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Region Burgdorf Nachrichten Inventur: Im Hofladen wird per Hand gezählt
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00:16 01.01.2018
Inventur im Lahmanns Hofladen: Katharina Meyer beginnt mit dem Zählen bei den Geschenkartikeln. Quelle: Sandra Köhler
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 Ist das große Zählen am Jahresende für Landwirt Carsten Lahmann überhaupt ein Thema? Und wie! „Wir machen eigentlich gleich viermal im Jahr Inventur“, sagt der Otzer, der neben seiner Landwirtschaft einen Hofladen und einen Erlebnishof mit Gastronomie betreibt: „Den größten Aufwand haben wird aber im Hofladen.“ 

Für seinen landwirtschaftlichen Betrieb ende das Geschäftsjahr zum 30. Juni. „Da müssen wir zählen“, sagt Lahmann, „und zum 31. Dezember tun wir’s, weil wir es ganz genau wissen wollen.“ Da stünden allerdings eher Kleinigkeiten an wie das Ablesen von Stromzählern. Für seinen gastronomischen Betrieb, den Wellblechpalast, ist am Sonnabend, 30. Dezember, Zähltag. „Da ist es ruhig und mein Küchenchef und ich haben Zeit dazu.“ Wobei der Getränkebestand wöchentlich kontrolliert wird: „Man will ja sehen, wo man steht.“ 

Was die Inventur im Hofladen angeht, ist für die meisten der rund 5000 Artikel  von Ei bis Postkarte klassisches Zählen per Hand angesagt. „Kartoffeln und Äpfel haben nunmal keinen EAN-Code“, sagt Lahmann schmunzelnd. Beim Wareneingang werde seit den Neunzigerjahren jedes Ei, jedes Brötchen, jeder Liter Milch genau erfasst. Beim Bilanzziehen hat Lahmann jedoch das Prozedere mittlerweile umgestellt. „Früher gab es einen Tag, an dem alle Mitarbeiter für die Inventur antreten mussten und wir auch den Laden geschlossen hatten.“ Das sorgte nicht nur für Unmut bei Kunden, die darauf vertrauend, dass der Hofladen wie stets geöffnet habe, vor verschlossener Tür standen, sondern auch für Organisationsschwierigkeiten: „Der eine Mitarbeiter kann eigentlich nur vormittags, der andere nachmittags“, erläutert Lahmann. 

Deswegen wird mittlerweile im laufenden Betrieb gezählt. Per Hand, mit Klebezetttelchen an den bereits abgearbeiteten Regalen und Posten. „Wir beginnen mit den Geschenkartikeln und arbeiten uns peu à peu vor“, erklärt Lahmann. Zum Schluss kämen dann die Frischprodukte an die Reihe .„Das ist genauso exakt, als wenn wir alles an einem Tag zählen würden.“ Aufwändiger sei die Inventur im Hofladen schon Blumensträußen. Die Inventur im Hofladen sei schon etwas anders als im Supermarkt, wo die Ware einfach gescannt werden. „Wir müssen in Listen schauen und die Einzelpreise, etwa von Rosen und Gerbera, addieren.“ Doch wer das den ganzen Tag tue, sei ziemlich schnell fit darin.

Die richtige Herangehensweise ist alles

Wenn das renommierte Damenmodengeschäft Obermeyer an der Marktstraße in Burgdorf seine Bestände überprüft, bleiben die Türen für Kunden zu. Zumindest am Vormittag. Den 2. Januar hat sich Inhaberin Julia Obermeyer dazu ausgeguckt. „Um 8 Uhr fangen wir an, gegen 12.30 Uhr sind wir fertig. Dann öffnen wir.“ Zu sechst, also mit voller Belegschaft geht es in Zweierteams ans Werk. „Der eine zählt, der andere piepst“, sagt Obermeyer über die Vorgehensweise mit mobiler Datenerfassung per Scanner. Mit dem Tagesabschluss sei dann der aktuelle Bestand erfasst: „Dann wissen wir, welche Werte wir haben – und auch, was uns im Laufe des Jahres eventuell abhanden gekommen ist.“ 

„Ein richtiges Brett“ ist die Inventur beim Burgdorfer Autohaus  B & K laut Filialleiter Carsten Sczakiel: „Da sind Mitarbeiter und Azubis für eingespannt.“ Teilevertriebsleiter Andreas Schmidt weiß es ganz genau: „Das A und O ist die Vorbereitung und dass jedes Teil einen festen Platz im Lager hat.“ So nehme die sogenannte rollende Inventur,  bei der die Teile im Wert von etwa 200 000 Euro nach Posten abgearbeitet werden, zu viert nicht mehr als zwei bis drei Tage in Anspruch. Auch wenn von Schrauben und Unterlegscheiben bis hin zu Stoßdämpfern und Stoßstangen alles einzeln per Hand gezählt wird. „Wir achten natürlich schon im Voraus darauf, dass beispielsweise von den Tüten, die jeweils 50 Schrauben enthalten, nicht mehrere gleichzeitig aufgerissen werden“, gibt Schmidt ein Beispiel für Arbeitsökonomie. 

Von Sandra Köhler

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