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Region Barsinghausen Nachrichten Seniorenrat ärgert sich über die Politik
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16:45 21.12.2017
Claus Bischoff (von links), Joachim Zislo, Hannelore Heidecke und Dietmar Redlich sind Mitglieder im Seniorenrat. Sie wünschen sich einen von allen älteren Barsinghäusern per Briefwahl gewählten Seniorenbeirat als Interessenvertretung. Quelle: Archiv
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Barsinghausen

 Der Barsinghäuser Seniorenrat ist nicht gut auf Rat und Verwaltung der Deisterstadt zu sprechen. Anlass ist die jüngste Ratsentscheidung, im Haushalt für das Jahr 2018 kein Geld für die Briefwahl eines städtischen Seniorenbeirats bereitzustellen.

In seiner letzten Sitzung des Jahres hat der Seniorenrat über die Ablehnung diskutiert. „Enttäuscht sind die Mitglieder des Seniorenrates in vielfacher Hinsicht“, sagen die beiden Seniorenratssprecher Claus Bischoff und Dietmar Redlich. In Vorgesprächen mit vier der im Rat vertretenen Fraktionen sei der Vorschlag positiv beurteilt worden, die Interessenvertretung der mehr als 11.000 Senioren im Stadtgebiet auf eine breitere demokratische Basis zu stellen. Es handele sich immerhin um rund ein Drittel der Barsinghäuser Bevölkerung.

Wenn dann im Sozialausschuss und im Rat lediglich die Wählergemeinschaft Aktiv für Barsinghausen für den Vorschlag gestimmt habe, „ist das für die Seniorenräte nicht nur überraschend, sondern sehr enttäuschend“, betonen Bischoff und Redlich. Enttäuschend finden die Seniorenvertreter insbesondere, dass es im Vorfeld keine Rückkoppelung gegeben habe, dass die Fraktionen letztlich anders entscheiden würden als die Gesprächspartner zuvor signalisiert hätten. Enttäuschend sei für den Seniorenrat außerdem, dass sich von den sieben Fraktionen im Rat drei auf die Bitte nach einem Gespräch erst gar nicht gemeldet hätten. „Man kann sich fragen, ist das die Beachtung, die die Barsinghäuser Politik den älteren Mitmenschen in unserer Stadt schenkt?“

Der Seniorenrat kritisiert auch, dass aus dem politischen Raum keine Signale für eine bessere Unterstützung für die Seniorenarbeit insgesamt gegeben worden seien. Lediglich die Verwaltung habe in dem Vorgespräch die Wahl eines Seniorenbeirates durch den Rat vorgeschlagen, „was bei den Vertretern des Seniorenrates aber keine Begeisterung auslöst“, wie Bischoff und Redlich betonen.

Laut Seniorenrat gibt es rund drei Dutzend Seniorengruppen in der Stadt, die Treffen organisieren, sich gegenseitig unterstützen und Kontakte pflegen. Ein Seniorenbeirat sei aber keine zusätzliche Seniorengruppe, „sondern die politische Interessenvertretung gegenüber Rat und Verwaltung“. Dafür sei eine wirkliche demokratische Legitimation durch eine Wahl geboten. Eine Briefwahl würde 12.000 Euro kosten, verteilt auf drei Jahre also 4000 Euro pro Jahr. Das sei dem Rat zu teuer. „Heißt es nicht auch: Demokratie kostet Geld?“, fragt der Seniorenrat kritisch.

Von Andreas Kannegießer

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