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00:45 19.05.2018
Reinhard Meyer und Britta Sander (rechts) überreichen einen symbolischen Scheck an Schuldnerberaterin Anette Becker. Quelle: Frank Hermann
Barsinghausen

 Großen Andrang verzeichnet die soziale Schuldnerberatung des Diakonieverbandes im Büro an der Bergamtstraße 13. Hilfesuchende müssen zum Teil mit langen Wartezeiten bis zu einer Erstberatung rechnen. Darum bietet Schuldnerberaterin Anette Becker für dringende Fälle mittlerweile eine wöchentliche Telefon-Sprechstunde an.

„Am Telefon können wir akute Notsituationen sofort besprechen und Ratschläge geben. Wenn sich zum Beispiel der Gerichtsvollzieher angekündigt hat, wissen viele überschuldete Menschen nicht weiter“, erläutert Anette Becker.

Solche Notfälle duldeten zumeist keinen Aufschub. „Und mit einem ersten Gespräch am Telefon haben wir den Betroffenen häufig schon helfen können“, sagt Becker, die seit Januar als Nachfolgerin des pensionierten Günter Meyer die diakonische Schuldnerberatung in Barsinghausen und Springe leitet.

Zuvor arbeitete die Fachfrau acht Jahre lang als Schuldnerberaterin  für die Diakonie in Neustadt-Wunstorf. Auch in Wunstorf sei die Nachfrage nach telefonischen Beratungen zuletzt deutlich angestiegen.

„Es ist mehr geworden“, betont Anette Becker. Vor allem in der sogenannten Mitte der Gesellschaft sei im Vergleich zu den Vorjahren eine Zunahme der Überschuldung zu beobachten.

Die Beratungsstelle in Barsinghausen habe im Jahr 2017 etwa 80 Klienten betreut. Dabei entfielen allein 25 Prozent aller Klienten auf den Altersbereich von 41 bis 50 Jahren.

Laut Becker setzt sich der Trend in diesem Jahr fort. Bei leichteren Fällen rechnet die diplomierte Sozialarbeiterin mit einer Beratungsdauer von etwa sechs Monaten. Bei schwierigeren Fällen könne es ein Jahr dauern, bis ein Ausweg aus der Schuldenfalle gefunden sei.

„In der Beratung haben wir mit sehr vielschichtigen Problemen zu tun“, beschreibt Becker ihre Aufgabe. Schulden seien für viele Familien wie ein Tsunami, der ein großes Chaos hinterlässt und große Ängste auslöst: „Darum haben wir oft Familienbetreuer bei den Beratungen mit am Tisch sitzen.“

Viele Gründe führten die betroffenen Menschen in eine Überschuldung: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Suchtverhalten, Trennungen vom Partner -- und vielfach auch eine Kombination mehrerer Gründe. „Krankheiten spielen eine ganz große Rolle bei den Ursachen. Aber auch die Suchtproblematik, insbesondere die Spielsucht, nimmt deutlich zu“, erklärt Anette Becker.

Zur Finanzierung der diakonischen Schuldnerberatungsstellen in Niedersachsen trägt unter anderem die Sparkassen-Finanzgruppe mit einem jährlichen Kostenzuschuss von landesweit rund 560.000 Euro bei. Dieser Zuschuss stammt aus den Erlösen der Sparkassenlotterie Gewinnen und Sparen. 

Der Anteil für die Schuldnerberatung in Barsinghausen beträgt 10.000 Euro.  Die beiden Sparkassenvorstände Reinhard Meyer als Vorsitzender sowie Britta Sander überreichten am Mittwoch einen symbolischen Scheck über diese Spendensumme an Anette Becker.

Das Büro der Schuldnerberatung an der Bergstraße 13 öffnet montags, dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 15.30 Uhr. Telefonisch ist das Büro erreichbar unter (05105) 63928 und (05041) 945032 sowie per E-Mail an schuldnerberatung.barsinghausen@evlka.de.

Für die Telefon-Sprechstunden steht Anette Becker jeden Donnerstag von 14 bis 16 Uhr zur Verfügung. 

Von Frank Hermann

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