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Region Burgdorf Nachrichten Schlafapnoe: Krankenkasse lehnt Operation ab
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00:16 05.01.2018
Über die Kostenübenahme für eine kieferchirurgische Operation streiten der Burgdorfer Manuel-Hermann Spiegl und die Barmer GEK. Quelle: dpa-Zentralbild
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Burgdorf

 Mit einer schweren Operation erhofft sich der 36-jährige Manuel-Hermann Spiegl die Heilung seiner Schlafapnoe – doch bislang übernimmt seine Krankenkasse, die Barmer GEK, die Kosten der Privatbehandlung von mehr als 44.000 Euro nicht. Spiegl setzt deshalb auf öffentlichen Protest gegen die Entscheidung und will Geld sammeln, um den eigenen Anteil bestreiten zu können. 

Seit mehr als zehn Jahren lässt der Vater von sechs Kindern seine Krankheit behandeln, wegen der er unter anderem seine Arbeit als Versicherungskaufmann bei einem hannoverschen Konzern aufgeben musste. „Ich habe nachts bis zu 90 Atemaussetzer in der Stunde“, sagt Spiegl. Diese führten zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff, das wiederum zu Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Depressionen und Herzproblemen. „Deswegen habe ich schon alle Behandlungen ausprobiert: Schlafgerät mit allen Masken, Mandeln raus, Operationen an der Nasenscheidewand“, zählt der Burgdorfer auf. Nichts aber habe Linderung gebracht, im Gegenteil: „Die Symptome verstärken sich, und ich bin überhaupt nicht mehr belastbar.“ 

Eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, die er am 1. Oktober begonnen hatte, habe er aufgeben müssen. Nun strebt er einen zweiten Anlauf zum 1. April an – nach einer kieferchirurgischen Operation am 24. Januar in einer Heidelberger Privatklinik. Dabei verlagere und drehe der Arzt den Ober- und Unterkiefer um bis zu zehn Millimeter, um die verengten Atemwege frei zu bekommen. „Den Termin möchte ich aus zwei Gründen wahrnehmen: Zum einen sprechen die Ärzte inzwischen von einem lebensbedrohlichen Zustand, zum anderen könnte ich dann pünktlich die Ausbildung starten“, sagt Spiegl.

Er hat am 7. Dezember seine Unterlagen bei der Krankenkasse eingereicht und auf den Zeitdruck hingewiesen. Allerdings wurden die Dokumente falsch abgelegt, wie ein Barmer-GEK-Sprecher bestätigt. Seinen Angaben zufolge habe die Fachabteilung den Eilantrag inzwischen geprüft und abgelehnt, denn: „Wir haben keinen Versorgungsvertrag mit der Klinik.“ Gleichwohl bestehe solch ein Vertrag mit der MHH, so dass die Krankenkasse dem Patienten dort die Behandlung vorschlagen werde. „Die Operation ist so schwerwiegend, dass wir dem Patienten ohnehin einen zweiten ärztlichen Rat empfehlen“, sagt der Sprecher und weist zugleich die Forderung Spiegls zurück, dass ihm die Behandlung zustehe, weil die Barmer GEK dies in anderen Fällen genehmigt habe. „Der Fall ist eine Einzelentscheidung.“

Spiegl will gegen die Ablehnung vorgehen – so plant er als nächsten Schritt, das Bundesversicherungsamt einzuschalten. 

Von Antje Bismark

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