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00:17 02.08.2018
Sieben Ahnentafeln hat Detlef Bähre zur Veranschaulichung mitgebracht. Da gibt es einiges zu bestaunen. Quelle: Laura Beigel
Burgdorf

 Mit einem besonderen Familientreffen endet eine dreijährige Recherche, die der Seelzer Ahnenforscher Detlef Bähre mit seiner Frau Angela übernommen hatte. Ehrenamtlich forschte das Paar nach Vorfahren zu der Familie Rust, die einst in Burgdorf und Immensen lebte, dann aber um 1903 nach Amerika ausgewandert war. Als ein Zweig jener Familie bildete sich heraus, dass Nachfahren mit dem Namen Grobecker noch in Burgdorf und Umgebung leben müssten.

Den Anstoß gab seinerzeit Laura Lee Jannika für ihren Ehemann Daniel Darwin Rust. Nur zwei Namen konnte sie Bähres anfangs mit auf den Weg geben: Karl Friedrich Louis Rust und Christine Emilie Sievers hieß das ausgewanderte Paar. Der Forscher blätterte sich durch Ortschroniken, wälzte zudem Kirchenbücher, fragte bei Behörden nach und ließ nie locker. „Zuerst war es relativ schwierig, weil die Vorabinformationen relativ rudimentär waren.“ Bei dieser Recherche fanden die Forscher heraus, dass Louis Rusts Schwester Elisabeth im Jahr 1904 in Burgdorf einen August Grobecker geheiratet hatte.

Deren Nachfahren standen im Fokus eines öffentlichen Aufrufs, den Bähres im Mai vergangenen Jahres in der HAZ Burgdorf starteten. Mit Erfolg. Denn Wiebke Brauer ist eine gebürtige Grobecker, bei den Schwestern Anke Simon und Heike Helbig trug die Mutter diesen Namen. Sie schrieben sich erst E-Mails, dann gab es ein Treffen und schließlich nun den Besuch der amerikanischen Verwandten – Daniel Darwin Rust reiste mit seinen beiden Söhnen Isaac und Ian an, um zum einen den weit entfernten Familienzweig kennen zu lernen. Mutter Laura Lee Jannika, Initiatorin der ungewöhnlichen Zusammenführung, reist nicht mit: Sie leidet unter Flugangst und wurde dem Treffen im Café Herzstück per Videochat zugeschaltet.

Zum anderen organisierten Bähres auch Ausflüge zu Stätten, an denen die ausgewanderte Familie seinerzeit gelebt hatte. Der Nöhrehof in Lehrte gehörte ebenso dazu wie die alte Hofstelle der Rust-Familie in Evern, in Steinwedel und in Haimar die Kirchen. „Es war bewegend“, sagte Detlef Bähre, zumal an allen Orten auch Ortschronisten und Kirchenvorsteher die Gäste begrüßt hatten.

Das Familientreffen indes gehörte für alle Beteiligten zum Höhepunkt des Deutschland-Aufenthalts, zumal Daniel Darwin Rust auch alte Fotos aus den 1950-er Jahren mitgebracht hatte. Die Schwestern Anke und Heike erkannten auf einem Foto ihre Mutter – und an der Stelle zeigte sich, dass moderne Technik auch alten Familien nützen kann. Sie fotografierten das Bild, schickte es per WhatsApp an die Mutter, die wiederum aufklären konnte, wen die Nachfahren dies- und jenseits des Atlantiks auf dem Foto sehen konnten. Sie wiederum wollen – auch dank neuer Medien – den Kontakt halten, zunächst eher lose und über Familie Bähre. Denn angesichts einer siebenteiligen Ahnentafel bleiben noch viele Schicksale und Geschichten, über die beide Familienzweige sprechen können.

„Fälle, die verzwickter sind, haben einfach ihren Reiz“, schwärmte Detlef Bähre. „Natürlich ist es immer auch ein gewisses Maß an Herausforderung. Aber es ist auch spannend, weil man persönlich mit den Leuten zu tun hat und sie jetzt auch endlich kennen lernt“, beschrieb er seine Motivation.

Die Ahnentafel im PDF:

Ahnentafel (2,3 MB)

Von Laura Beigel

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