Phantom der Oper“, arrangiert für Akkordeonorchester Hohner Ring, der Spielmannszug der Schützengesellschaft intonierte „Viva Colonia“, der Posaunenchor hatte Philipp Spittas Kirchenlied „Freuet Euch der schönen Erde“ dabei, die Bigband Gymnasium Burgdorf bot Adeles „Skyfall“. Caritas-Singkreis und Volkschor Burgdorf luden zum Mitsingen ein.

Wer alles hören wollte, war schlicht überfordert. Das Publikum musste sich schon entscheiden. Ein munteres Hin und Her und Treppauf-Treppab, bei dem Lagepläne den Zuhörern gute Dienste leisteten, war die Folge. Die Neugierde darauf, was andere auf dem Kasten haben, trieb auch Sänger und Instrumentalisten in der eigenen Pause in die Wandelkonzerte anderer Gruppen.

Werbung in eigener Sache – ob für Neumitglieder, anstehende Konzerte oder CDs – war nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Ebenso wie Spenden. „Damit wollen wir Kinder, die sich das nicht leisten können, mit Workshops, Instrumenten und Musikinstrumenten unterstützen. Wenn Sie jemanden wissen, sagen Sie uns Bescheid“, warb JohnnyB.-Leiter Horst Gohla für das Förderprojekt, das der Verein für Kunst und Kultur betreut.

Ein paar Wünsche gibt es doch

Trotz der Fülle der in Burgdorf zu erlebenden Musik bleiben bei Besuchern des Thementages „So klingt Burgdorf“ mancher Wunsch offen. „Es wäre schön, wenn es so Konzerte wie das mit Max Giesinger hier häufiger geben würde“, sagte Sarah Peyke aus der Jugendkantorei: „Dann müsste man dafür nicht immer nach Hannover fahren.“ Sehr gut gefallen Lehrerin Imbke Meyer-Frerichs die Konzertreihen im Schloss. „Aber für Symphoniekonzerte geht es eben nach Hannover“. Gerald Hinz, Ratsherr und erklärter Jazzfan, sähe es gerne, wenn in Burgdorf noch mehr avantgardistische Töne zu hören wären: „Es muss nicht immer nur Oldtimejazz sein. Dass der Kulturverein Scena wieder angefangen hat, andere Spielarten zu präsentieren, finde ich gut.“ Und auch Rockmusik aus Burgdorf selbst dürfe ruhig wieder mehr zu hören sein. Nana Zeh, Leiterin der Musikschule Ostkreis Hannover regt an, dass Umsonst-und-draußen-Konzerte wie es sie an Himmelfahrt in Hannover auf dem Tramplatz gibt, auch Burgdorf gut zu Gesicht stünden: „So etwas sollte es hier auch verstärkt geben.“ ks

Von Sandra Köhler

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