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Region Barsinghausen Nachrichten Juniorwahl: Was beeinflusst Euer Votum?
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19:21 20.09.2013
Auch Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums Gehrden (MCG) beteiligten sich an der Juniorwahl. Quelle: Rodriguez
Barsinghausen

Es gibt Wahllokale mit abgetrennten Kabinen, die Stimmberechtigten müssen sich ausweisen, und nach der Auszählung zeigt das Ergebnis, für welche Politik sich Mehrheiten finden lassen: Juniorwahl - so nennt sich die Initiative des Berliner Vereins Kumulus, bei der in diesem Jahr mehr als 500.000 Jugendliche aus insgesamt 2264 Schulen in Deutschland mitmachen. „Es geht darum, schulintern die Wahlen zu simulieren, um das politische Interesse zu fördern“, sagt Lehrer Peter-Michael Jensch vom Gehrdener Matthias-Claudius-Gymnasium (MCG). Dort haben gestern 437 Jugendliche aus dem neunten bis zwölften Jahrgang über eine spezielle Internetverbindung nacheinander in geheimer Wahl ihre Stimme online zur Zentrale nach Berlin übermittelt.

„Die Ergebnisse lassen sich nur ansatzweise mit den echten Resultaten vergleichen, weil Jugendliche mehr individuelle Schwerpunkte setzen und nicht hauptsächlich etablierte Parteien wählen“, sagt Jensch. Er spricht aus Erfahrung: Das MCG beteiligt sich bereits seit 2002 an dem politischen Projekt - Vor- und Nachbereitung im Unterricht inbegriffen.

Eine Premiere war die Juniorwahl an der Marie-Curie-Schule in Empelde. Dort haben 686 Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren mitgewählt. Die Ergebnisse werden am Sonntag, 22. September, im Internet auf juniorwahl.de veröffentlicht. „Aber erst nach Schließung der echten Wahllokale um 18 Uhr, damit keine Beeinflussung möglich ist“, sagt Karl-Heinz Redlich, der die Aktion in Empelde betreut.
Ingo Rodriguez und Lina-Marie Fieker

Das sagen Teilnehmer der Juniorwahl

Aloisia Reinermann (16), Benthe: Ich konnte mich mit der Partei identifizieren, die ich wählte. Ein Grund war sicher auch die Wahlentscheidung, die ich aus meinem Elternhaus kenne. Während des TV-Duells habe ich erkannt, wer meine politischen Ziele mehr vertritt.

Frederic Rohde (17), Gehrden: Bei meiner Entscheidung habe ich hauptsächlich auf das Ergebnis des Wahlomats gehört. Das stimmte insofern aber auch, denn die Senkung des Rentenalters, der Mindestlohn und das Abitur nach 13 Jahren sind mir wichtig.

Fynn Schwieker (16), Wennigsen: Ich bin gegen den Mindestlohn. Meiner Meinung nach sollte man in diesem Punkt vorsichtig sein. Sonst verlagern sich am Ende alle Unternehmen in das Ausland, nur wegen der günstigeren Mitarbeiter dort. Das wäre dann schlecht.

Marco Wilhelm (17), Weetzen: Mir ist der Mindestlohn wichtig, allerdings nicht in allen Branchen. Letztendlich hat mich die Präsenz der Partei auf der Straße und im Fernsehen überzeugt. An dem selbstbewussten Handeln der Politiker konnte ich sehen, dass das, was sie machen, durchdacht ist.

Suzan Gecgel (14), Benthe: Ich bin für die Gerechtigkeit in jeder Hinsicht. Leute, die hart arbeiten, sollen auch dementsprechend Geld dafür bekommen. Arbeitslosigkeit soll dabei nicht stark gefördert werden. Man sollte etwas für seinen finanziellen Wohlstand tun, finde ich.

Janina Dybowski (17), Benthe: Ich erhoffe mir, dass meine Partei das umsetzt, was sie verspricht. Dabei ist mir als Teil der Generation Internet der Datenschutz ein wichtiges Thema. Wenn meine Freunde und ich bei Facebook oder auf anderen Seiten sind, sollen unsere Daten sicher sein.

Fabian Busch (18), Wennigsen: Bei einer Podiumsveranstaltung an unserer Schule habe ich die Kandidaten kennen gelernt und konnte mich anhand ihrer Ausstrahlung entscheiden. Wer kompetent erschien, hat mich überzeugt, denn erst dann glaube ich, dass wirklich etwas bewegt werden kann.

Rima El-Chami (16), Empelde: Mich interessiert die Politik im Ausland. Das deutsche Militär soll sich nicht im Ausland einmischen. Ein weiterer Punkt für meine Wahlentscheidung war das Wahlprogramm mit Abitur nach 13 Jahren. Ich finde gut, dass meine Partei auf Jugendliche eingeht.

Thorben Großestrangmann (16), Egestorf: Inhalte haben mich bei der Entscheidung, wen ich wählen soll, nicht sehr interes siert. Wichtiger war mir, wer am sympathischsten erscheint. Feststellen konnte ich dieses während der Podiumsdiskussion an meiner Schule, wo wir die Kandidaten live erlebten.

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