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Bedroht durch den geplanten Kaufland-Markt? Das City-Center in Barsinghausen. Quelle: Kannegießer
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Bürgermeister Walter Zieseniß (CDU) nennt die neue Studie ein Parteigutachten, weil es von Barsinghäuser Geschäftsleuten bestellt und finanziert worden sei, die die Pläne für den Kaufland-Markt kritisch sähen. Darunter ist die Unternehmerfamilie Widdel, die den Hit-Supermarkt betreibt und große Teile des City-Centers besitzt.

Gutachter Andreas Gustafsson warnt in seiner Untersuchung vor negativen Folgen für das City-Center und für die gesamte Fußgängerzone, falls Kaufland an der Egestorfer Straße einen Supermarkt eröffne und Kunden für Waren des täglichen Bedarfs abziehe. Ein Kaufland-Markt in Randlage sei auch nicht geeignet, um neue Kunden und damit zusätzliche Kaufkraft in die Innenstadt zu locken.

Zieseniß will das Gutachten von Gustafsson zwar gründlich studieren, baut letztlich aber auf die größer angelegte Studie, die die Stadt in Auftrag gegeben hat. Da sei er sicher, dass es keine parteipolitischen Einflüsse gebe. Diese Untersuchung erwartet Zieseniß für November.

„Es hat sich gar nicht ergeben, über eine Zielrichtung unseres Gutachtens zu sprechen – so eindeutig fällt die Warnung vor den negativen Folgen eines Kaufland-Marktes aus“, sagt Jens Widdel, Sprecher der Interessengemeinschaft Pro Innenstadt, die das Gutachten bei Gustafsson in Auftrag gegeben hat.

Widdel hofft, dass die neue Studie zur geplanten Ansiedlung des Kaufland-Marktes zu einem Umdenken bei der Ratsmehrheit und somit zum Verzicht auf das Vorhaben führt. „Es wird erschreckend deutlich, dass der Kaufland-Markt in einem schleichenden Prozess die Kundenfrequenz in der Innenstadt senken würde, obwohl es doch gerade um eine Belebung der Fußgängerzone insgesamt geht“, sagt Widdel.

Der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Bernhard Klockow, sieht als Vertreter der Ratsmehrheit von Union und Liberalen keinen Grund für einen Sinneswandel. Größtes Manko der vorgelegten Studie sei, dass für die notwendigen Kundenbefragungen nur 415 Bürger interviewt worden seien.

Dass das City-Center vor schweren Zeiten stehe, mache sehr nachdenklich, sagt Klockow. „Dafür ist jedoch nicht der Kaufland-Markt verantwortlich. Sondern es sind die Eigentümer, die schon vor Jahren den Hit-Markt herausgenommen und hinter dem Bahnhof neu konzentriert haben“, sagt Klockow. Nach persönlicher Recherche in anderen Orten mit Kaufland-Märkten sei er weiter überzeugt, dass es sehr wohl belebende Impulse für die Innenstadt gebe.

Die Chefin der SPD-Fraktion, Kerstin Beckmann, sieht im Gutachten dagegen alle Bedenken gegen die Kaufland-Ansiedlung bestätigt. Der Gutachter habe plausibel erläutert, wie die Laufkundschaft in der Innenstadt abnehme.

Statt in der Randlage einen Markt zu eröffnen, müssten sich neue Angebote in der City konzentrieren, betont Beckmann. Falls das City-Center Schaden nehme, würden dies auch andere Gewerbetreibende zu spüren bekommen.

von Volker Oertel

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