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Region Burgdorf Nachrichten Neues Sanierungskonzept für Bauland über Altdeponie
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11:43 08.02.2018
Unter diesem Brachland zwischen dem Duderstädter Weg, dem Einkaufszentrum an der Uetzer Straße (rechts oben) und den Einfamilienhäusern an der Schopenhauerstraße (links) lagern derzeit noch meterdick Bauschutt, Bodenaushub, Hausmüll und Altreifen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Burgdorf

 Die Deutsche Reihenhaus AG (DRH) hat sich entschlossen, das Areal für den geplanten Wohnpark auf der ehemaligen Deponie Klippel zwischen Uetzer Straße und Duderstädter Weg vollständig zu sanieren. Dafür soll der Deponiekörper komplett ausgehoben und mit unbelastetem Boden wieder aufgefüllt werden.

Auf dem etwa 10.000 Quadratmeter großen Brachland wurde von 1960 bis 1965 Kies abgebaut. Danach kippte man Bauschutt, Bodenaushub, Hausmüll und Altreifen in die Kiesgrube. Bislang hatte das Bauunternehmen in Abstimmung mit der Region Hannover als Untere Bodenschutzbehörde vorgehabt, lediglich im Norden, wo leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe entdeckt wurden, den Boden bis zu einer Durchschnittstiefe von 4,45 Metern auszutauschen. Auf dem Großteil des Grundstücks, rund 7600 Quadratmeter, sollte der Boden hingegen bis zu einer Tiefe von einem Meter abgetragen werden. Denn dort hatte man bei den Untersuchungen nur Bauschutt und Bodenaushub gefunden. 

Geplant sei jetzt, den Boden auf dem gesamten Areal mehrere Meter tief auszuheben, teilte Mehmet Beytekin, Teamleiter Baurecht der DRH, mit. Ausschlagend für diese Entscheidung ist laut Beytekin die Kritik vonseiten der Anwohner gewesen. Diese hatten bemängelt, dass ein Großteil der Deponie unter den Wohnhäusern liegen bleiben würde, wenn das bisherige Sanierungskonzept umgesetzt würde.

Deshalb hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben entschlossen, die Sanierung grundlegend zu überarbeiten. Dafür sind laut Beytekin weitere sehr detaillierte Bodenuntersuchungen notwendig. Diese sollen am Montag, 12. Februar, beginnen. „Die Untersuchungen werden sowohl mit Bohrungen als auch mit Baggerschürfen durchgeführt, um eine möglichst präzise Bewertung vornehmen zu können.“ Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei Wochen dauern. Anschließend wird ein neues Sanierungskonzept aufgestellt. Sobald dieses mit der Fachbehörde abgestimmt sei – voraussichtlich im Mai –, werde es der Stadt und den Bürgern in einer öffentlichen Infoveranstaltung vorgestellt. Die DRH hat die Anlieger rund um das Deponiegelände über die geplanten Bodenuntersuchungen und die neuen Sanierungspläne in einem Schreiben informiert, das am Dienstag in deren Briefkästen sein sollte.

Das Bauunternehmen hat seine neuen Sanierungspläne in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben technisch und wirtschaftlich geprüft und bereits finanziell abgesichert. Die N-Bank habe ihre Fördermittelzusage aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereits aufgestockt, teilt die DRH mit. Für das erste Sanierungskonzept hatte das Land Niedersachsen und die EU Fördermittel in Höhe von 932.000 Euro bewilligt. Die gleiche Summe wollte die DRH investieren. 

In dem Wohnpark will der Baukonzern 38 seiner drei standardisierten Haustypen mit 85, 119 und 144 Quadratmetern errichten. Erschlossen wird das Baugebiet über eine Zufahrt im Osten des Areals. Teil des Wohnparks ist ein zentrales Blockheizkraftwerk für alle Häuser. Der Bauausschuss des Burgdorfer Rats hat dem städtebaulichen Konzept der DRH im Mai 2017 zugestimmt und damit den Weg frei gemacht, dass der Investor einen Bebauungsplanentwurf erstellen kann.

„Seitens der Region Hannover wurden die Bedingungen zur Überbauung der Altablagerungen an der Duderstädter Straße nicht geändert“, teilte Regionssprecher Klaus Abelmann mit. Allein die Deutsche Reihenhaus AG (DRH) habe sich dafür entschieden, den vorhandenen Müllkörper komplett zu entnehmen. „Dem stimmen wir natürlich vorbehaltlos zu.“

Die Pläne, auf der ehemaligen Deponie einen Wohnpark zu bauen, sind in Burgdorf nicht unumstritten. Vor allem Anlieger sind angesichts der Altlasten, die dort im Boden schlummern, skeptisch. „Das geht dort nicht vier Meter in die Tiefe, sondern sieben“, sagte eine Fraun, die seit Jahrzehnten in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Areal wohnt. Sie würde da nicht bauen, früher sei dort alles reingekippt worden, auch Säure vom Entzinnungswerk. Ihr Nachbar ergänzte: „Das ist verrückt, was die dort planen.“ Beide möchten ihre Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen.

Ratsherr Michael Fleischmann (Die Linke) hatte im Bauausschuss des Rates im Mai 2017 gegen das Bauvorhaben auf der ehemaligen Mülldeponie gestimmt – als einziger in dem Gremium. Sein Argument: Die Deponie werde nicht beseitigt, es erfolge nur eine Sanierung light. Das sei nicht zu verantworten, sagte Fleischmann. Das sehen die Verantwortlichen bei der DRH jetzt offenbar ähnlich.

Von Anette Wulf-Dettmer

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